Unterstützung von Gemeinden und Regionen bei der Bewältigung von Migrationsauswirkungen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Management der Migrationsherausforderungen in Niger 
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Kofinanzier: Treuhandfonds für Afrika der Europäischen Union
Land: Niger
Politischer Träger: Ministère du Plan
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2021

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Ausgangssituation

Migration  spielt eine wichtige wirtschaftliche und kulturelle Rolle im Niger. Vor allem für die Gemeinden und Regionen des Landes stellen die Auswirkungen der Wanderungsbewegungen allerdings eine große Herausforderung dar. Der massive Durch-, Weg- und Zuzug von Menschen hat unter anderem Folgen für den Zugang der Menschen zu Bildung, Gesundheit und Trinkwasser. Zugleich beeinflusst er die wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten und den sozialen Zusammenhalt in den betroffenen Regionen.

Diesen Herausforderungen haben die Gemeinden und Regionen bisher wenig entgegenzusetzen. Dabei ergeben sich durch die Migration auch Potentiale, wie zum Beispiel der Zuzug qualifizierter Arbeitskräfte und Geldtransfers. Diese werden aber nur selten erkannt und genutzt. Es fehlt gewählten Gemeindevertretern und Verwaltungsmitarbeitern an ausreichend Fachkenntnissen. Informationen über die Auswirkungen von Migration vor Ort sind lückenhaft. Gleichzeitig mangelt es  den Gemeinden und Regionen an ausreichend qualifiziertem Personal und Finanzmitteln.

Ziel

Ausgewählte Gemeinden und Regionen sind in der Lage, die Auswirkungen der Migration auf lokale Entwicklung zu steuern und besser zu bewältigen. 

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Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet eng mit den Gemeinden und Regionen entlang der Migrationsrouten zusammen und beschäftigt sich mit den Themen Migration, lokale Entwicklung und Dezentralisierung. 

Um den Herausforderungen, die durch Migration entstehen, adäquat begegnen zu können, sind stichhaltige Informationen über die aktuelle Lage unerlässlich. Daher werden Gemeinde- und Regionalvertreter dabei unterstützt, ihren eigenen Kenntnisstand über die Auswirkungen der Migration auf ihre Gemeinde und Region kontinuierlich zu verbessern.

Hierzu haben 17 Gemeinden und drei Regionen mit Unterstützung des Vorhabens lokale Observatorien eingerichtet. Ihnen gehören Bürgermeister*innen, führende Gemeinde- und Regionalrät*innen sowie Vertreter*innen der Lokalverwaltungen, der Zentralregierung und der Zivilgesellschaft an. Als internes Beratungsinstrument unterstützen sie die Gemeinden und Regionen durchgehend bei der Informationsbeschaffung und Analyse der Auswirkungen von Migration. Hierauf aufbauend schlagen sie geeignete Entwicklungsmaßnahmen und Handlungsoptionen vor. 

Das Vorhaben unterstützt Kommunen und Regionen bei der Umsetzung dieser Handlungsoptionen. Im Fokus stehen insbesondere Infrastrukturprojekte in den Bereichen Wasser- und Gesundheitsversorgung sowie Bildung und Wirtschaft. Für die lokale Bevölkerung und Migrant*innen soll sich der Zugang zu diese öffentlichen Dienstleistungen verbessern. Gleichzeitig wird die Lokalwirtschaft gefördert.

Gemeinde- und Regionalvertreter*innen erhalten in Fortbildungen und Coachings zusätzliche Fachkenntnisse in den Bereichen Migration und lokale Entwicklungsplanung.

Das Vorhaben fördert außerdem den Austausch zwischen Ministerialbeamten des Landes und Vertretern der Gemeinden und Regionen.  Auf diese Weise können lokale Erfahrungswerte in die Ausarbeitung einer nationalen Migrationspolitik einfließen.

Der Treuhandfonds für Afrika der Europäischen Union (EUTF) unterstützt das Programm finanziell. Die Consultingfirma GFA setzt die genannten Fortbildungen um.

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Wirkung

16 lokale Observatorien mit 200 Mitgliedern sind in den Gemeinden und Regionen tätig. Jedes Observatorium analysiert regelmäßig die gesellschaftlichen Auswirkungen von Migration. Hierdurch entwickeln die Gemeindemitarbeiter*innen ihre eigene Expertise in diesem Bereich. Auf dieser Basis haben die Gemeinden und Regionen konkrete Handlungsoptionen erarbeitet. 

Bisher wurden zudem circa 630 Verwaltungsmitarbeiter*innen, Gemeinderät*innen und Mitglieder der Zivilgesellschaft im Rahmen von über 70 Fortbildungen weitergebildet. Sie konnten hierdurch zum Beispiel ihre Kenntnisse in den Bereichen Migration und Gender, Wirtschaftsentwicklung, Konfliktmanagement und Analyse- und Planungsmethoden vertiefen.

-Das Vorhaben setzt mit Partnergemeinden und Regionen 57 von den Observatorien identifizierte Entwicklungsmaßnahmen mit über 75 Baustellen um. Hierbei handelt es sich vor allem um den Bau von Gesundheitszentren, Trinkwassernetzen, Märkten und (Berufs-) Schulen, die Unterstützung von Kleinunternehmern sowie die Verbesserung von kommunaler Müllentsorgung. Über 150.000 Menschen profitieren von diesen Angeboten. Zudem wurden durch die Baumaßnahmen bisher circa 2.000 temporäre Arbeitsplätze geschaffen.

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