Deutsch-Algerische Energiepartnerschaft

Projektkurzbezeichnung

Bezeichnung: Deutsch-Algerische Energiepartnerschaft
Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)
Land: Algerien
Politischer Träger: Energieministerium der Demokratischen Volksrepublik Algerien
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2022

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Ausgangssituation

Die Deutsch-Algerische Energiepartnerschaft wurde 2015 mit Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung geschlossen. Die Energiepartnerschaft ist die zentrale Plattform für den institutionalisierten energiepolitischen Dialog zwischen Deutschland und Algerien. Sie zielt sowohl darauf ab, einen Beitrag zur globalen Energiewende zu leisten, als auch die algerischen Fortschritte beim Ausbau erneuerbarer Energien zu unterstützen. Algerien besitzt ein hohes Potenzial an erneuerbaren Energien, vor allem an Solar- und Windenergie. Gegenwärtig ist der Anteil an erneuerbaren Energien noch gering. Um eine nationale Energiepolitik für umweltverträgliche Energieversorgung zu entwickeln und umzusetzen, nutzt Algerien die Erfahrungen der deutschen Energiewende.

Das Vorhaben zur Unterstützung der Deutsch-Algerischen Energiepartnerschaft ist Teil des Globalvorhabens „Unterstützung Bilateraler Energiepartnerschaften in Entwicklungs- und Schwellenländern“. Die GIZ unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) bei der Umsetzung und konzeptionellen Weiterentwicklung der Energiepartnerschaften (EP) mit Algerien, Brasilien, Chile, China, Jordanien, Indien, Marokko, Mexiko, Südafrika und Tunesien. Zudem unterstützt die GIZ dabei, neue Dialogstrukturen mit weiteren Entwicklungs- und Schwellenländern aufzubauen.

Ziel

Algerien baut eine umweltverträgliche Energieversorgung auf und setzt dabei auf erneuerbare Energien und effiziente Energietechnologien. Ein Schwerpunkt ist es, die regulatorischen Rahmenbedingungen zur Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz zu schaffen.

Vorgehensweise

Kooperations- und Themenfelder der Energiepartnerschaft sind unter anderem:

  • Ausbau und Netzintegration von erneuerbaren Energien
  • Etablierung von Fördermechanismen für erneuerbare Energien
  • Stärkung der Energieeffizienz in der Industrie
  • Makroökonomische Modellierung langfristiger Energieszenarien

Verantwortlich für die Strategie der Energiepartnerschaft ist ein Steuerungsgremium unter Leitung des BMWi und des algerischen Energieministeriums. Vertreter*innen der Regierungen und staatlicher Energiebehörden nehmen an der Partnerschaft teil. Zu den Themen erneuerbare Energien und Energieeffizienz wurden zwei Arbeitsgruppen eingerichtet. Diese sind offene Gremien, an denen Akteure aus Wirtschaft, Forschung sowie von Vereinen und Initiativen teilnehmen und ihre Projekte einbringen können.

Weitere zentrale Akteure sind:

  • Auswärtiges Amt (AA)
  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
  • Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
  • Elektrizitäts- und Gasregulierungskommission CREG
  • Staatliche Energieversorgungskonzerne Sonatrach und Sonelgaz

Mit Unterstützung der GIZ wurden zwei ständige Sekretariate mit Sitz in Algier und Berlin eingerichtet. Sie dienen den Akteuren als erste Anlaufstelle und Informationsplattform für die Aktivitäten der Energiepartnerschaft.

Wirkungen

  • Regelmäßige Treffen des Steuerungsgremiums sowie der Arbeitsgruppen ermöglichen einen politischen Dialog zwischen deutschen und algerischen Entscheidungsträger*innen. Höhepunkt des Austauschs ist der jährliche deutsch-algerische Energietag, wo internationale Energiepolitiken und Wege der algerischen und der deutschen Energiewende diskutiert werden.
  • Auf den Sitzungen des Lokalen Wirtschaftsbeirats zur Energiepartnerschaft werden zentrale Fragestellungen deutscher Unternehmen im algerischen Energiebereich identifiziert, erörtert und danach in den Dialog mit den Institutionen der algerischen Energiewirtschaft eingebracht. Der Wissensstand über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Energiewende wird durch weitere Formate der Energiepartnerschaft unterstützt, wie zum Beispiel der Ausarbeitung von Studien oder der Durchführung von Strategieworkshops.
  • Studienreisen algerischer Delegationen nach Deutschland ermöglichen einen Erfahrungsaustausch zu spezifischen Themen und tragen zu einer dynamischen Partnerschaft bei. So reiste beispielsweise eine Delegation nach Frankfurt, um sich mit deutschen Institutionen und Unternehmen über Netzintegration erneuerbarer Energien auszutauschen und von deren Erfahrungen zu profitieren. Weitere Studienreisen zu Themen wie „Förderung der Energieeffizienz in der algerischen Wirtschaft“ und „Makroökonomische Modellierung von Energieszenarien“ wurden ebenfalls erfolgreich unternommen.
Ulrike Knotz H.E. Fathma-Zohra Cherfi_Energietag