Afghanistan: Basir Sowida, Unternehmer

Basir Sowida ist Hühnerwirt in Afghanistan. Seit fünf Jahren betreibt der junge Mann eine eigene Hühnerfarm in Mazar-e Sharif. Er hat sich damit einen Traum erfüllt. Unterstützt wird er dabei von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, die im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Afghanistan aktiv ist. Die GIZ schult Landwirte wie Sowida sowie Händler und Produzenten in Sachen Technik, Organisation und Betriebswirtschaft. Ein Ziel der Weiterbildungen ist es, die Qualität der landwirtschaftlichen Produkte zu verbessern. Und: Sie sollen im eigenen Land weiterverarbeitet werden. So entstehen nicht nur Jobs, mit weiterverarbeiteten Produkten lässt sich auch mehr Geld verdienen. Sowida ist einer von inzwischen 16.000 Afghanen, die von der Unterstützung profitiert haben.

Wie hat sich ihr Leben verändert?

Bevor ich mit der Hühnerfarm anfing, habe ich Wirtschaftswissenschaften studiert. Als ich mit dem Studium fertig war, kamen die Taliban nach Mazar-e Sharif, deshalb bin ich fortgegangen, nach Europa. Sieben Jahre war ich in England. Dort habe ich auch in der Geflügelproduktion gearbeitet und viel gelernt. Ich wollte aber zurück nach Afghanistan. Was ich in Europa gelernt habe, kann ich auch in meiner Heimat einsetzen.

Was bedeutet Ihnen die Arbeit als Hühnerwirt?

Die Arbeit mit meinen Freunden auf der Hühnerfarm macht mich glücklich – ich habe meinen Traum verwirklicht. Wir haben mit der GIZ einen neuen Weg beschritten. Wir arbeiten nun seit etwa zwei Jahren zusammen – und es macht mir Mut.

Wie unterstützen Sie andere?

Als ich nach Afghanistan zurückkam, wollte ich unbedingt eine Firma gründen. Ich wollte selbst Geld verdienen, aber auch Arbeit für andere schaffen. Ich habe mit zwei Mitarbeitern begonnen, und jetzt sind sechs Personen hier tätig. Ich habe Freunden und Bekannten geraten, sich selbstständig zu machen. Das haben sie getan. Sie haben mit kleinen Betrieben mit nur hundert Hühnern angefangen. Und mit der Zeit stockten sie auf vier- bis fünftausend Hühner auf, genau wie ich.

Was sind die größten Schwierigkeiten und wie gehen Sie mit Ihnen um?
Leider müssen wir uns hier in Afghanistan mit einigen Problemen herumschlagen. Noch wollen zu wenige Menschen unser Hühnerfleisch kaufen - wir müssen unbedingt mehr Werbung dafür machen. Und trotzdem ist es schon viel besser als früher. Vor ein paar Jahren galt weißes Fleisch wie Hühnerfleisch noch als schädlich, die Leute haben nur rotes Fleisch gegessen. Auch an unseren Stallungen muss noch einiges getan werden. Unser Vorteil ist, dass wir genossenschaftlich organisiert sind und täglich zusammen arbeiten. Und wir behaupten uns auf dem Markt.

Was erwarten Sie von der Zukunft?

Glücklicherweise wird mein Geschäft von Tag zu Tag besser. Ich baue gerade eine weitere Farm auf. Mit der Hilfe der GIZ werden die Pläne nach und nach umgesetzt. Sie unterstützt mich, mit ihrer Hilfe kann ich neue Technik einführen. Außerdem möchten wir weiter expandieren.


        
    
Basir Sowida ist Hühnerwirt in Afghanistan.

        
    
Ein Hühnerstall in Mazar-e Sharif

        
    
Basir Sowida versorgt seine Tiere. Inzwischen besitzt er 5000 Hühner.

        
    
Ein Mitarbeiter Sowidas hängt einen Futtertrog für die Tiere auf. Wie man eine Hühnerfarm betreibt, lernte Sowida während eines Aufenthaltes in Europa.

        
    
Mit seinem Unternehmen hat der Betriebswirt für Beschäftigung vor Ort gesorgt. Auch einige seiner Bekannten hat er motiviert, sich selbstständig zu machen.

        
    
Der junge Betriebswirt expandiert - eine weitere Farm ist schon in Bau.

GIZ weltweit

Leistungsangebote, Projektsteckbriefe

Weitere Informationen