ExperTS-Programm

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: ExperTS-programm
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Weltweit in rund 30 Ländern
Gesamtlaufzeit: 2011 to 2021

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Ausgangssituation

Für die Entwicklung eines Landes spielt die Wirtschaft eine wichtige Rolle, denn Unternehmen schaffen Arbeitsplätze und treiben Innovationen voran. Sie haben so das Potenzial, globale Probleme zu lösen und zu entwicklungspolitischen Zielen beizutragen – zum Beispiel zum Klimaschutz oder zu verbesserten Sozialstandards. Wenn zwischen Außenwirtschaftsförderung und Entwicklungszu-sammenarbeit eine Verbindung geschaffen wird, kann das entwicklungsfördernde Potenzial von Unternehmen optimal ausgeschöpft werden. Bislang verfügen jedoch noch nicht alle Entwicklungs- und Schwellenländer über einen Ansprechpartner, der zu den Vorteilen und Chancen nachhaltigen Wirtschaftens und den Angeboten der Entwicklungszusammenarbeit berät.

Ziel

Das ExperTS-Programm fördert nachhaltiges Wirtschaften weltweit und schafft die Voraussetzungen dafür, dass Unternehmen sich in den Partnerländern entwicklungspolitisch engagieren.

Warnga, Mary; Kaiser, Andreas_(c) AHK Kenia (3)

Vorgehensweise

Die ExperTS arbeiten in den Auslandshandelskammern und beraten in rund 30 Entwicklungs- und Schwellenländern deutsche, europäische und lokale Unternehmen zu entwicklungspolitischen Themen. Sie wirken dabei am Schnittpunkt zwischen Entwicklungszusammenarbeit und Außenwirtschaftsförderung. Als lokale Ansprechpartner unterstützen die Fachkräfte insbesondere mittelständische Unternehmen dabei, neue Märkte zu erschließen, innovative Kooperationen anzustoßen und ihr Engagement für alle Seiten gewinnbringend zu gestalten. So schaffen sie die Grundlage für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung vor Ort.

Das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderte ExperTS-Programm wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH gemeinsam mit den Auslandshandelskammern und den Delegationen der Deutschen Wirtschaft umgesetzt. Als Integrierte Fachkräfte werden die ExperTS über das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) vermittelt. Sie sind an den jeweiligen Auslandshandelskammern vor Ort angestellt und erhalten einen Gehaltszuschuss vom ExperTS-Programm.

Je nach den Gegebenheiten und Anforderungen des jeweiligen Landes sind die ExperTS in vier Schwerpunkten aktiv: 

Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung: Ziel dieser Komponente ist es, über Export- und Innovationsförderung die nachhaltige Entwicklung der lokalen Wirtschaft zu fördern. Zum Beispiel in Algerien: Hier hat das ExperTS-Programm dabei unterstützt, dass lokal angebaute und verarbeitete Datteln auch in europäischen Supermärkten zu finden sind. So wird die Agrarwirtschaft des Landes langfristig gestärkt.
  
Energie und Umwelt: Die ExperTS tragen zum Klimaschutz bei, indem sie zu den Themen erneuerbare Energien und Energieeffizienz beraten. Der Wissens- und Technologietransfer zwischen lokalen und deutschen Unternehmen spielt hier eine wichtige Rolle. Dies gelingt beispielsweise über den Aufbau von Kompetenzzentren für Energie und Umwelt oder die Ausbildung zum Energiemanager oder zur Energiemanagerin. Dabei erarbeiten lokale Fachkräfte außerdem konkrete Energiesparmaßnahmen für ihr Unternehmen, die direkt zur Minderung des CO2-Ausstoßes beitragen.

Berufliche Bildung: Gut ausgebildetes Personal ist eine Grundvoraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes. Effiziente Ausbildungssysteme sind jedoch noch nicht überall etabliert. Deshalb ist berufliche Bildung ein Schwerpunkt im ExperTS-Programm. Das duale Ausbildungssystem Deutschlands dient dabei als Vorbild und wird jeweils auf die regionalen Bedürfnisse angepasst. In Mexiko beispielsweise können Jugendliche seit 2013 eine duale Ausbildung in 19 verschiedenen Berufsbildern beginnen.  

Digitalisierung und Start-ups: Wirtschaftlicher Erfolg lebt von innovativen Ideen. Deshalb setzt das ExperTS-Programm seit 2018 hier einen weiteren Schwerpunkt. Die erste Expertin arbeitet bereits zu diesem neuen Themenfeld. Sie baut eine Abteilung für Digitalisierung und Start-ups in der Delegation der Deutschen Wirtschaft in Nigeria auf.

Djordje Tomic_ GIZ

Wirkungen

Seit 2011 haben die ExperTS dazu beigetragen, dass:

  • circa 25.700 Menschen eine Aus- oder Fortbildung gemacht und dadurch einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt haben,
  • mehr als 13.000 Menschen einen Arbeitsplatz gefunden haben,
  • über 9.000 Menschen von besseren Arbeitsbedingungen profitieren und mehr als 10.000 ein höheres Einkommen erzielen,
  • und durch die Ausbildung von Energiemanager*innen rund 2,5 Millionen Tonnen Treibhausgase eingespart wurden

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