Schulförderung

Projektkurzbeschreibung

Projektbezeichnung: Stärkung der von Deutschland geförderten Schulen in Kabul (SGS)
Auftraggeber: Auswärtiges Amt (AA)
Land: Afghanistan
Politischer Träger: Ministerium für Bildung; Fachministerium für berufliche Bildung
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2018

Ausgangssituation

Noch nie in der Geschichte Afghanistans besuchten so viele Kinder und Jugendliche die Schule. Unterrichts- und Schulqualität sind oft jedoch noch unzureichend. Unter anderem beim Unterricht in den allgemeinbildenden und berufsvorbereitenden Fächern, im Fremdsprachenunterricht und im Schulmanagement gibt es Verbesserungsbedarf. Das Lehrpersonal ist meist unzulänglich ausgebildet, die Unterrichtszeiten sind zu kurz und entfallen im Winter ganz. Darüber hinaus fehlen moderne Lehrmaterialien und Schulgebäude.

Ziel

Die Unterrichtsqualität und das Management an den drei von Deutschland unterstützten Schulen sind nachhaltig verbessert.

Vorgehensweise

Die nationale Bildungsstrategie der afghanischen Regierung sieht Modellschulen vor, in denen besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden sollen. Die Schulen dienen auch der Orientierung für die Entwicklung afghanischer Schulen in anderen Provinzen des Landes.

Um die Bildung afghanischer Kinder und Jugendlicher kontinuierlich zu verbessern, unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Auswärtigen Amtes seit 2014 die Weiterentwicklung der Amani- und Aische-i-Durani-Schule sowie des Lycée Jamhuriat in Kabul. Im Mittelpunkt stehen:

  • Verbesserung des Schulmanagements
    Die Nichtregierungsorganisation „Afghan Education for Excellence Organisation“ (AEFEO) wurde nach afghanischem Recht neu gegründet und 2016 von den Behörden anerkannt. Sie unterstützt die drei Schulen dabei, ihr Schul- und Finanzmanagement zu strukturieren, zu verbessern und neue Konzepte zu entwickeln. Außerdem verwaltet sie sämtliche zusätzliche Finanzmittel, die Auszahlung von Gehaltszuschlägen für qualifizierte Lehrkräfte, sowie das Gebäudemanagement.
  • Verbesserung der Unterrichtsqualität
    Vor allem bei den sogenannten MINT-Fächern, Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, wollen die drei Schulen zukünftig Vorbilder sein. Dafür haben sie neue Laborräume und -materialien, Schulbücher sowie internetfähige Computer erhalten.
  • Qualifizierung des Lehrpersonals
  • Verbesserung der Infrastruktur

Wirkungen

Verbesserung des Schulmanagements. Die Schulleitungen setzen das Entwicklungskonzept der, mit Unterstützung der GIZ gegründeten, Nichtregierungsorganisation AEFEO erfolgreich um. Sie wurden dazu von internationalen Experten zu Schulmanagement und -entwicklung fortgebildet.

Verbesserung der Unterrichtsqualität. Die Unterrichtszeit der Schulen ist durch die Umstellung auf Ganztagsbetrieb erhöht. Durch neue Heizungsanlagen sind die Schulen 2017 erstmals das ganze Jahr geöffnet. Neue extracurriculare Angebote wie Kunst und Musik fördern Kreativität und Gesundheit der Schülerinnen und Schüler und erhöhen den schulischen Erfolg.

Alle drei Schulen werden zukünftig Kinder mit besonders hohen Leistungen nach Abschluss der Primastufe aufnehmen. Ein neues Auswahlverfahren nach internationalen technischen Standards wurde im Januar 2017 erstmals angewendet.

Qualifizierung des Lehrpersonals. Internationale Trainer haben bislang 240 Lehrende in Didaktik und gewaltfreier Erziehung weitergebildet. 22 Lehrerinnen und Lehrer haben ihr Wissen im Fach Mathematik vertieft; 50 weitere Lehrkräfte konnten an Fortbildungen in Chemie und Biologie teilnehmen. Fortbildungen in den Fächern Physik, English und Deutsch werden im Laufe des Jahres 2017 umgesetzt. Englisch ist seit Beginn des Schuljahres 2017 als erste Fremdsprache im Unterrichtsplan der Schulen verbindlich verankert.

Verbesserung der Infrastruktur. Für einen funktionierenden Ganztagsbetrieb werden an der Amani- und der Aische-i-Durani-Schule Kantinen eingerichtet. Das Lycée Jamhuriat arbeitet im Ganztagsbetrieb. Das Projekt hat die Instandsetzung bestehender Infrastruktur und notwendige Reparaturen finanziert. Im Sommer 2016 konnten an den beiden Mädchenschulen neu errichtete Sporthallen eingeweiht werden. In gut ausgestatteten Computerräumen werden die Schüler und Schülerinnen mit modernen Arbeitstechniken vertraut gemacht und können Informatikunterricht erhalten.