Ländliche Trinkwasser- und Sanitärversorgung in Mali verbessern

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Nachhaltige Wasser- und Sanitärversorgung in Mali
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mali
Politischer Träger: Ministère de l’Energie et de l‘Eau
Laufzeit: 2021 bis 2022

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Ausgangssituation

Die Bevölkerung in Mali hat nur unzureichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser und zur Basissanitärversorgung. Das ist ein zentrales Entwicklungshemmnis für das Land. In den ländlichen Gebieten haben nur etwa zwei Drittel der Bevölkerung Zugang zu Trinkwasser und weniger als ein Drittel hat Zugang zur Abwasserentsorgung. Die Situation wird durch ein jährliches Bevölkerungswachstum von 3,6 Prozent weiter verschärft. Mali hat sich daher zum Ziel gemacht, der gesamten Bevölkerung bis zum Jahr 2030 Zugang zu hygienisch unbedenklichem Trinkwasser und zur Basissanitärversorgung zu ermöglichen.

Seit 2002 sind die 703 Gemeinden des Landes für eine funktionierende Trinkwasser- und Sanitärversorgung verantwortlich. Eine flächendeckende Infrastrukturentwicklung mit professionalisiertem Betrieb durch private oder kommunale Versorger findet aber noch nicht statt: Derzeit fehlt es an Finanzierung und Personal. Die Gemeinden beschränken sich daher darauf, den Betrieb von Trinkwasseranlagen zu beauftragen, sind bei der Mobilisierung von Geldern jedoch meist auf sich allein gestellt. Von 2015 bis 2019 hat das Vorgängerprojekt in 38 Gemeinden in den Regionen Mopti, Kayes und Koulikoro regionale und lokale Fachbehörden unterstützt, Gemeindezweckverbände zu gründen, die diese Aufgaben besser erfüllen können. Es fehlt jedoch ein nationaler Finanzierungsmechanismus und das Land hängt nach wie vor stark von ausländischen Geldern für Infrastrukturvorhaben ab. 

Die nationalen Fachbehörden gewährleisten derzeit noch keine unabhängige Verwaltung der ländlichen Trinkwasserversorgung mit sozialen Wassertarifen. Kontroll- und Regulierungsaufgaben nehmen akkreditierte, privatwirtschaftliche Inspektor*innen wahr. Die Koordination des Sanitärbereichs findet nur eingeschränkt statt und viele Nichtregierungsorganisationen intervenieren direkt, ohne die Behörden zu informieren. Demokratische Rechenschaftslegung sowie Transparenz und Teilhabe der Zivilgesellschaft sind in diesem Bereich nur schwach ausgebildet. 

Ziel

Die Trinkwasser- und Sanitärversorgung hat sich in 22 ländlichen Partnergemeinden in den Regionen Koulikororo und Kayes für mehr als 485.000 Menschen verbessert, von denen etwa 44 Prozent als arm eingestuft werden.

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Vorgehensweise

Das aktuelle Vorhaben baut auf Wirkungen des vorhergehenden Vorhabens auf, das von 2015 bis 2019 erste Veränderungen anstieß. Dazu arbeitet es mit den Ministerien für Wasser und Umwelt sowie den jeweiligen Fachbehörden national, regional und lokal zusammen. 

Wichtige Partner sind außerdem die Nationale Regulierungsbehörde und die akkreditierten Inspektor*innen, mit denen das Vorhaben die Überprüfung von Wasserversorgungsunternehmen verbessert. Dadurch lässt sich die angestrebte Professionalisierung der ländlichen Versorger leichter überwachen. 

Das Vorhaben setzt erste Sanitärversorgungsketten in ländlichen und kleinstädtischen Gebieten bis Ende 2020 um. Dazu führt es Pilotmaßnahmen mit drei Gemeindezweckverbänden durch, wie der Bau von privaten und öffentlichen Latrinen und von dezentralen Klärschlammaufbereitungsanlagen. Das Management der neuen Infrastrukturen übernehmen ab 2021 lokale Kleinbetriebe. 

Im Zuge der COVID-Sondermaßnahmen unterstützt das Vorhaben kleinere Cash-for-work-Maßnahmen. Dazu zählt die Einführung von Abfallsammelsystemen und dezentraler Müllverbrennungsanlagen mit biogasbetriebenen Motoren.

Das Vorhaben berät zudem, wie Behörden des Wasser- und Umweltministeriums in die neugeschaffenen regionalen und lokalen Verwaltungseinheiten integriert werden können.

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Wirkung

Zum Betrieb der Wasserinfrastruktur wurde ein Standard-Leistungsvertrag entwickelt. Die Nationale Wasserdirektion führt den Vertrag landesweit ein.

Ein Konzept zu interkommunaler Kooperation wurde erarbeitet. Es erhöht die Breitenwirksamkeit der Maßnahmen zur Wasser- und Sanitärversorgung. Die Anzahl der zu unterstützten Gemeinden erhöht sich von 12 auf 38.

Die Schulung von 20 Ausbildern in den Projektregionen erzielt Multiplikatoreneffekte: In 130 Betreiberkomitees finden Fort- und Weiterbildungen statt, die von den Ausbilder*innen dezentral begleitet werden.

Die Ausschreibungsunterlagen zur Rekrutierung neuer Dienstleister für ein landesweites technisches und finanzielles Audit wurden im Auftrag der Ministerien überarbeitet. Durch die regelmäßige Betreuung verbessert sich der Betrieb.

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