Bedarfsgerechte berufliche Qualifizierung und Jugendbeschäftigung – SKYE

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung einer bedarfsgerechten beruflichen Qualifizierung und Jugendbeschäftigung in Nigeria
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Nigeria
Politischer Träger: Federal Ministry of Budget and National Planning (FMBNP)
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2022

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Ausgangssituation

Nigeria hat sich über viele Jahre auf die kapitalintensive Rohstoffwirtschaft, die vergleichsweise wenig Arbeitsplätze schafft, konzentriert und beschäftigungsintensive Sektoren wie das Baugewerbe oder die Landwirtschaft vernachlässigt. Schätzungen zufolge leben mehr als 133,4 Millionen Nigerianer*innen unterhalb der absoluten Armutsgrenze, d. h. ihnen stehen weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag zur Verfügung. Mehr als die Hälfte der in extremer Armut lebenden Menschen sind Jugendliche, die entweder arbeitslos oder unterbeschäftigt sind. Ein Hindernis für die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft oder dem Baugewerbe besteht darin, dass nicht ausreichend qualifizierte Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Die Hauptgründe dafür sind nicht bedarfsgerechte Lehrpläne, die unzureichende Lehrerausbildung sowie die schlechte Ausstattung der allgemein- und berufsbildenden Schulen. Im Global Competitiveness Index 2017/18 (2017/2018) gehört Nigeria zu den 25 Ländern mit der niedrigsten Bewertung der Bildungsqualität. Der daraus resultierende Fachkräftemangel bremst die Entwicklung von Wertschöpfungsketten mit gutem Einkommens- und Beschäftigungspotenzial. Da die beruflichen Bildungseinrichtungen nur in sehr begrenztem Umfang arbeitsmarktrelevante Kompetenzen vermitteln, haben die Absolventinnen und Absolventen nur geringe Beschäftigungschancen und Möglichkeiten der Einkommenserzielung. Diese Perspektivlosigkeit ist eine der Hauptursachen für die Migration nach Europa oder in andere Industrieländer.

Ziel

Die Aussichten auf einen Arbeitsplatz zur Einkommenssicherung sind in ausgewählten Branchen für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 35 Jahren verbessert.

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Vorgehensweise

Das Projekt richtet sich in erster Linie an arbeitslose oder unterbeschäftigte nigerianische Jugendliche und junge Erwachsene, die im Baugewerbe, in der Landwirtschaft sowie als Industriemechaniker*innen tätig sind. Insgesamt leben 53 Millionen Menschen zwischen 15 und 35 Jahren in Nigeria, und das Projekt will 52.000 Personen aus dieser Zielgruppe erreichen. Das Projekt und seine Durchführungspartner befassen sich mit der Angebots- und Nachfrageseite des integrierten Beschäftigungskonzepts und konzentrieren sich darauf, die Qualität der beruflichen Bildung in den personalintensiven Branchen Baugewerbe und Landwirtschaft sowie für Industriemechaniker*innen zu verbessern.

Das Projekt fördert öffentliche und private Stakeholder-Dialoge zum Thema berufliche Bildung und unterstützt Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen (KKMU). Die Begünstigten sind junge Kleinbäuerinnen und -bauern und KKMU, Facharbeiter*innen in Baugewerbe und Landwirtschaft, Industriemechaniker*innen sowie Auszubildende im formellen Sektor. Darüber hinaus bietet das Projekt der Zielgruppe Informationen und Beratungsleistungen zum Einstieg in den Arbeitsmarkt. Die Maßnahmen des Projekts sind eng mit den Programmen „Pro-poor Growth and Employment Promotion in Nigeria“ (SEDIN) und „Programme for Migration and Development“ (PME) verknüpft. 

Die wichtigsten Handlungsfelder im Überblick:

Output 1: 

Die Qualität der beruflichen Bildung im Baugewerbe ist verbessert. Dieses Handlungsfeld zielt darauf ab, die Qualität der staatlichen und nichtstaatlichen formellen und informellen beruflichen Bildung im Baugewerbe zu verbessern.

Output 2:

Junge Männer und Frauen aus Nigeria verfügen über bessere Qualifikationen für eine produktive Beschäftigung in der Landwirtschaft. Dieses Handlungsfeld zielt darauf ab, die Chancen nigerianischer Jugendlicher und junger Erwachsener auf eine produktive Beschäftigung in der Landwirtschaft bzw. in landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten zu verbessern.

Output 3:

Der Rahmenbedingungen für die Schaffung von Arbeitsplätzen durch Bau- und Agrarunternehmen sind verbessert. Dieses Handlungsfeld zielt darauf ab, die Rahmenbedingungen für die Schaffung von Arbeitsplätzen durch KKMU in den Sektoren Bau und Landwirtschaft zu verbessern.
 

Output 4:

Die institutionellen Kapazitäten für eine bedarfsgerechte Berufsbildung sind verbessert. Dieses Handlungsfeld zielt auf die Schaffung von besseren Rahmenbedingungen für ein arbeitsmarktrelevantes Berufsbildungssystem ab, wobei der Schwerpunkt auf der Beratung und Unterstützung des nigerianischen Rates für branchenspezifische Qualifikationen liegt.

Output 5:

Die Berufsausbildung von Industriemechanikerinnen und -mechanikern ist besser auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes abgestimmt. Dieses Handlungsfeld zielt darauf ab, die Ausbildung von Industriemechanikerinnen und -mechanikern arbeitsmarktgerechter zu gestalten und arbeitet zu diesem Zweck mit der Dangote Academy und dem Ausbildungsgang der Young Talent Foundation for Mechanical Engineering zusammen.

Output 6:

Das Angebot an Maßnahmen zur aktiven Beschäftigungsförderung, die von Arbeitsvermittlungs-, Berufsbildungs- und Beratungseinrichtungen für den Erst- oder Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt angeboten werden, ist verbessert. Dieses Handlungsfeld zielt darauf ab, junge Nigerianer*innen durch die Vermittlung von modernem Fachwissen fortzubilden und sie bei der Suche nach einem Arbeitsplatz zu beraten.

Wirkung

Seit Beginn des Projekts wurden über 3.380 Begünstigte durch Kurzzeitschulungen in bauhandwerklichen, landwirtschaftlichen und anderen Berufen ausgebildet. Davon waren 32 Prozent Frauen. 557 der insgesamt ausgebildeten Begünstigten haben mithilfe des Projekts eine Beschäftigung gefunden. Mehr als 193.360 Personen wurden über IKT-gestützte Informationskanäle über Berufsbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten in Nigeria informiert.

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