Unterstützung des Nationalpark- und Randzonenmanagements im Wilpattu Nationalpark

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung des Nationalpark- und Randzonenmanagements im Wilpattu-Nationalpark
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Sri Lanka
Politischer Träger: Ministry of National Policies and Economic Affairs, Ministry of Sustainable Development, Wildlife and Regional Development
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

Ausgangssituation

Während des Bürgerkrieges markierte der Wilpattu-Nationalpark im Nordwesten Sri Lankas über viele Jahre den Frontverlauf. Nach der Minenräumung wurde der Park 2009 wieder für Besucher geöffnet. Mit fast 130.000 Hektar gehört er zu den größten und ältesten Nationalparks des Landes. Der Wilpattu-Nationalpark ist für seine Leopardenpopulation bekannt.

Die Menschen in den Randzonen des Nationalparks sind in hohem Maße auf die verfügbaren natürlichen Ressourcen angewiesen und betreiben in der Regel Subsistenzlandwirtschaft. Andere Beschäftigungsmöglichkeiten sind in der Region rar. Durch illegalen Fischfang, Eingriffe in den Nationalpark und Wilderei sind die natürlichen Ressourcen im Nationalpark stark unter Druck geraten. So ist beispielsweise die Zahl der Migrationskorridore für Wildtiere zurückgegangen, so dass sich Menschen und Elefanten häufiger begegnen. Dies führt zu Ernteausfällen oder kostet sogar Menschenleben. Die Gesundheit der Einheimischen wird dadurch gefährdet, dass nicht genügend sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht.

Bisher gibt es keine stimmige Strategie für die Entwicklung des Nationalparks und seiner Randzonen. So findet nur in geringem Umfang ein partizipativer Dialog zwischen den srilankischen Behörden, den an den Nationalpark angrenzenden Gemeinden, der Zivilgesellschaft und der Privatwirtschaft statt.

Der Wilpattu-Nationalpark liegt an der nördlichen Grenze des historischen „Kulturdreiecks“ zwischen den Städten Anuradhapura, Polonnaruwa und Kandy und bietet ein großes Potenzial für die Entwicklung des Ökotourismus. Ebenso denkbar wäre eine Bewirtschaftung, bei der der Schutz der Biodiversität und eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung miteinander in Einklang gebracht werden. Da während des Bürgerkriegs genau an dieser Stelle die Front verlief, könnte der Nationalpark auch zu einem gesellschaftlichen Symbol der Versöhnung entwickelt werden. Verschiedene Ethnien und Kulturen haben ein gemeinsames Interesse am Schutz des Nationalparks. Dieses gemeinsame Interesse könnte dazu genutzt werden, den Kontakt und die Zusammenarbeit zwischen den entsprechenden Gruppen zu stärken, so dass eine gemeinsame Identität entsteht.

Ziel

Die notwendigen Voraussetzungen für eine sozial inklusive und nachhaltige Bewirtschaftung des Wilpattu-Nationalparks und seiner Randzonen sind gegeben.

Vorgehensweise

Das Projekt ist in drei Handlungsfeldern tätig:

Entwicklung eines Managementplans
Im Rahmen einer partizipativen Herangehensweise, in die alle Beteiligten (die Parkverwaltung, die lokale Bevölkerung sowie Vertreter der verschiedenen ethnischen Gruppen) gleichermaßen eingebunden werden, soll ein Managementplan entwickelt werden. Dadurch kommt es zu einem Dialog, durch den Vertrauen zwischen den Stakeholdern entstehen kann.
Die Ergebnisse der Diskussionen, die in dem bereits bestehenden örtlichen Planungsausschuss geführt werden, sowie der Konsultationen mit verschiedenen Stakeholdern bilden die Grundlage für den Managementplan. Darüber hinaus werden umfassende Analysen durchgeführt, beispielsweise eine sozioökonomische Studie, eine Studie zur genderbasierten Nutzung von natürlichen Ressourcen sowie eine Studie zur Biologie des Nationalparks. Diese Erhebung von Daten zu den sozialen, ökologischen und ökonomischen Rahmenbedingungen ist notwendig, um den Nationalpark künftig nachhaltig und konfliktsensibel bewirtschaften zu können.

Entwicklung der Stakeholder-Kapazitäten
Im Rahmen eines detaillierten Schulungsplans werden die Stakeholder auf die Umsetzung der Managementmaßnahmen vorbereitet. Dabei bauen die Schulungen auf den persönlichen Erfahrungen und dem Vorwissen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf. Dadurch, dass bereits Arbeitsbeziehungen zu anderen Nationalparks in der Region bestehen, ist gewährleistet, dass die Verwaltung des Wilpattu-Nationalparks von Anfang an auf bewährte Vorgehensweisen zurückgreifen kann.

Verbesserung der sozioökonomischen Situation der Bevölkerung
Das Projekt arbeitet daran, die Lebensbedingungen der lokalen Dorfgemeinschaften in den Randzonen zu verbessern. Dadurch soll eine vertrauensvolle Beziehung zur lokalen Bevölkerung aufgebaut und der konkrete Nutzen des Projekts vermittelt werden. Das Projekt sucht nach Lösungen für die häufigen Zusammenstöße zwischen Menschen und Elefanten im Bereich des Wilpattu-Nationalparks. In diesem Zusammenhang ist geplant, in zwei Gemeinden neuartige Zäune und Absperrungen zu errichten.
Um die Lebensgrundlagen der Menschen in den Randzonen zu verbessern, wird das Projekt eng mit den von der GIZ durchgeführten Projekten Berufliche Bildung im Norden und Osten Sri Lankas und KMU-Sektorentwicklung in Sri Lanka zusammenarbeiten. Zu den gemeinsamen Maßnahmen gehören die Verbesserung der bestehenden Infrastruktur für einen umweltfreundlichen Tourismus, die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Wildtierbehörden und dem Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe, die Unterstützung eines Berufsbildungszentrums für das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe sowie die Durchführung von fachlichen Schulungen zur Honigproduktion.
Damit die Bevölkerung künftig Zugang zu sauberem Trinkwasser hat, installiert das Projekt gemeinsam mit den srilankischen Behörden Trinkwasseraufbereitungsanlagen.

Wirkungen

  • Es wurde ein umfassender Konsultationsprozess mit den Menschen, die in den Randzonen des Parks leben, durchgeführt, und alle Konsultationsergebnisse sind in den Managementplan eingeflossen.
  • Um umfassende Erkenntnisse über die geschlechtsspezifische Nutzung der natürlichen Ressourcen zu gewinnen, wurden zudem Konsultationen mit in den Randzonen lebenden Frauen durchgeführt.
  • Eine sozioökonomische Analyse hat wichtige Daten für den Managementplan geliefert.
  • Um die Zahl der Zusammenstöße zwischen Menschen und Elefanten zu verringern, hat das Projekt zusammen mit srilankischen Wissenschaftlern neuartige Zäune und Absperrungen entwickelt, das an zwei Pilotstandorten errichtet werden sollen.
  • In vier Dörfern wurden Trinkwasseraufbereitungsanlagen errichtet, damit künftig sauberes Trinkwasser bereitgestellt werden kann. Dadurch sollen die chronischen Nierenerkrankungen bekämpft werden, von denen viele Menschen in den Randzonen des Nationalparks betroffen sind.
  • Im Rahmen einer Studienreise nach Indien hatten die Mitarbeiter des Department of Wildlife Conservation Gelegenheit, sich mit dem Aufbau und der Funktionsweise von Managementplänen vertraut zu machen.
  • Es wurden drei Korridore für die Migration von Wildtieren definiert, die eine ökologische Verbindung zwischen dem Wilpattu-Nationalpark und anderen Schutzgebieten gewährleisten sollen.