Verbesserung der psychosozialen Unterstützungsangebote in jordanischen Aufnahmegemeinden

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Psychosoziale Unterstützung und Traumaarbeit in Jordanien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Rahmen der Sonderinitiative „Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren“
Land: Jordanien
Politischer Träger: Jordanisches Gesundheitsministerium
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

Fachübergreifender Dialog

Ausgangssituation

Mit der Agenda 2030 und eigenen nationalen Strategien hat sich die jordanische Regierung dazu verpflichtet, die psychische Gesundheit und die psychosozialen Unterstützungsleistungen in den Aufnahmegemeinden mit syrischen Geflüchteten zu verbessern. Zu den Strategien gehören der jordanische Reaktionsplan zur Bewältigung der Syrienkrise (2020), die nationale Strategie zur Förderung der psychischen Gesundheit von 2011 und der nationale Aktionsplan für psychische Gesundheit und Substanzgebrauch (2018-2021). Das Gesundheitssystem ist jedoch kaum in der Lage, den hohen Bedarf an professionellen Dienstleistungen zu decken. Das gilt sowohl für die staatlichen Gesundheitszentren als auch für gemeindebasierte Organisationen.

Ziel

Die psychosozialen Unterstützungsleistungen, die von staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren angeboten werden, sind sowohl umfangreicher als auch von höherer Qualität.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben baut die Leistungsfähigkeit auf und aus, mit der eine psychosoziale Unterstützung für syrische Geflüchtete und jordanische Aufnahmegemeinden sichergestellt werden kann. In Weiterbildungsmaßnahmen erlangt das Personal des Gesundheitssystems mehr Wissen und bessere Fähigkeiten, um Frauen, Männer und Kinder genauer zu versorgen.

Für die staatlichen Gesundheitszentren in Sahab, Mafraq und Zarqa hat das Vorhaben gemeinsam mit seinen Partnern eine Strategie zur Nachhaltigkeit des psychosozialen Dienstleistungsangebotes erarbeitet. Damit das Personal im Gesundheitssystem angesichts der hohen Belastungen gesund bleibt, werden Intensivkurse zur Personal- und Selbstfürsorge angeboten. Zudem baut das Vorhaben Unterstützungsgruppen in den Gesundheitszentren aus, in denen Teilnehmende von den Erfahrungen anderer und gegenseitiger Hilfestellung profitieren.

Innerhalb des Gesundheitsministeriums wurde speziell dafür ein Zentrum zur Personal- und Selbstfürsorge eingerichtet. Die gemeindebasierten Organisationen, die in Zarqa, Mafraq und Sahab psychosoziale Dienstleistungen anbieten, erhalten aufeinander abgestimmte Trainings, in denen die Teilnehmenden in persönlichen, fachlichen und organisatorischen Kompetenzen geschult werden.

In fachübergreifenden Dialogveranstaltungen mit Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft sowie aus Initiativen und Vereinen wird das Bewusstsein für psychosoziale Themen geschärft. Dazu zählen zum Beispiel psychosoziale Angebote für Menschen mit Einschränkungen oder für Frauen, die Opfer von Gewalt wurden.

Das Projekt hat gemeinsam mit der University of Jordan in Amman und der Yarmouk University in Irbid Hochschulbildungsangebote zum Thema gemeindebasierte psychosoziale Unterstützung entwickelt. Die Weiterbildungen konzentrieren sich darauf, die psychosozialen Fähigkeiten von Hochschulabsolvent*innen und Fachkräften zu stärken. Zu den Teilnehmenden zählen beispielsweise Ärzt*innen, Krankenschwestern und Krankenpfleger, Sozialarbeiter*innen und Schulberater*innen, die in den Aufnahmegemeinden arbeiten.

Verleihung der Zertifikate an der Yarmouk Universität
  • In Zusammenarbeit mit dem Vorhaben bieten die Yarmouk University und die University of Jordan jedes Jahr akademische Weiterbildungen zur gemeindebasierten psychosozialen Unterstützung für rund 50 Absolvent*innen und Fachkräfte an.
  • In den drei Gemeinden Zarqa, Mafraq und Sahab erhielten Mitarbeiter*innen von über 30 Initiativen und Vereinen strukturierte Trainings zur Verbesserung ihres psychosozialen Angebotes. Mithilfe von Filmen und Broschüren können syrische Geflüchtete und jordanische Aufnahmegemeinden sich über das vielfältige Angebot informieren.
  • Die staatlichen Gesundheitszentren in Zarqa, Mafraq und Sahab halten psychosoziale Angebote bereit für Frauen, die Opfer von Gewalt wurden. Ebenfalls bieten sie psychosoziale Leistungen für syrische und jordanische Schulkinder an. In Koordinierungstreffen mit den gemeindebasierten Organisationen wird das psychosoziale Angebot aufeinander abgestimmt.
  • Im Rahmen der Personal- und Selbstfürsorge verfügt das Gesundheitsministerium über einen Trainingsraum, Möglichkeiten von Onlineumfragen unter Mitarbeiter*innen, ein Handbuch und Trainingsmodule sowie über eine Strategie zur Personal- und Selbstfürsorge.
  • An den Dialogveranstaltungen nehmen durchschnittlich 100 Personen aus unterschiedlichen Fachbereichen teil.