• KOMMUNALENTWICKLUNG UND DEZENTRALISIERUNG
  • WIRTSCHAFTS- UND BESCHÄFTIGUNGSFÖRDERUNG
  • GESELLSCHAFTLICHE DIALOGPROZESSE
  • BASISGESUNDHEITSVERSORGUNG
  • POLITISCHE TEILHABE VON JUGENDLICHEN

Libyen

Seit 2005 ist die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in Libyen tätig. Im Auftrag der Bundesregierung setzt die GIZ seit 2011 Projekte um, mit einer Unterbrechung im Jahr 2014 aufgrund des Bürgerkriegs. Angesichts der fragilen sicherheitspolitischen Lage im Land steuert das „Libyen-Programm“ diese Projekte zurzeit von Tunesien. Für die direkte Implementierung unterhält die GIZ ein Büro in Tripolis. Aktuell arbeiten 30 nationale und 19 internationale Mitarbeiterinnen in Libyen. (Stand: 31.12. 2018).

Seit 2005 ist die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in Libyen tätig. Im Auftrag der Bundesregierung setzt die GIZ seit 2011 Projekte um, mit einer Unterbrechung im Jahr 2014 aufgrund des Bürgerkriegs. Angesichts der fragilen sicherheitspolitischen Lage im Land steuert das „Libyen-Programm“ diese Projekte zurzeit von Tunesien. Für die direkte Implementierung unterhält die GIZ ein Büro in Tripolis. Aktuell arbeiten 30 nationale und 19 internationale Mitarbeiterinnen in Libyen. (Stand: 31.12. 2018).

In Libyen folgte auf den sogenannten Arabischen Frühling und den Sturz von Machthaber Muammar al-Gaddafi ein Bürgerkrieg. Trotz international vermittelter Friedensverhandlungen ist das Land weiterhin gespalten. Die nationale Einheitsregierung konnte die Erwartungen an Staatsaufbau, Frieden und Demokratisierung nicht erfüllen. Zudem steht sie unter anderem einer konkurrierenden Regierung im Osten des Landes gegenüber. Libyen ist ein Hauptdurchgangsland von Menschen auf der Flucht und Migrantinnen und Migranten auf ihrem Weg nach Europa.

Die zentralstaatlichen Verwaltungsstrukturen sind wenig leistungsfähig. Die bisher zentralistisch geführte Wirtschaft ist fast ausschließlich vom Erdölsektor abhängig. Zahlreiche Menschen sind arbeitslos, insbesondere Jugendliche. Rund 300.000 binnenvertriebene Libyer*innen und über eine halbe Million weitere Menschen sind auf der Flucht. Zusammen mit der prekären Sicherheitslage führen diese Herausforderungen zu einer schlechten Versorgungslage der Menschen im Land. Das setzt die Politik unter großen Druck und erhöht die Konfliktgefahr.
Die GIZ ist in Libyen im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie der Europäischen Union (EU) aktiv. 

In Zusammenarbeit mit der international anerkannten nationalen Einheitsregierung unterstützt das Bundesunternehmen Libyen in den Bereichen:

  • Kommunalentwicklung und Dezentralisierung
  • Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung
  • Gesellschaftliche Dialogprozesse 
  • Basisgesundheitsversorgung
  • Politische Teilhabe von Jugendlichen

Die GIZ berät unter anderem das Ministerium für lokale Regierungsführung zur staatlichen Dezentralisierung und fördert ausgewählte Partnerkommunen. Themen sind zum Beispiel leistungsfähige Kommunalverwaltungen für verbesserte öffentliche Basisdienstleistungen, steigende Beschäftigung und eine bessere Teilhabe zivilgesellschaftlicher Gruppen. Staatliche Angestellte werden zu Themen wie Stadtplanung, Projekt- oder Finanzmanagement geschult. Trainingszentren bilden Lehrkräfte für Ausbildungs- und Frauenberatungszentren aus. Die GIZ und ihre Partner fördern außerdem die Entwicklung von Wertschöpfungsketten für Agrarprodukte wie Oliven und Datteln. Durch gezielte Trainings werden Produktionsqualität und Marketing für Agrarprodukte verbessert. Zudem werden Umweltlabore zur Untersuchung der Trinkwasser- und Lebensmittelqualität aufgebaut.

Die GIZ unterstützt Libyen dabei, durch partizipative und inklusive Dialogprozesse eine gemeinsame Vision für die wirtschaftliche Zukunft zu entwickeln. Dies geschieht mit Studienreisen, öffentlichen Dialogveranstaltungen und gemeinsamen Workshops mit Vertreterinnen und Vertretern der staatlichen Verwaltung, von Kommunen, Universitäten und Nicht-Regierungsorganisationen. So soll der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt werden.

Das Bundesunternehmen fördert zudem die Erbringung und den Ausbau der Basisgesundheitsversorgung (Primary Health Care) in Libyen. Zielgruppe sind insbesondere Frauen und Kinder sowie andere schutzbedürftige Menschen auf der Flucht. Akteure auf allen Ebenen des Gesundheitssystems sowie Gesundheitspersonal und Patientinnen und Patienten werden einbezogen, erarbeiten gemeinsam Maßnahmen zur Verbesserung des Zugangs für schutzbedürftige Gruppen und setzen diese um.

Die GIZ zielt auf die Verbesserung der politischen Teilhabe von Jugendlichen, unter anderem durch die Förderung von Jugendmultiplikatoren sowie die Einbindung von Interessen Jugendlicher in lokalen Verwaltungen. Zudem ist die Einrichtung sogenannter „sicherer Räume“ für die politische und soziale Beteiligung Jugendlicher geplant. Dadurch können sich Jugendliche und insbesondere junge Frauen einbringen, ohne Repressionen befürchten zu müssen.

Sicherheit, Wiederaufbau, Frieden

Staat und Demokratie

Wirtschaft und Beschäftigung