Beitrag zu den Umweltzielen Perus II

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Beitrag zu den Umweltzielen Perus (ProAmbiente II)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Peru
Politischer Träger: Umweltministerium (Ministerio del Ambiente - MINAM)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

Verbessertes Umweltmanagement: Standardisierte Prozesse der Umweltüberwachung, beispielsweise im Bereich des Kleinbergbaus. © GIZ/ Holger Treidel

Ausgangssituation

Peru erlebt seit mehr als zwanzig Jahren einen bedeutenden Wirtschaftsaufschwung, in dessen Rahmen weder Umweltkriterien noch der Erhalt der biologischen Vielfalt ausreichend berücksichtigt werden. Nicht nachhaltige Produktionsformen führen an vielen Orten zur Degradierung der Ökosysteme und damit zur Zerstörung der Lebensgrundlage der peruanischen Bevölkerung. Wälder leiden besonders unter diesen Entwicklungen. Erschwert wird die Situation durch die negativen Auswirkungen des Klimawandels und eine Zunahme von Extremwetterereignissen, wodurch Umweltprobleme sowie sozio-ökologische Konflikte verschärft werden. Besonders betroffen sind 45 Prozent der ländlichen Bevölkerung, die nach wie vor unterhalb der Armutsgrenze leben; aber auch in urbanen Räumen beeinträchtigt die Umweltverschmutzung zunehmend die Lebensqualität.

Peru hat sich daher ehrgeizige Ziele in den Bereichen Klima- und Biodiversitätsschutz gesetzt. Dazu gehören unter anderem die Umsetzung der OECD-Empfehlungen, der nationalen Klimaschutzziele (NDC) und der Aichi-Ziele der internationalen Biodiversitätskonvention. Auf nationaler Ebene sind Umweltprioritäten im Umweltaktionsplan, in der Umweltagenda sowie in den Strategien zu Klimawandel und Biodiversität festgelegt.

Ziel

Umweltgovernance und -management, die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der Biodiversität sowie die nachhaltige Waldbewirtschaftung haben sich verbessert.

Content ImageSchutz und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt. © GIZ/ Diego

Vorgehensweise

ProAmbiente II stärkt die Steuerungs- und Umsetzungsfähigkeiten für eine effektive Umwelt- und Forstgovernance auf nationaler und regionaler Ebene und setzt dabei auf die Verknüpfung der Umweltpolitik mit relevanten Sektorpolitiken.

Das Vorhaben berät folgende Partner sowohl auf technischer Ebene als auch bei der Organisationsentwicklung: das Umweltministerium (MINAM) und seine nachgeordneten Behörden SENACE (Umweltgenehmigung), OEFA (Umweltüberwachung) und SERNANP (Schutzgebietsmanagement), das Landwirtschaftsministerium (MINAGRI) und seine nachgeordnete Behörde SERFOR (Forstverwaltung), das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen (MEF), das Produktionsministerium (PRODUCE) und OSINFOR (Forstüberwachung). Strategische Partner sind unter anderem FEMA (Umweltstaatsanwaltschaft), Agrobanco (Entwicklungsbank), CONCYTEC (Umweltforschung) sowie das Ministerium für Handel und Tourismus (MINCETUR). Die Maßnahmen werden hauptsächlich in den Regionen San Martín, Ucayali und Arequipa unter Beteiligung der Zivilgesellschaft, indigener Völker, des Privatsektors und der Wissenschaft durchgeführt.

Das Vorhaben wird mit Unterstützung der Consultingfirma GITEC implementiert und arbeitet eng mit wissenschaftlichen Einrichtungen aus Peru, Deutschland und anderen europäischen Ländern zusammen.

Nachhaltige Forstwirtschaft. © GIZ/ Fabian Schmidt-Pramov

Wirkungen

ProAmbiente II baut auf den Erfahrungen und Ergebnissen des Vorgängervorhabens auf, im Rahmen dessen die Voraussetzungen für ein effizientes Umwelt- und Forstmanagement verbessert wurden.

Seit Dezember 2015 ist die Umweltgenehmigungsbehörde SENACE operativ und hat zwei Jahre nach ihrer Einrichtung bereits 17detaillierte Umweltverträglichkeitsprüfungen von Großprojekten genehmigt, deren Investitionen auf fast 4,3 Milliarden Dollar geschätzt werden. Die Umweltauswirkungen der Projekte werden anhand strenger technischer Kriterien geprüft, um die ökologische und soziale Nachhaltigkeit der Investitionen zu gewährleisten.

Mit den Verordnungen für das Forstgesetz und der Durchführung des Konsultationsprozesses indigener Völker trat das neue Forstgesetz Ende 2015 in Kraft. Knapp 250.000 zusätzliche Hektar Wald wurden seit 2014 durch den Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert. Peru verfügt damit über insgesamt 825.000 Hektar nachhaltig bewirtschafteter Waldfläche. Agrobanco bietet zudem neue Forstkredite für Plantagen, Agroforstwirtschaft und Naturwaldbewirtschaftung an, die bereits mehr als 700 Kunden zugutekommen und einen Anreiz für private Investoren darstellen.

Durch die Anwendung der neuen Richtlinien des Finanzministeriums für Wirtschaft und Finanzen und des Umweltministeriums sind die öffentlichen Investitionen für den Erhalt der Biodiversität in den drei Schwerpunktregionen um 155 Prozent gestiegen. Zudem sind öffentliche und private Investitionen in Forschung, Innovation und technologische Entwicklung im Bereich der Biodiversität in den letzten drei Jahren um 91 Prozent gestiegen. Neue Förderprogramme, wie das ValBio-Programm von CONCYTEC, finanzieren Forschungsprojekte und Geschäftsideen, die die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt fördern. Durch die Akkreditierung beim Green Climate Fund (GCF) der Vereinten Nationen hat Peru Zugang zu zusätzlichen internationalen Mitteln.

Das nationale Schutzgebietssystem (SINANPE) hat seit 2014 dank neuer Finanzmanagementinstrumente sein Budget um 45 Prozent aufstocken können. Darüber hinaus hat die UNESCO “Gran Pajatén” zum fünften Biosphärenreservat Perus erklärt.