• BESCHÄFTIGUNGSFÖRDERUNG
  • KOMMUNALENTWICKLUNG
  • DEZENTRALISIERUNG

Libyen

Seit 2005 ist die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in Libyen tätig. Im Auftrag der Bundesregierung setzt die GIZ seit dem Jahr 2011 Projekte um, mit einer Unterbrechung im Jahr 2014 aufgrund des Bürgerkriegs. Angesichts der fragilen sicherheitspolitischen Lage im Land steuert der sogenannte „Libyen-Hub“ diese Projekte zurzeit von Tunesien. Für die direkte Implementierung unterhält die GIZ ein Büro in Tripolis. Aktuell arbeiten 16 nationale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dem Land (Stand 31.12.2017).

In Libyen folgte auf den Arabischen Frühling und den Sturz von Machthaber Muammar al-Gaddafi ein Bürgerkrieg. Trotz international vermittelter Friedensverhandlungen ist das Land weiterhin gespalten. Die nationale Einheitsregierung konnte die in sie gesetzten Erwartungen für den Staatsaufbau sowie zu Frieden und Demokratisierung nicht erfüllen. Zudem steht sie unter anderem einer konkurrierenden Regierung im Osten des Landes gegenüber. Libyen ist ein Hauptdurchgangsland von Menschen auf der Flucht und Migranten auf ihrem Weg nach Europa.

Die zentralstaatlichen Verwaltungsstrukturen sind wenig leistungsfähig. Die bisher zentralistisch geführte Wirtschaft ist fast ausschließlich vom Erdölsektor abhängig. Zahlreiche Menschen sind arbeitslos, insbesondere Jugendliche. Den Menschen in Libyen fehlen Perspektiven. Darunter sind rund 350.000 binnenvertriebene Libyer und etwa eine Million weitere Menschen auf der Flucht. Zusammen mit der prekären Sicherheitslage führen diese Herausforderungen zu einer schlechten Versorgungslage der Menschen im Land. Das setzt die Politik unter großen Druck und erhöht die Konfliktgefahr.

In Zusammenarbeit mit der international anerkannten nationalen Einheitsregierung unterstützt die GIZ Libyen in drei Bereichen:

  • Kommunalentwicklung und Dezentralisierung
  • Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung
  • Förderung von Dialogprozessen und Strategieentwicklung

Auftraggeber ist vor allem das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), ein Vorhaben wird von der Europäischen Union kofinanziert.

Die GIZ berät unter anderem das Ministerium für lokale Regierungsführung zur staatlichen Dezentralisierung und fördert ausgewählte Partnerkommunen. Themen sind unter anderen leistungsfähige Kommunalverwaltungen für verbesserte öffentliche Basisdienstleistungen, steigende Beschäftigung und eine bessere Teilhabe zivilgesellschaftlicher Gruppen. Staatliche Bedienstete werden zu Themen wie Stadtplanung, Projekt- oder Finanzmanagement geschult. Trainingszentren bilden Lehrkräfte für Ausbildungs- und Frauenberatungszentren aus. Die GIZ und ihre Partner fördern außerdem die lokale Verarbeitung von Agrarprodukten wie Oliven oder Datteln und deren Handel. Zudem werden Umweltlabore zur Untersuchung der Trinkwasser- und Lebensmittelqualität aufgebaut.

Für eine positive gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung unterstützt die GIZ Libyen dabei, durch partizipative und inklusive Dialogprozesse eine gemeinsame Vision für die wirtschaftliche Zukunft zu entwickeln. Dies geschieht mit Studienreisen, öffentlichen Dialogveranstaltungen und gemeinsamen Workshops mit Vertretern der staatlichen Verwaltung, von Kommunen, Universitäten und Nicht-Regierungsorganisationen. So soll der Zusammenhalt in der Gesellschaft gestärkt werden.