Migrations- und Integrationsmanagement

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stärkung marokkanischer Gebietskörperschaften bei der Verbesserung von Aufnahmestrukturen von Migranten (RECOSA)
Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Europäische Union (EU)
Land: Marokko mit Aktivitäten in der Côte d’Ivoire, Mali und Senegal
Politischer Träger: Beigeordnetes Ministerium beim Minister für auswärtige Angelegenheiten, afrikanische Zusammenarbeit und Auslandsmarokkaner, zuständig für Auslandsmarokkaner (MDCMRE)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2022

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Ausgangssituation

Marokko hat sich im Laufe der letzten 20 Jahre von einem reinen Herkunftsland zu einem Transit- und Aufnahmeland von Migranten*innen entwickelt. Gleichzeitig kehren auch immer mehr Auslandsmarokkaner*innen in ihr Her-kunftsland zurück. Dies stellt das Land vor soziale, wirtschaftliche, institutionelle und rechtliche Herausforderungen. Als Antwort hierauf hat die marokkanische Regierung eine neue „Nationale Migrations- und Asylstrategie“ sowie eine „Strategie für Auslandsmarokkaner*innen“ vorgestellt. Diese sieht die Einführung einer kohärenten und menschenrechtsbasierten Politik vor.

Da Migration und Integration fachübergreifende Themen sind, ist bei ihrer Gestaltung eine starke Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Ministerien sowie zwischen der Regierung, den Regionen und Gemeinden gefordert. Nur so lässt sich eine Umsetzung der nationalen Migrationspolitik sicherstellen.

Darüber hinaus hat Marokko Abkommen mit der Côte d’Ivoire, Mali und dem Senegal unterzeichnet, um die Zusammenarbeit im Bereich Migration auszubauen. Diese gilt es nun mit Leben zu füllen.

Ziel

In Zusammenarbeit mit dem beigeordneten Ministerium für Auslandsmarokkaner wirkt das Projekt darauf hin, dass Migration und Integration als Querschnittsthemen in der Praxis zunehmend berücksichtigt werden – auf nationalstaatlicher Ebene wie auch in zehn marokkanischen Partnerkommunen (Béni Mellal, Casablanca, Fès, Marrakech, Nador, Oujda, Rabat, Salé, Tanger und Tiznit). Es fördert den Zugang von Migrant*innen, Flüchtlingen und rückkehrenden Marokkaner*innen zu Integrationsangeboten im sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich. Darüber hinaus wird die Kooperation zwischen Marokko, der Côte d’Ivoire, Mali und Senegal im Migrationsbereich gestärkt. 

Vorgehensweise

Um die Umsetzung der Migrationspolitik zu erleichtern, verbessert das Projekt die Koordination zwischen den verschiedenen Institutionen. Es stärkt die Kompetenzen der Schlüsselakteure, vernetzt sie und unterstützt die Abstimmungsformate.

In den Gemeinden fördert das Projekt konkrete Integrationsmaßnahmen im kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Bereich. Dabei arbeitet es mit den Kommunen und Akteuren der Zivilgesellschaft, vor allem Nichtregierungsorganisationen. Diese Lernerfahrungen werden in Form von Handbüchern und Instrumenten aufgearbeitet, um eine weitere Verbreitung zu ermöglichen.

Vorgehensweise-recosa

Darüber hinaus fördert das Projekt den Erfahrungsaustausch im Migrationsbereich zwischen Marokko, der Côte d’Ivoire, Mali und Senegal mit einer Kofinanzierung der Europäischen Union. Diese Maßnahme zur Süd-Süd-Kooperation hat zum Ziel, den Beitrag, den Migration zur Entwicklung der Länder leistet, zu verstärken, den Schutz von Migrantenrechten zu verbessern und legale Migration zu fördern. Sie wird gemeinsam von GIZ und Expertise France umgesetzt. 

Wirkung

130 Schlüsselakteure der unterschiedlichen Ministerien sowie der Gebietskörperschaften haben gelernt, Integrationsmaßnahmen besser zu planen und umzusetzen. Dank einer Kooperationsvereinbarung mit der marokkanischen Verwaltungshochschule ENSA wurden die Trainingsmodule im nationalen Lehrplan für Führungskräfte der öffentlichen Verwaltung verankert. 

Wirkungen-recosa

Migration wird als Querschnittsthema in mehreren Kommunen berücksichtigt, wie etwa in Oujda: Hier wurde das Thema in den kommunalen Aktionsplan aufgenommen. Dieser wurde gemeinsam mit unterschiedlichen Fachbereichen und der Zivilgesellschaft erarbeitet.

Die Sensibilisierung der lokalen Bevölkerung ist eine weitere Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration. Gemeinsam mit einer lokalen Nichtregierungsorganisation wurden beispielsweise 4.000 Jugendliche landesweit zu Vielfalt und Mobilität aufgeklärt. 

Ein gemeinsamer Aktionsplan der Maßnahme zur Süd-Süd-Kooperation wurde von Marokko, der Côte d’Ivoire, Mali und Senegal verabschiedet. Die in Marokko entwickelten Ansätze, wie auch jene aus den Partnerländern, fließen in diesen Süd-Süd-Austausch ein.