Risikobasierter Nationaler Anpassungsplan

Projektkurzbeschreibung

Projektbezeichnung: Risikobasierter Nationaler Anpassungsplan (Risk-NAP)
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Thailand
Politischer Träger: Büro für natürliche Ressourcen, Umweltpolitik und Planung (ONEP) des Umweltministeriums (MoNRE); Abteilung für öffentlichen Bau, Stadt- und Landplanung (DPT) des Innenministeriums (MoI)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2019

Ausgangssituation

Thailand entwickelt seit 2015 einen Nationalen Anpassungsplan, weil zunehmend klimabedingte Schäden und Verluste drohen. Wichtige Anpassungsmaßnahmen sind zwar bereits in den bestehenden nationalen Klimarahmenplänen enthalten, es fehlen jedoch noch viele Detailinformationen zu Klimaveränderungen und Risiken sowie zu optimalen Anpassungsoptionen. Provinzen und Gemeinden haben Klimarisiken und erforderliche Anpassungen noch nicht konsequent genug in ihre Planungen integriert.

Ziel

Die risikobasierte Anpassungsplanung (NAP) ist in nationale und subnationale Planungsprozesse integriert. Thailands Anpassungsfähigkeit an die Risiken des Klimawandels ist gestiegen.

Vorgehensweise

Das Projektteam ermittelt mit den nationalen Projektpartnern sowie mit Partnern in vier Pilotgebieten zu erwartende zukünftige Klimaveränderungen und sozioökonomische Entwicklungen. Die Partner analysieren dann die entstehenden Klimarisiken für unterschiedliche Systeme und ermitteln die Widerstandsfähigkeit der betroffenen Regionen.

Aufbauend auf dieser Klimarisikoanalyse unterstützt das Projekt einen partizipativen Prozess zur Entwicklung des Nationalen Anpassungsplans. Dabei arbeitet das Projektteam darauf hin, dass Verantwortliche aus unterschiedlichen Bereichen koordiniert zusammenarbeiten. Es berät die Partnerinstitutionen darüber hinaus dabei, erforderliche Anpassungen in die Entwicklungsplanung zu integrieren, entsprechende Budgets vorzusehen, sowie die Anpassungen quantitativ nachzuhalten und zu bewerten.

Die Ergebnisse der Klimarisikoanalyse und die im Nationalen Anpassungsplan definierten Prioritäten sollen nachfolgend in nationale Strategien für die unterschiedlichen betroffenen Themengebiete wie beispielsweise Energie, Umwelt oder Wasser, eingehen. Auf regionaler und kommunaler Ebene arbeiten die Partner die Ergebnisse der Klimarisikoanalyse in die Planungen der jeweiligen Pilotgebiete ein. Das Vorhaben unterstützt seine Partner auch, nationale und internationale Finanzierungsinstrumente an die Erfordernisse des Nationalen Anpassungsplans zu adaptieren.

Wirkung

Eine nationale Analyse für Gefährdungen durch den Klimawandel liegt vor. Darauf aufbauend entstand ein erster Entwurf des Nationalen Anpassungsplans, der für Thailand relevante Klimaveränderungen darstellt und die potenziellen Auswirkungen auf sechs vorrangige Sektoren analysiert. Dabei handelt es sich um die Sektoren Landwirtschaft, Gesundheit, Siedlung- und Stadtentwicklung, natürliche Ressourcen, Tourismus und Wasser. Der Entwurf des nationalen Anpassungsplans zeigt Prioritäten in der Anpassung an den Klimawandel auf und stellt mögliche Anpassungsmaßnahmen zusammen. Anpassungsmaßnahmen, die in der Vergangenheit erfolgreich durchgeführt wurden, sind in einer neu entwickelten Datenbank erfasst und dienen als Referenz für geplante Neuvorhaben.

Ein umfassender Konsultationsprozess mit Fachexperten und der Öffentlichkeit hat Schwachstellen dieses Entwurfs identifiziert und ein gemeinsames Verständnis für den weiteren Entwicklungsprozess geschaffen. Kern des Prozesses ist es, für die sechs Sektoren des Nationalen Anpassungsplans Klimarisiken zu definieren und zu quantifizieren. Diese Klimarisiken sollen dann den spezifischen Entwicklungszielen eines jeden Sektors gegenübergestellt werden. Klimarisiken werden so direkt mit den Entwicklungszielen verbunden. Dadurch lassen sich Maßnahmen zur Reduzierung der Klimarisiken und zur Steigerung der Widerstandskraft gegen den Klimawandel leichter identifizieren und in die Entwicklungsplanung integrieren.

Das Projektteam hat die Klimarisiken und Entwicklungsziele für alle Sektoren in nationalen Klimaschutz-Wirkungsketten dargestellt. Diese Wirkungsketten zeigen detailliert auf, wie sich bestimmte Änderungen des Klimas auf einen konkreten Sektor auswirken. Die Wirkungsketten haben bereichsübergreifend Experten aus verschiedenen Ministerien, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft erarbeitet. Sie haben übergreifende Themen diskutiert, Synergiepotenziale identifiziert und die Koordinierung zwischen allen Beteiligten hat sich verbessert.

Diese Wirkungsketten werden in einem nächsten Arbeitsschritt auch für die Regionen und Kommunen der Pilotgebiete erarbeitet. So können hier spezifische Klimarisiken quantifiziert und Anpassungsmaßnahmen definiert werden. Auch in den Pilotregionen ist die Integration der Anpassungsmaßnahmen in die Entwicklungsplanung das Ziel. Das Projekt hat daher zwischen dem Umweltministerium, Bereich Klimaschutz und dem Innenministerium, Bereich Raumordnung und Stadtplanung, eine regelmäßige Arbeitsbeziehung etabliert und die Kooperation der Ministerien damit verbessert. Umwelt- und Innenministerium haben ein gemeinsames Konzept zur Aufnahme von Klimarisiken in die Planungs- und Politikinstrumente für Provinzen und Kommunen vereinbart.