Unterstützung von Gemeinden und Regionen bei der Bewältigung von Migrationsauswirkungen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Management der Migrationsherausforderungen in Niger
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Kofinanzier: Treuhandfonds für Afrika der Europäischen Union
Land: Niger
Politischer Träger: Ministère du Plan
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

Ausgangssituation

Seine geografische Lage macht Niger zu einem bevorzugten Transitland für Migranten auf dem Weg nach Nordafrika und Europa. Vor allem die Stadt Agadez hat sich zum Drehkreuz entwickelt. Über 330.000 Migranten sind laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) 2016 durch die Region Agadez in Richtung Algerien und Libyen gereist. Die Mehrheit stammt aus Côte d‘Ivoire, Gambia, Guinea, Mali, Nigeria und Senegal.

Gleichzeitig ist die im Süden von Niger gelegene Region Zinder eine traditionelle Herkunftsregion für regionale Arbeitsmigration, vor allem nach Côte d‘Ivoire und Nigeria. Aufgrund fehlender Beschäftigungs- und Arbeitsmarktchancen sowie eines hohen Bevölkerungswachstums sehen sich immer mehr Nigrerinnen und Nigrer gezwungen, nach Algerien zu migrieren. Vor allem Frauen und Kinder arbeiten dort als Hausangestellte, Bettler oder Prostituierte und kehren nach einigen Wochen und Monaten in ihre Herkunftsregionen zurück.

Die Migrationsbewegungen wirken sich negativ auf nigrische Gemeinden entlang der Migrationsrouten aus. Einerseits wird die ohnehin schlechte Versorgung der Bevölkerung mit Basisdienstleistungen, wie Bildung, Gesundheit, Wasser, Nahrung und Energie, durch die durchreisenden Menschen zusätzlich erschwert. Andererseits schwächen die Veränderungen des Sozialgefüges und die Auswirkungen der oft illegalen Migrationswirtschaft den sozialen Zusammenhalt der Gemeinden.

Ziel

Ausgewählte Gemeinden und Regionen sind in der Lage, die Auswirkungen der Migration zu analysieren und darauf mit Entwicklungs- und Infrastrukturmaßnahmen zu reagieren.

Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet auf kommunaler, regionaler und nationaler Ebene. Im Zentrum steht die Verbesserung lokaler Regierungsführung im Kontext von Migration. Kofinanziert wird das Vorhaben durch den Treuhandfonds für Afrika der Europäischen Union.

Zunächst qualifiziert das Vorhaben die Gemeinden und Regionen dafür, die Auswirkungen der verschiedenen Migrationsphänomene auf die lokale Entwicklung zu analysieren. Auf dieser Basis formulieren und priorisieren die Gemeinden und Regionen bedarfsgerechte Entwicklungs- und Infrastrukturmaßnahmen, zum Beispiel den Ausbau von Schulen und Gesundheitszentren. Im Anschluss unterstützt das Vorhaben die Gemeinden und Regionen bei der Umsetzung der Maßnahmen.

Auf nationaler und regionaler Ebene fördert das Vorhaben den interinstitutionellen Dialog über Migration, die Herausforderungen und Bedarfe der Kommunen und Regionen sowie die Bedeutung von Migration für die Entwicklung des Landes. Erfahrungen mit dem Management der Auswirkungen von Migration in Gemeinden und Regionen fließen in diesen Prozess ein.