Kapazitäten stärken, um der gewaltsamen Vertreibung in Mindanao zu begegnen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Sonderinitiative Flucht: Stärkung von Kapazitäten für den Umgang mit gewaltsamer Vertreibung in Mindanao
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Philippinen
Politischer Träger: Office of the Presidential Adviser on the Peace Process (OPPAP)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2020

Ausgangssituation

Gewaltsam ausgetragene politische und soziale Konflikte prägen die Philippinen. Im Osten der philippinischen Insel Mindanao, in der Region Caraga, steht der bewaffnete Konflikt zwischen der philippinischen Regierung und der kommunistischen Bewegung im Vordergrund. Zudem spielen Konflikte um Ressourcen- und Landnutzung eine bedeutende Rolle. Eine wesentliche Auswirkung ist Vertreibung. Außergewöhnlich daran ist, dass es sich um wiederholte und kurzfristige gewaltsame Vertreibungen handelt. Diese führen zu einer weitergehenden Marginalisierung und Verarmung, insbesondere von indigenen Bevölkerungsgruppen sowie Frauen, die ohnehin schlechteren Zugang zu staatlichen Dienstleistungen haben. Die Form der Vertreibung schwächt die Resilienz von Herkunfts- und aufnehmenden Gemeinden. Staatliche Akteure konzentrieren sich bis dato sehr stark auf die humanitäre Versorgung Binnenvertriebener in aufnehmenden Gemeinden. Die langfristigen Auswirkungen mehrfacher und kurzfristiger gewaltsamer Vertreibung auf Binnenvertriebene sowie auf Herkunfts- und aufnehmende Gemeinden werden hingegen noch nicht ausreichend berücksichtigt.

Ziel

Der Umgang staatlicher Akteure mit Situationen gewaltsamer Vertreibung in Herkunfts- und aufnehmenden Gemeinden in Caraga hat sich auf regionaler und lokaler Ebene verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt das Büro des Beraters des Präsidenten für den Friedensprozess (Office of the Presidential Advisor on the Peace Process, OPAPP) und weitere Partner, die sich mit Auswirkungen gewaltsamer Vertreibung auf regionaler und lokaler Ebene auseinandersetzen. Dies geschieht über vier eng miteinander verzahnte Handlungsfelder. Über Dialogmaßnahmen in Herkunfts- und aufnehmenden Gemeinden diskutieren Betroffene, staatliche und nichtstaatliche Akteure Ursachen und Auswirkungen mehrfacher und kurzfristiger gewaltsamer Vertreibung und machen sie somit sichtbar. Darüber hinaus sollen Maßnahmen zur Bearbeitung gewaltsamer Vertreibung in regionalen und lokalen Friedensagenden und Entwicklungsplänen verankert werden. Außerdem wird der Austausch zwischen staatlichen Gremien gefördert, die sich auf unterschiedliche Weise mit der Thematik beschäftigen. Ziel ist eine kohärente Herangehensweise beim Umgang mit gewaltsamer Vertreibung. Kleinmaßnahmen für die Betroffenen in Herkunfts- und aufnehmenden Gemeinden berücksichtigen insbesondere die spezifischen Bedarfe besonders benachteiligter Gruppen. Gleichzeitig werden dadurch Ansätze zur Verbesserung ihrer Lebenssituation erprobt.