Unterstützung des Aufbaus von Ministerien und Verwaltungssystemen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung des Aufbaus der afghanischen Ministerien und Verwaltungssysteme auf nationaler und subnationaler Ebene
Auftraggeber: Auswärtiges Amt (AA)
Land: Afghanistan
Laufzeit: 2010 bis 2018

Afghanistan. Integrierte Fachkräfte unterstützen Fachministerien sowie wichtige Institutionen und Verwaltungen dabei, ihre Managementfähigkeiten zu steigern. © GIZ

Ausgangssituation

Krieg und Unruhen haben in Afghanistan nicht nur die Infrastruktur weitgehend zerstört, auch Wissen und Bildung sind in den vergangenen Jahrzenten verloren gegangen. Viele gut ausgebildete Führungs- und Fachkräfte sowie Akademikerinnen und Akademiker haben das Land verlassen. Klare Strukturen in der staatlichen Verwaltung fehlen ebenso wie Beschäftigungs- und Einkommenschancen für die Bevölkerung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ministerien und wirtschaftlichen Institutionen sind nicht ausreichend qualifiziert, um diesem Zustand aus eigener Kraft entgegenzuwirken.

Ziel

Hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte arbeiten als Integrierte und Rückkehrende Fachkräfte bei Arbeitgebern in Afghanistan. Verwaltungs- und Managementfunktionen afghanischer Ministerien und ausgewählter Institutionen sind gestärkt.

Vorgehensweise

Integrierte Fachkräfte sind hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte, die vom Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) auf Nachfrage an Arbeitgeber aus dem öffentlichen Dienst vermittelt werden. CIM ist eine Arbeitsgemeinschaft der GIZ und der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit. Die Fachkräfte arbeiten in einflussreichen Positionen und stärken durch ihre vielfältigen Kompetenzen die Verwaltungsstrukturen des Landes. Direkt vor Ort angestellt, genießen sie das Vertrauen der afghanischen Partner.

Der Return-of-Talents-Ansatz des Projekts wirkt der Abwanderung von Wissen entgegen. Afghanische Experten, die ihr Studium in Deutschland oder Europa absolviert haben, werden als Rückkehrende Fachkräfte von der GIZ unterstützt und in entwicklungspolitisch bedeutenden Positionen in afghanische Ministerien, Behörden oder Universitäten vermittelt.

Integrierte und Rückkehrende Fachkräfte unterstützen Fachministerien sowie wichtige Institutionen und Verwaltungsorgane dabei, ihre Managementfähigkeiten und administrativen Kompetenzen auszubauen. Sie arbeiten in Schlüsselpositionen für gute Regierungsführung, Sicherheit, Innen- und Außenpolitik, Wirtschaft, Transport, Bildung, höhere Bildung sowie Kultur und Medien. Sie geben ihr Know-how weiter, gewährleisten so einen nachhaltigen Wissenstransfer und spielen eine wichtige Rolle in der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Afghanistans. Die Vermittlung von Fachkräften fördert zudem den Dialog zwischen Afghanistan, Deutschland und internationalen Partnern.

Wirkungen

Mit Unterstützung einer Integrierten Fachkraft wurde die Ausbildung angehender Diplomaten durch ein Institut des afghanischen Außenministeriums an internationale Standards angepasst. Die Integrierte Fachkraft konnte außerdem dazu beitragen, dass die Kriterien für die Vergabe von Diplomatenstellen transparenter geworden sind und die Qualifikationen der Bewerberinnen und Bewerber im Mittelpunkt stehen. Darüber hinaus hat die Fachkraft den Masterstudiengang Internationale Beziehungen und Politikwissenschaft initiiert und so eine wichtige Grundlage für das Diplomatenstudium geschaffen.

Seit 2014 arbeitet eine Integrierte Fachkraft als Berater im Anti-Korruptionskomitee (Independent Joint Anti-Corruption Monitoring & Evaluation Committee, MEC). Er hat die Ermittlungen in einem Kabuler Bankskandal vorangetrieben und dazu beigetragen, dass das MEC bei diesem Thema mittlerweile erste Anlaufstelle für die Medien ist.

Im Finanzministerium laufen die Fäden zur Koordinierung von Hilfsgeldern zusammen. Eine Rückkehrende Fachkraft sorgt dort dafür, dass die Gelder effizient eingesetzt und Parallelstrukturen vermieden werden. Gleichzeitig wird damit die Transparenz bei der Verteilung von Entwicklungshilfe gesteigert.