Förderung der dualen Ausbildung in Ägypten

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der dualen Ausbildung in Ägypten
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ägypten
Politischer Träger: Ministerium für das Bildungs- und Berufsbildungswesen
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2020

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Ausgangssituation

Die hohe Arbeitslosigkeit (insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit) ist eines der drängendsten Probleme Ägyptens. Die Gründe dafür sind das schnelle Bevölkerungswachstum, gesamtwirtschaftliche Probleme, eine unzureichende Arbeitsvermittlung sowie die fehlende Arbeitsmarktrelevanz der allgemeinen und beruflichen Bildung. Trotz einer schwachen Konjunktur suchen viele ägyptische Unternehmen nach Fachkräften. Dennoch bleiben zahlreiche Stellen unbesetzt, da die Absolventinnen und Absolventen nicht ausreichend auf die Beschäftigung als Fachkraft vorbereitet sind. Das duale Ausbildungssystem bietet den Unternehmen die Möglichkeit, sich an der Gestaltung der Ausbildungsgänge zu beteiligen und dafür zu sorgen, dass die Ausbildung den Anforderungen des Arbeitsmarkts entspricht. Zwar ist das duale Ausbildungssystem den anderen Ausbildungsmöglichkeiten voraus, doch muss die Qualität der Ausbildung weiter verbessert werden, so dass die Qualifikationen der Absolventinnen und Absolventen besser auf die Anforderungen der Wirtschaft abgestimmt sind. Damit das duale Ausbildungssystem gesamtwirtschaftlich wirken kann, gibt es noch zu wenige Auszubildende.

Ziel

Die Zahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die eine qualitativ hochwertige duale Ausbildung absolvieren, ist erhöht.

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Vorgehensweise

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt das Vorhaben verschiedene Partner aus dem staatlichen und privaten Sektor bei der Vorbereitung junger Ägypter auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes und leistet dadurch einen Beitrag zu nachhaltiger Beschäftigung. Dabei steht die Entwicklung von partizipativen Entscheidungsmechanismen auf allen Ebenen und in allen Teilen des Systems im Mittelpunkt.

Das Vorhaben bietet Beratungs- und Unterstützungsleistungen in folgenden Bereichen:

  • Ausgestaltung des dualen Berufsbildungssystems in Ägypten: Auf nationaler und regionaler Ebene berät das Vorhaben staatliche und private Akteure bei der gemeinsamen Ausgestaltung des strategisch-konzeptionellen Rahmens sowie des Rechts- und Ordnungsrahmens für das duale Berufsbildungssystem in Ägypten.
  • Qualitative und quantitative Verbesserung des dualen Ausbildungssystems: Auf regionaler Ebene unterstützt das Projekt die Bemühungen um eine Verbesserung der betrieblichen und schulischen Ausbildung für bestimmte Berufe und fördert die Schaffung weiterer Ausbildungsplätze. Auf der Grundlage einer Bestandsaufnahme und Analyse der geförderten Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe entwickelt das Vorhaben Standards für die betriebliche Ausbildung und berät die Lehr- und Führungskräfte der Berufsschulen. Dabei setzt das Vorhaben auf eine partizipative Herangehensweise.
  • Qualifizierung des Ausbildungspersonals im dualen Berufsbildungssystem: Auf Schul- und Betriebsebene stärkt das Vorhaben die Kapazitäten der Partner durch Fortbildungsmaßnahmen für das Lehr- und Führungspersonal mit dem Ziel, sie bei der Erreichung der zuvor entwickelten Qualitätsstandards zu unterstützen.
  • Einführung einer überbetrieblichen Qualifizierung: Das Vorhaben berät seine Partner dabei, die überbetriebliche Qualifizierung als neues Element im dualen Ausbildungssystem des Landes zu erproben.

Wirkungen

Durch den Aufbau von Multi-Stakeholder-Plattformen auf nationaler und regionaler Ebene wurde die Zusammenarbeit zwischen privaten und staatlichen Akteuren gestärkt. Dadurch sind die Partner besser in der Lage, Probleme, die eine politische Lösung erfordern, frühzeitig zu erkennen und den Entscheidungsträgern Empfehlungen für Abhilfemaßnahmen zu unterbreiten. So wurde beispielsweise eine umfassende Methodik für die Planung und das Monitoring von Maßnahmen entwickelt, mit denen versucht wird, die Zahl der Auszubildenden im dualen Berufsbildungssystem zu erhöhen. Für die Berufsschulen wurden ein Katalog mit Kriterien für einen effektiven Berufsschulunterricht entwickelt und ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt. Im Rahmen der Quality Pioneers Initiative (QPI) wurden ferner Instrumente zur Verbesserung der betrieblichen Ausbildung eingeführt, von denen die Betriebe profitiert haben. Mehr als 500 Lehr- und Führungskräfte haben an Fort- und Weiterbildungen teilgenommen und dadurch neue Qualifikationen erworben. Darüber hinaus wird in Alexandria und Gizeh erstmals eine überbetriebliche Ausbildung erprobt. Im Rahmen einer integrierten Entwicklungspartnerschaft (Integrated Development Partnership – iDPP) unterstützt das Vorhaben die Verbesserung der Ausbildungsqualität an der Zein El Abedeen School in Kairo.

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