Wasserressourcenmanagement und Bewusstseinsbildung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Integriertes Wasserressourcenmanagement II (IWRM II)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Tunesien
Politischer Träger: Ministère de l’Agriculture, des Ressources Hydrauliques et de la Pêche (MARHP)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2020

AGIRE_Planungstools für Ressourcenmanagement

Ausgangssituation

Wasser ist in Tunesien eine knappe Ressource. Seine natürliche Verfügbarkeit ist großen Schwankungen unterworfen. Zugleich steigt der Bedarf an Wasser kontinuierlich, 80 Prozent der Wasserressourcen werden für die Landwirtschaft verwendet. Traditionell nutzt das Land Oberflächenwasser. Da die Nachfrage nicht befriedigt werden kann, wird zunehmend Grundwasser genutzt. Der Grundwasserspiegel fällt, in einigen Gebieten auf bis zu zwei Meter pro Jahr. Der Bevölkerung ist die kritische Situation der Wasserressourcen nur unzureichend bewusst.

 

AGIRE_Wasserforum_Unterzeichnung der Charta

Ziel

Alle relevanten staatlichen, zivilgesellschaftlichen und privaten Akteure tragen zu einer verbesserten Bewirtschaftung der Wasserressourcen in Zentral-Tunesien bei.

Vorgehensweise

Das Projekt unterstützt die Reduzierung des Wasserbedarfs durch verantwortungsvolleres Verhalten der tunesischen Bevölkerung. Partner ist auf nationaler Ebene die Abteilung für Planung und ausgeglichene Wasserbilanz (BPEH) des Landwirtschaftsministeriums. Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH begleitet die vom Ministerium durchgeführten Maßnahmen strategisch und juristisch, (nationale Wasserstrategie, neues Wasserrecht, Überarbeitung des Schiedsgerichts im Wassersektor). Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Stärkung von privaten Dienstleistungsangeboten für die Wassernutzergruppen.

Zudem unterstützt das Projekt die Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung und begleitet die nationale Aufklärungskampagne. Frauen und Jugendliche spielen eine Schlüsselrolle bei den Sensibilisierungsmaßnahmen.

AGIRE_Wettbewerb zwichen Schulen

Wirkungen

Auf lokaler Ebene hat das Projekt zu einem besseren Konfliktmanagement in Verbindung mit Wasser in der Region Sbikha-Kairouan aktiv beigetragen: Mehr als 600 Personen beteiligten sich und vereinbarten die wichtigsten Prinzipen für dauerhaftes Wassermanagement. Eine Charta hält die Grundlagen fest. Dazu wurden 21 Vertreter aus der Verwaltung und dem privaten Sektor in den Themen Konfliktmanagement, Verhandlung und Schiedsgerichtsbarkeit im Wassersektor ausgebildet.

Mehr als 2.500 Menschen haben an Sensibilisierungstagen teilgenommen (World Water Day, Informationstag über neue Bewässerungstechnologien). In 15 Schulen wurden künstlerische Aktivitäten zum Thema Wasser organisiert und erreichten 500 Kinder und ihre Familien. 50 „Wasserbotschafterinnen und -botschafter“ leiten ihr familiäres Umfeld und ihre Nachbarschaft zu einer effizienteren Wasserverwendung an.

Rund 40 junge Menschen wurden in Instandhaltung und Reparatur von Bewässerungssystemen ausgebildet. Ausgestattet mit entsprechendem Werkzeug bieten sie ihre Dienste bäuerlichen Kooperativen an. So verbesserte sich außerdem der Beschäftigungsmarkt. Darüber hinaus unterstützte das Projekt die Installation von wassersparenden Geräten in Schulen und religiösen Einrichtungen.

2016 begleitete die GIZ einen Dialog zwischen Nutzern, regionalen und lokalen Verwaltungen sowie der Zivilgesellschaft im sehr wasserarmen Zentraltunesien. An diesem regionalen Wasserforum nahmen 80 Mandatsvertreter, mehr als 400 Wassernutzer und rund als 200 Mitglieder der Verwaltung teil. Ergebnis war ein Aktionsplan mit gemeinsamen Grundsätzen und konkreten Maßnahmen der Wasserbewirtschaftung, um die Ressource Wasser auch für zukünftige Generationen sicherzustellen. Der Aktionsplan zeigt bereits feststellbare, positive Ergebnisse: Trotz der Trockenheit   und des Wassermangels 2017 gab es keine sozialen Konflikte.