Dreieckskooperation Peru, Guatemala, Deutschland: Transparenz in der Rohstoffindustrie

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Dreieckskooperation Peru, Guatemala, Deutschland: Transparenz in der Rohstoffindustrie
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Guatemala (Empfängerland), Peru (Partnerland)
Politischer Träger: Guatemala: Secretaría de Planificación y Programación de la Presidencia (SEGEPLAN); Peru: Agencia Peruana de Cooperación Internacional (APCI)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2017

Ausgangssituation

Die globale Initiative zur Verbesserung der Transparenz in der Rohstoffindustrie (Extractive Industries Transparency Initiative, EITI) engagiert sich für mehr Finanztransparenz und Rechenschaftspflicht bei der Erfassung und Offenlegung von Einnahmen, die beim Abbau natürlicher Rohstoffvorkommen entstehen. Der Standard wird weltweit in rund 50 Ländern von Regierungen, in Zusammenarbeit mit Unternehmen und der Zivilgesellschaft, umgesetzt.

Peru hat bereits mehr als 10 Jahre lang Erfahrung mit der Umsetzung der Initiative gesammelt und ist seit 2012 als erstes Land auf dem amerikanischen Kontinent Mitglied der Initiative geworden. Guatemala hat den Mitgliedsstatus 2014 erhalten. Die zentralen Herausforderungen bei der Erfüllung des EITI-Standards sind die Vertretung der guatemaltekischen Zivilgesellschaft in der sogenannten Multiakteursgruppe – in der der Staat, Unternehmen und die Zivilgesellschaft vertreten sind und die für die Umsetzung der internationalen EITI-Standards in Guatemala verantwortlich ist – sowie die Institutionalisierung der notwendigen politischen und technischen Prozesse, um die Initiative umzusetzen.

Ziel

Die Umsetzungsprozesse der Initiative zur Verbesserung der Transparenz in der Rohstoffindustrie in Guatemala sind verbessert.

Vorgehensweise

Die GIZ unterstützt den Austausch zwischen EITI-Peru und EITI-Guatemala im Rahmen einer Dreieckskooperation durch Fach- und Methodenberatung. Damit EITI-Guatemala von den Erfahrungen und Erkenntnissen von EITI-Peru – angepasst an den eigenen Kontext – profitieren kann, unterstützt die GIZ die Umsetzung mehrerer Maßnahmen:

  • Beratung des guatemaltekischen EITI-Sekretariats und des Ministeriums für Energie und Bergbau zur Einhaltung nationaler Vorgaben und des internationalen EITI-Standards
  • Unterstützung der Zivilgesellschaft bei der Stärkung ihrer Organisationsstrukturen, der Bestimmung ihrer Vertreter in der EITI-Multiakteursgruppe und bei der Qualifizierung von Fachleuten, Organisationen und Netzwerken
  • Unterstützung der Regierung Guatemalas bei der Entwicklung von Mechanismen zur Teilnahme an der Multiakteursgruppe
  • Entwicklung einer Kommunikationsstrategie für EITI-Guatemala, um die Bevölkerung über die aus dem Rohstoffsektor generierten Einnahmen des Staates zu informieren
  • Unterstützung des Austausches unter Akteursgruppen aus Staat, Zivilgesellschaft und Unternehmen verschiedener Länder bei der Globalen EITI-Konferenz 2016 in Lima, Peru
  • Erfahrungsaustausch mit Honduras, das sich für einen EITI-Beitritt interessiert

Wirkungen

Mit den Erfahrungen und Erkenntnissen von EITI-Peru wurden mit Unterstützung der GIZ bisher folgende Wirkungen erzielt:

  • In Guatemala hat sich die gleichberechtigte Teilnahme des Staates, der Zivilgesellschaft und der Unternehmen an der Multiakteursgruppe durch den Erfahrungsaustausch und die Beratung verbessert.
  • Die guatemaltekische Zivilgesellschaft hat gemeinschaftlich interne Vorgaben zur Teilnahme an der EITI-Multiakteursgruppe formuliert und wendet sie an. Beteiligung und Repräsentativität der Zivilgesellschaft in der Transparenzinitiative haben sich dadurch verbessert.
  • Als Resultat technischer Fortbildung ist die Zivilgesellschaft in der Lage, eigene Vorschläge in der Multiakteursgruppe einzubringen.
  • Repräsentanten der Rohstoffunternehmen beteiligen sich an der Arbeit der Multiakteursgruppe.
  • EITI-Guatemala hat partizipativ einen Vorschlag für ein neues Regelwerk entwickelt, das Organisationsstruktur, Funktionsweisen und Prozesse der Multiakteursgruppe definiert. Ein Arbeitsplan wird zurzeit umgesetzt.
  • Die mehr als zehnjährige Erfahrung von EITI-Peru mit der Umsetzung der Transparenzinitiative wurde systematisiert und wird von Guatemala und weiteren Ländern als Vorlage für die Umsetzung eigener Prozesse genutzt. 

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