Professionalisierung des Kakaoanbaus: Förderung von Kleinbäuerinnen und -bauern und Stärkung ihrer Bauernorganisationen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Professionalisierung von Bauern und ihrer Organisationen im Anbau von nachhaltigem Kakao (PRO-PLANTEURS II)
Auftraggeber: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Forum Nachhaltiger Kakao e.V., Conseil du Café-Cacao
Land: Côte d’Ivoire
Politischer Träger: Ministère de l’Agriculture et du Développement Rural (MINADER)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2025

Weiterverarbeitung von Maniok zu Attiéké (eine typische ivorische Beilage)

Ausgangssituation

Der Anbau von Kakao spielt in der Côte d’Ivoire wirtschaftlich und gesellschaftlich eine große Rolle. Obwohl Kakao bis zu 40 Prozent vom Exportwert des Landes ausmacht, ist die Branche unzureichend entwickelt.

Etwa eine Million Kleinbäuerinnen und -bauern in der Côte d'Ivoire bauen Kakao auf meist kleinen Flächen an. Die Durchschnittserträge bleiben weit hinter den Mengen zurück, die mit bewährten Anbaupraktiken möglich wären. Unangepasste Produktionsmethoden, Pflanzenkrankheiten sowie eine Überalterung der Kakaobäume führen zu Produktionseinbußen und niedrigen Ernteerträgen.

Zudem sind viele Bäuerinnen und Bauern nicht organisiert und die existierenden Bauernorganisationen haben oft kein professionelles Management. Das erschwert den Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten und führt dazu, dass die Organisationen ihre Mitglieder*innen nur unzureichend unterstützen können.

Ziel

Die Bauernorganisationen der Kakaobäuerinnen und Kakaobauern arbeiten professionell. Das Betriebsmanagement und Produktionssystem der Bäuerinnen und Bauern ist verbessert. Bauernfamilien verringern die Lücke zu einem existenzsichernden Einkommen, ihre Ernährungssituation hat sich verbessert.

Schulung zum Thema Ernährung

Vorgehensweise

Um die Lebensbedingungen von kakaoproduzierenden Familien zu verbessern und um ihr Einkommen in Richtung eines existenzsichernden Einkommens zu erhöhen, unterstützt das Vorhaben PRO-PLANTEURS Kakaobauernorganisationen und ihre Mitglieder. Besonders berücksichtigt es dabei Frauen und junge Landwirt*innen.

Das Vorhaben ist ein gemeinschaftliches Projekt des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL), des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) des Forum Nachhaltiger Kakao e.V. und des ivorischen Conseil du Café-Cacao. Das Forum Nachhaltiger Kakao e.V. ist ein Zusammenschluss aus deutscher Süßwarenindustrie, dem deutschen Lebensmittelhandel, zivilgesellschaftlichen Organisationen und der Bundesregierung, vertreten durch das BMEL und das BMZ.

Das Vorhaben arbeitet in fünf Regionen von Côte d’Ivoire mit ausgewählten Bauernorganisationen und ihren 30.000 Mitgliedern zusammen und hat vier inhaltliche Schwerpunkte:

Kakaobauernorganisationen stärken
PRO-PLANTEURS unterstützt ausgewählte Kakaobauernorganisationen durch Schulungen und begleitende Beratungen, um deren interne Organisation zu verbessern.

Landwirtschaftliche Betriebe optimieren
Das Projekt schult die Kakaobäuerinnen und -bauern im Ansatz Farmer Business School. Dort lernen sie, die Produktion besser zu planen und Kosten und Nutzen verbesserter Anbautechnik zu analysieren. Außerdem lernen sie, wie sie mit gezielten Investitionen ihre Erträge steigern und durch Diversifizierung des Produktionssystems Einkommen verbessern und resilienter machen können. Zur Unterstützung einer Diversifizierung werden Schulungen zu Guter Landwirtschaftlicher Praxis (GAP) anderer Kulturen angeboten. Weiterer Schwerpunkt ist die Förderung einer ausgewogenen Ernährung.

Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette stärken
PRO-PLANTEURS bietet die Möglichkeit über einen „Matching Fund“ Projekte zu kofinanzieren, die Mitglieder des Forum Nachhaltiger Kakao vorschlagen und gemeinsam mit PRO-PLANTEURS umsetzen.

Gemeinsames Lernen und Innovation fördern
Das Projekt fördert den Dialog unter den Partner*innen und Zielgruppen des Projekts und verbreitet erfolgreiche, nachahmenswerte Beispiele.

Workshop mit verschiedenen Akteuren der Kakaowertschöpfungskette

Wirkungen

Das Projekt hat bisher 140 Manager*innen von 35 Bauernorganisationen für ein professionelleres Management ihrer Organisationen ausgebildet. Daraufhin verbesserte sich deren Zugang zu Finanzierungen. 2018 erhielten bereits sieben und 2019 16 Bauernorganisationen Kredite von Finanzinstituten.

13.000 Personen nahmen an der Schulung Farmer Business School teil, um ihr Betriebsmanagement zu professionalisieren. Dadurch verbesserte sich die Anwendung von GAP und somit die Produktivität des Kakaoanbaus. Mittlerweise erwirtschaften mehr als die Hälfte der unterstützen Haushalte einen Ertrag von mindestens 500 Kilogramm pro Hektar. Für eine breitere Aufstellung der landwirtschaftlichen Einnahmequellen schlossen 18.000 Bäuerinnen und Bauern, davon 4.000 Frauen, Trainings zu GAP verschiedener Gemüsekulturen und Tierhaltungen ab.

Es wurden 76 ländliche Ernährungstrainerinnen ausgebildet, die 23.000 Personen zu guten Ernährungspraktiken für eine ausgewogenere Ernährung sensibilisierten.

Zum Austausch aller Beteiligten organisierte das Projekt bereits drei nationale und 17 regionale Workshops. Partner*innen und Zielgruppen des Projekts konnten sich hier über den Stand des Vorhabens, und zu aktuellen Themen und Herausforderungen austauschen.

Stand: Februar 2021

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