Schutz von Wäldern und Biodiversität

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Schutz und nachhaltige Nutzung von Waldökosystemen und Biodiversität (ProFEB)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Laos
Politischer Träger: Ministerium für Landwirtschaft und Forstwirtschaft
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2019

HNN_copy right GIZ Lucas Wahl

Ausgangssituation

Natürliche Ressourcen spielen für den Klimaschutz und die wirtschaftliche Entwicklung von Laos eine entscheidende Rolle.  Durch illegalen Holzeinschlag, Wilderei und die Vergabe großflächiger Landkonzessionen für Staudämme, Bergbau und Plantagen gehen bedeutende Waldflächen verloren. Dies stellt eine große Bedrohung für die große Artenvielfalt der Flora und Fauna in der Region dar und beschleunigt insbesondere den Klimawandel. Die damit einhergehende Verringerung der Ökosystemleistungen verursacht eine Reihe sozialer Probleme und ökologischer Schäden, die vor allem die ärmsten Bevölkerungsgruppen treffen, deren Existenz oftmals von intakten Wäldern abhängt.

Obwohl der Staat den Umweltschutz zunehmend in den Mittelpunkt seines Handelns rückt, konnten Behörden und nichtstaatliche Akteure bisher nur teilweise zusammenarbeiten, um die Rahmenbedingungen für die Anpassung an den Klimawandel, das verantwortliche Handelns im Forstsektor sowie das nachhaltige Management der Waldressourcen zu verbessern.

Ziel

Behörden und nichtstaatliche Akteure verbessern in Kooperation miteinander die Voraussetzungen zum nachhaltigen Management der Waldressourcen und Biodiversität. Staatliche Institutionen gewinnen dadurch Zugang zu zusätzlichem Know-how, während die Lokalbevölkerung stärkere Kontrolle über die natürlichen Ressourcen und damit sicherere Lebensbedingungen erlangt.

ProFLEGT_Confiscated Timber 2 by GIZ Thomas Okfen

Vorgehensweise

Das Programm unterstützt die Regierung von Laos bei der Aushandlung eines Partnerschaftsabkommens mit der EU über die Durchsetzung des Forstrechts, Politikgestaltung und Handel im Forstsektor (forest law enforcement, governance and trade - FLEGT). In dem Abkommen werden die Verpflichtungen und Maßnahmen vereinbart, mit denen beide Vertragspartner gegen illegalen Holzeinschlag vorgehen und die Regierungsführung im Forstsektor verbessern wollen.  Dieser partizipative Entscheidungsprozess bezieht Regierungsstellen, zivilgesellschaftliche Organisationen, die Holzwirtschaft und lokale Gemeinschaften mit ein. 

Das Programm unterstützt die UNESCO-Welterbe-Nominierung des Schutzgebiets Hin Nam No und die Umsetzung eines kooperativen Managements als Modell für andere Schutzgebiete in Laos. Durch kollaboratives Management bringt das Programm Behörden und lokale Gemeinschaften („Wächterdörfer“) zusammen, um den Schutz und die effektive Verwaltung des Gebiets zu gewährleisten. Um die Lebensgrundlagen der Bewohner der Wächterdörfer zu verbessern und das Management dieses Gebietes nachhaltig zu finanzieren, werden gemeinsam mit der Privatwirtschaft Rahmenbedingungen für die Tourismusentwicklung geschaffen. Die Nominierung des Gebietes mit dem Phong Nha Ke Bang Nationalpark in Vietnam zum grenzüberschreitenden UNESCO-Weltnaturerbe trägt dazu bei, den Schutz der Ökoregion Nordannam-Regenwald zu festigen. 

Um den Schutz von Wald und Biodiversität durch den FLEGT- und UNESCO-Prozess zu unterstützen, konzentriert sich der dritte Handlungsbereich auf die Verbesserung der Kenntnisse und die Förderung einer positiveren Einstellung der lokalen Bevölkerung und von Behördenvertretern zu Umwelt und Biodiversität. Die Unterstützung der Kapazitätsentwicklung im Bereich der Umweltbildung auf nationaler Ebene wird mit Informations- und Lernprozessen in den Provinzen, Bezirken und Dörfern verbunden.

Als gemeinsame Initiative der laotischen Regierung und der deutschen Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich das Programm auf die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren zum besseren Management der Waldressourcen und der biologischen Vielfalt und baut auf den Ergebnissen und Erfahrungen früherer deutsch-laotischer Projekte auf. Es bringt Interessenvertreter auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene zusammen, stimmt ihre Strategien und Ansätze aufeinander ab und wirkt sich damit positiv auf die Gesamtqualität des Managements natürlicher Ressourcen aus. Durch die aktive Beteiligung von Nichtregierungsorganisationen integriert diese gemeinsame deutsch-laotische Initiative einen zusätzlichen Partner, um die Ziele des Programms zu erreichen und nachhaltige Ergebnisse zu erzielen. 

ProCEEd_Puzzle for 10 facts Wildlife Conservation by GIZ Cristina Georgii

Wirkungen

Die Verhandlungen über ein freiwilliges Partnerschaftsabkommen zwischen der EU und der laotischen Regierung sind weit fortgeschritten. Zwischen den beteiligten Ministerien wurden Kooperationsstrukturen aufgebaut, die für eine partizipative Steuerung der Prozesse genutzt werden. Die aktive Beteiligung der Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft wird von den laotischen Behörden erleichtert. Bei der Festlegung von Definitionen für den legalen Holzeinschlag wurden große Fortschritte erzielt. 

Die laotischen Behörden für Schutzgebiete erproben erfolgreich ein kollaboratives Managementsystem für das Schutzgebiet Hin Nam No. Seit 2014 werden regelmäßig Informationen über den Stand der Erhaltung in dem Gebiet gesammelt und verbreitet. Auf der Grundlage auf der laufenden Entwicklung eines Rahmens für die Tourismusentwicklung durch öffentlich-private Gemeinschaftspartnerschaften werden Vereinbarungen zwischen den Interessengruppen des Managements und privaten Investoren erleichtert. Aufbauend auf der technischen Beratung durch das Programm hat die laotische Regierung den Prozess der UNESCO-Naturerbe-Nominierung im Jahr 2016 konzipiert und eingeleitet. 

Durch Umweltbildung und die zusammen mit den Kooperationspartnern eingeführten Umweltkommunikationsstrukturen und -prozesse hat ProFEB die Medienberichterstattung über Umweltfragen sowie die Nationale Strategie für Umwelt- und Klimawandelbildung und -bewusstsein (NSECEA) verbessert. In einer für das Land beispiellosen Zusammenarbeit setzen die lokale Zivilgesellschaft und Regierungsstellen die Umweltbildungsmaßnahmen gemeinsam um.