Zugang zu Gesundheitsversorgung, Wasser und öffentlichen Dienstleistungen für Binnenvertriebene und lokale Bevölkerung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Verbesserung des Zugangs zu sozialen Basisdienstleistungen für Binnenvertriebene und lokale Bevölkerung in zentralen Aufnahmeregionen im Jemen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Jemen
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

Jemen. Bereitstellung von Trinkwasser in einer Schule. © GIZ

Ausgangssituation

Im Jemen herrscht seit März 2015 Krieg. Der international anerkannte Präsident Abdu Rabbu Mansur Hadi lebt seitdem im saudi-arabischen Exil. Die Huthi-Bewegung, Ansar Allah, übt über weite Teile des Landes militärische Kontrolle aus. Seit 2015 führt eine von Saudi-Arabien geleitete Militärallianz Luftschläge gegen den Jemen, mit massiven Folgen für die Zivilbevölkerung. Große Teile der zivilen Infrastruktur sind beschädigt oder zerstört. 2,9 Millionen Menschen mussten laut den Vereinen Nationen vor den Kämpfen fliehen und sind nun Binnenvertriebene. 17 Millionen Jemeniten leiden Hunger, 19 Millionen sind von humanitärer Hilfe abhängig. Millionen Menschen haben kaum oder keinen Zugang zu sauberem Wasser, Sanitär- und Gesundheitseinrichtungen. Die zum Wiederaufbau nötigen lokalen Verwaltungsstrukturen sind durch den Konflikt nicht mehr funktionsfähig. Die Zivilgesellschaft kann sich nur unzureichend organisieren.

Ziel

Der Zugang zu Gesundheits- und Wasserversorgung sowie sozialen Dienstleistungen für Binnenvertriebene und für die lokale Bevölkerung in aufnehmenden Gemeinden ist verbessert.

Jemen. Fußballturnier zwischen zwei Schulmannschaften. © GIZ

Vorgehensweise

Das Vorhaben verbessert den Zugang zur Gesundheits- und Trinkwasserversorgung sowie zu sozialen Dienstleistungen in den vom Konflikt stark betroffenen Regionen Ibb und Taiz. Es hilft, die Lebenssituation der besonders bedürftigen Bevölkerung in den aufnehmenden Gemeinden sowie der dort lebenden Binnenvertriebenen gleichermaßen zu verbessern. Gleichzeitig stärkt das Vorhaben die Leistungsfähigkeit der lokalen Verwaltung und anderer lokaler Organisationen.

Gemeinsam mit lokalen Partnern werden in den konfliktbedingt schwer zugänglichen Gemeinden bedarfsorientierte Kleinmaßnahmen in drei Handlungsfeldern durchgeführt:

  1. Um die Gesundheitsversorgung der lokalen Bevölkerung und der Binnenvertriebenen zu verbessern, werden Gesundheitszentren wieder in Betrieb genommen. Dazu werden Gebäude renoviert oder medizinisches Gerät bereitgestellt. Zudem werden medizinisches Personal oder freiwillige Helfer fortgebildet.
  2. Wasser- und Sanitärversorgung sowie die Hygieneaufklärung werden verbessert. Ein Schwerpunkt der Maßnahmen ist es, sauberes Trinkwasser bereitzustellen, so werden Brunnen instand gesetzt oder Wasserfilter verteilt.
  3. Das Vorhaben stärkt die lokale Verwaltung und die Zivilgesellschaft darin, soziale Dienstleistungen anzubieten. Zum Beispiel werden Schulen darin unterstützt, außerhalb des Unterrichts Aktivitäten für Kinder anzubieten. Sie ermöglichen es, dass sich die Kinder, beispielsweise in sportlichen Wettkämpfen, friedlich begegnen, um den Kriegserlebnissen positive Alltagserfahrungen entgegenzusetzen.

Das Projekt ist Teil der BMZ Sonderinitiative „Fluchtursachen mindern, Aufnahmeregionen stabilisieren, Flüchtlinge unterstützen“. Die geförderten Maßnahmen kommen Flüchtlingen und aufnehmenden Gemeinden gleichermaßen zugute. Langfristig mindern sie durch ihren nachhaltigen Ansatz strukturelle Fluchtursachen wie soziale Ungleichheit oder Perspektivlosigkeit. Dieses Projekt verbessert den Zugang zu Wasser, sanitären Einrichtungen und Gesundheitseinrichtungen für die jemenitische Bevölkerung.

Wirkungen

Gesundheit. 48 Personen konnten für den Umgang mit Infektionskrankheiten wie Cholera fortgebildet werden. Darunter waren freiwillige Gesundheitshelfer aus der Gruppe der Binnenvertriebenen. Mehr als 2.000 Personen bekamen Aufklärungsmaterial, um besser gegen Epidemien, beispielweise gegen die sich besonders schnell verbreitende Cholera, gewappnet zu sein. Außerdem konnte ein Gesundheitszentrum in Ibb mithilfe des Vorhabens seine Arbeit wiederaufnehmen. Mehr als 25.000 Personen, darunter über 1.000 Binnenvertriebene, im Einzugsgebiet des Gesundheitszentrums erhielten dadurch Zugang zu Basisgesundheitsdienstleistungen.

Wasser- und Sanitärversorgung. 22 Schulen in Taiz wurden mit Wassertanks ausgestattet. Auf diese Weise haben über 6.000 Kinder, von denen circa 1.385 zu den Vertriebenen gerechnet werden können, Zugang zu sauberem Wasser. 1.500 Haushalte erhielten Wasserfilter und Hygienekits, zusammen mit Trainings für häusliche Hygienemaßnahmen. Rund 10.500 Personen können somit eigenständig sauberes Trinkwasser herstellen.

Soziale Dienstleistungen. Über eine lokale Organisation wurde ein Fußballprojekt durchgeführt. Rund 3.000 Schüler von 12 Schulen aus Taiz und Ibb nahmen dabei an einem Turnier teil. Zugleich wurden die teilnehmenden Schulen mit Schulbänken ausgestattet.

Jemen. Fortbildung von medizinischem Personal zum Umgang mit Infektionskrankheiten. © GIZ