PRO-PLANTEURS – Professionalisierung von Kakaoproduzentinnen und -produzenten und ihren Organisationen in nachhaltiger Kakaoproduktion

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: PRO-PLANTEURS – Professionalisierung von Kakaoproduzentinnen und -produzenten und ihren Organisationen in nachhaltiger Kakaoproduktion
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ); Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Deutsches Forum Nachhaltiger Kakao e.V.
Land: Côte d’Ivoire
Politischer Träger: Ministère de l'Agriculture et du Développement Rural (MINADER)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2020

Weiterverarbeitung von Maniok zu Attiéké (eine typische ivorische Beilage)

Ausgangssituation

Der Kakaosektor ist einer der bedeutendsten sozialen und ökonomischen Pfeiler in Côte d’Ivoire. Trotz seiner zentralen Bedeutung ist der Sektor jedoch nur unzureichend entwickelt. Kakao wird in Côte d’Ivoire von rund 800.000 Kleinbauern jeweils auf ein bis drei Hektar Land angebaut. Nach einer Studie des Projekts PRO-PLANTEURS erzielen sie Durchschnittserträge von etwa 340 Kilogramm pro Hektar und bleiben damit weit unter den Möglichkeiten der derzeit empfohlenen Anbaupraxis. Unangepasste extensive Produktion, Pflanzenkrankheiten und Parasiten sowie eine Überalterung der Kakaobäume in den Plantagen führen zu Produktionseinbußen und niedrigen Erträgen. Auch die Qualität ist starken Schwankungen unterworfen und oftmals unzureichend für aufkaufende internationale Firmen.

Um dieser Situation zu begegnen und die Lebensbedingungen der kakaoproduzierenden Familien zu verbessern, stärkt und professionalisiert das Projekt PRO-PLANTEURS Bauernorganisationen umfassend. Sie sind dadurch in der Lage, ihren Mitgliedern und deren Familien Zugang zu landwirtschaftlicher Aus- und Fortbildung sowie für bessere Ernährung, zu attraktiven Dienstleistungen, landwirtschaftlichen Betriebsmitteln und verbesserter Vermarktung anzubieten. Hierdurch werden Anbaupraktiken verbessert und die Produktion diversifiziert. Einkommenserhöhungen und ein verbesserter Ernährungszustand der Bauernfamilien sind die Folge. Das Vorhaben berücksichtigt dabei in besonderem Maße Frauen und junge Landwirte.

PRO-PLANTEURS ist ein gemeinsames Projekt des ivorischen Conseil du Café-Cacao und des Forums Nachhaltiger Kakao e.V., einem Zusammenschluss der deutschen Süßwarenindustrie, des deutschen Lebensmittelhandels und zivilgesellschaftlicher Organisationen mit der Bundesregierung, vertreten durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Der ivorische Conseil du Café-Cacao trägt ein Drittel der Projektkosten.

Ziel

20.000 kakaoproduzierende Familienbetriebe und ihre Organisationen in den östlichen und südöstlichen Regionen von Côte d’Ivoire arbeiten professionell, um durch Einkommenssteigerung und ausgewogenere Ernährung die Lebenssituation der Familien zu verbessern.

Schulung zum Thema Ernährung

Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet in drei Regionen von Côte d’Ivoire mit ausgewählten Bauernorganisationen zusammen und hat vier inhaltliche Schwerpunkte:

  1. Stärkung der Genossenschaften

    PRO-PLANTEURS unterstützt die Genossenschaften durch Schulungen und begleitende Beratungen zur Verbesserung ihrer internen Organisation. Dazu gehören Planungs- und Steuerungsinstrumente wie Geschäfts- und Produktionspläne sowie Bankenbücher. Frauen werden motiviert, mehr Verantwortung in den Genossenschaften zu übernehmen.
  2. Nachhaltiger Kakaoanbau

    PRO-PLANTEURS unterstützt die Kakaobauern durch Schulungen in guten landwirtschaftlichen Praktiken und in sogenannten Farmer Business Schools. Dort lernen die Landwirte unter anderem, wie sie die Produktion besser planen können, welche Kosten mit verbesserten Anbautechniken verbunden sind und wie sie mit gezielten Investitionen ihre Erträge und Einkommen steigern können.

    Die geringen Erträge der Kakaofarmen verhindern höhere Einkommen der Bauernfamilien. Gute landwirtschaftliche Praktiken und der Einsatz ausgewählten Pflanzenmaterials ermöglichen eine Produktivitätssteigerung. Angestrebt wird eine Steigerung des Ertrags um 30 Prozent.
  3. Diversifizierung der Einkommen und bessere Ernährung

    PRO-PLANTEURS fördert die Diversifizierung. Das Einkommen der Familien soll sich auch durch eine erhöhte Produktion von Kulturen außerhalb des Kakaos verbessern. Weitere Schwerpunkte sind die Überwindung von Nahrungsengpässen und ganzjährige Nahrungssicherheit.
  4. Gemeinsames Lernen fördern

    PRO-PLANTEURS fördert den Dialog unter den Partnern des Projekts und verbreitet erfolgreiche, nachahmenswerte Beispiele.
Workshop mit verschiedenen Akteuren der Kakaowertschöpfungskette

Wirkungen

18 bislang am Projekt teilnehmende Kooperativen absolvierten ein umfangreiches Trainings- und Coachingprogramm, das die Non-Profit-Organisation TechnoServe im Rahmen des Projekts durchführt. 282 Führungskräfte der Kooperativen, davon 15 Prozent Frauen, wurden für ein professionelles Management ihrer Organisationen ausgebildet. Aufgrund des Trainings werden folgende Instrumente in den Kooperativen angewendet: Aktionspläne, Kostenstrukturanalyse, Entwicklung- und Kampagnenpläne, Genderstrategie.

Zur nachhaltigen Produktivitätssteigerung und Verbesserung der Qualität von Kakaobohnen wurden bis Ende 2017 5.000 Produzenten in guten landwirtschaftlichen Praktiken durch die Agence National d'Appui au Developpement Rural (ANADER) trainiert. Zusätzlich nahmen 5.000 Produzenten an Schulungen der Farmer Business Schools teil, um das Management ländlicher Haushalte zu professionalisieren.

Mehrere Projekte einkommensgenerierender Aktivitäten von Frauengruppen werden durchgeführt. Sie führen zu zusätzlichen, regelmäßigen Einkommen: Im Durchschnitt wird ein zusätzliches Bruttoeinkommen von 140.000 FCFA, das sind etwa 210 Euro, pro Jahr je teilnehmende Frau erwartet.

1.600 Familien wurden für eine bessere Diversifizierung ihrer Einkommen und eine verbesserte Ernährung geschult. Die Aktivitäten für diversifiziertere Einkommen wurden gemeinsam mit den Partnern entwickelt und abgestimmt und werden ab 2018 mit allen Kooperativen des Projekts umgesetzt. Eine Zusammenarbeit mit dem Nationalen Programm für Ernährung besteht; die Inhalte des nationalen Programmes werden derzeit an das Projekt angepasst.

Seit 2015 finden regelmäßig nationale und regionale Workshops zum Austausch der Partner statt, zuletzt zum Thema „Wettbewerbsfähigkeit von Kakaokooperativen“.