Schulbildung in Afghanistan fördern

Projektkurzbeschreibung

Projektbezeichnung: Stärkung der von Deutschland geförderten Schulen in Kabul (SGS)
Auftraggeber: Auswärtiges Amt (AA)
Land: Afghanistan
Politischer Träger: Ministerium für Bildung
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2020

Ausgangssituation

Noch nie in der Geschichte Afghanistans besuchten so viele Kinder und Jugendliche die Schule. Unterrichts- und Schulqualität sind oft jedoch noch unzureichend. Unter anderem beim Unterricht in den allgemeinbildenden und berufsvorbereitenden Fächern, in den Fremdsprachen und im Schulmanagement gibt es Verbesserungsbedarf. Das Lehrpersonal ist meist mangelhaft ausgebildet, die Unterrichtszeiten sind zu kurz und entfallen im Winter ganz. Darüber hinaus fehlen moderne Lehrmaterialien und Schulgebäude.

Die nationale Bildungsstrategie der afghanischen Regierung sieht Modellschulen vor, in denen besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden sollen. Die Schulen dienen auch der Orientierung für die Entwicklung afghanischer Schulen in anderen Provinzen des Landes.

Ziel

Die Grundlagen für den Ausbau von drei Schulen in Kabul zu Modellschulen sind gestärkt. 

Vorgehensweise

Um die Bildung afghanischer Kinder und Jugendlicher kontinuierlich zu verbessern, unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Auswärtigen Amtes seit 2014 die Weiterentwicklung der Amani-Schule, der Aische-i-Durani-Schule sowie des Lycée Jamhuriat in Kabul. 

Der Fokus des Vorhabens liegt insbesondere auf der Verbesserung des Schulmanagements und der Optimierung schulischer Prozesse. Hierfür werden Trainings und Organisationsentwicklungsmaßnahmen angeboten. Durch die Bereitstellung von Laborräumen und -materialien sowie Schulbüchern und an das Internet angeschlossener Computer verbessert das Vorhaben die Unterrichtsqualität an den Schulen. Dies gilt vor allem für die sogenannten MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Darüber hinaus qualifiziert das Vorhaben das Lehrpersonal in fachlichen und didaktischen Weiterbildungen und erweitert die Infrastruktur, beispielsweise durch die Installation einer Küche und Heizungsanlagen, damit ein Ganztages- beziehungsweise Ganzjahresunterricht möglich ist.

Wirkungen

Verbesserung des Schulmanagements: Die Teilnehmenden an Trainings und Beratungen haben die Fähigkeiten erworben, die in den Schulen eingeführten Verbesserungen fortzuführen. Entsprechende finanzielle und organisatorische Eigenbeiträge des afghanischen Partners (Vergütung der Mehrarbeit von Lehrkräften, Instandhaltung technischer Anlagen) sind dabei eine wesentliche Voraussetzung. 

Verbesserung der Unterrichtsqualität: Die Unterrichtszeit der Schulen hat sich durch die Umstellung auf Ganztagsbetrieb erhöht. Neue Heizungsanlagen ermöglichten es, die Schulen im Jahr 2017 erstmals das ganze Jahr geöffnet zu halten. Neue außerschulische Angebote wie Kunst und Musik fördern Kreativität und Gesundheit der Schülerinnen und Schüler und erhöhen den schulischen Erfolg.
Alle drei Schulen nehmen Kinder mit besonders hohem Leistungspotential nach Abschluss der Primastufe auf. Ein neues Auswahlverfahren nach internationalen Standards wurde hierzu im Januar 2017 erstmals angewendet und seither fortgesetzt.

Qualifizierung des Lehrpersonals: Internationale Trainer*innen haben bislang 240 Lehrende in Didaktik und gewaltfreier Erziehung weitergebildet. 22 Lehrer*innen haben ihr Wissen im Fach Mathematik vertieft; 50 weitere Lehrkräfte konnten an Fortbildungen in Chemie und Biologie teilnehmen. Fortbildungen in den Fächern Physik, English und Deutsch wurden umgesetzt. Englisch ist als erste Fremdsprache im Unterrichtsplan der Schulen inzwischen verbindlich verankert.

Verbesserung der Infrastruktur: Die technischen Voraussetzungen für einen funktionierenden Ganztagsbetrieb wurden an der Amani-Schule und der Aische-i-Durani-Schule eingerichtet. Das Lycée Jamhuriat arbeitet im Ganztagsbetrieb. Das Projekt hat die Instandsetzung bestehender Infrastruktur und notwendige Reparaturen finanziert. Bei den beiden Mädchenschulen konnten neu errichtete Sporthallen eingeweiht werden, an der Amani-Schule ein modernes Fußballfeld. In gut ausgestatteten Computerräumen werden die Schüler*innen mit modernen Arbeitstechniken vertraut gemacht und erhalten Informatikunterricht.

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