Mutter-Kind-Gesundheit in Tadschikistan fördern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der Mutter-Kind-Gesundheit in Tadschikistan
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Tadschikistan
Politischer Träger: Gesundheitsministerium der Republik Tadschikistan
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2022

Schulung in der Bedienung eines Infusomaten

Ausgangssituation

Die Müttersterblichkeit in Tadschikistan liegt bei 32 von 100.000 Geburten, die Kindersterblichkeit bei den 0 bis 5-jährigen bei 33 von 1.000 Geburten. Beide Messgrößen sind im Vergleich zu Europa mit einer Müttersterblichkeit von 13 bei 100.000 Geburten und einer Kindersterblichkeit von 9 bei 1.000 Geburten, sehr hoch. Besonders in der Projektregion Kathlon liegen die Messgrößen weit über dem Landesdurchschnitt. Hier ist die Säuglingssterblichkeit beispielsweise doppelt so hoch wie in der Hauptstadt Duschanbe.

Nur 21 Prozent der Frauen in der Altersgruppe der 15-49-jährigen nutzen moderne Verhütungsmethoden. Angesichts der weit verbreiteten Praxis der Früh- und Zwangsehen gibt es daher viele sehr junge Mütter. 25,7 Prozent der 19-jährigen Frauen haben bereits ein Kind. Diese frühen Schwangerschaften sind mit erheblichen Gesundheitsrisiken für Mutter und Kind verbunden.

Zudem kann der tadschikische Staat die Qualität der medizinischen Versorgung nicht ausreichend sicherstellen. Daher ist das Menschenrecht auf das höchste erreichbare Niveau an Gesundheit in Tadschikistan für einen großen Teil der Bevölkerung nicht gewährleistet.

Ziel

Die medizinische Versorgung von schwangeren Frauen, Müttern und Neugeborenen ist in der Region Khatlon verbessert.

Tadschikisches Neugeborenes

Vorgehensweise

Das Vorhaben berät ausgewählte Gesundheitseinrichtungen der Projektregion dabei, das Management, medizinische Abläufe und die Unterstützungsprozesse im Bereich der Mutter-Kind Versorgung zu verbessern. Innerhalb des Projekts erweitern Fach- und Führungskräfte ihre fachlichen Kompetenzen, um Gesundheitsdienstleistungen entsprechend nationaler Standards erbringen zu können.

Das Gesundheitspersonal der Gesundheitseinrichtungen wird geschult, um auf der Grundlage des überarbeiteten Mutter-Kind-Passes eine verbesserte Beratung in den Bereichen Schwangerenvor- und –nachsorge und Familienplanung anbieten zu können. Gleichzeitig wird in den Pilotregionen das Überweisungssystem für Mütter, schwangere Frauen und Neugeborenen in einem patienten-zentrierten, integrierten System angepasst. Durch die verbesserte Beratung  werden ungewollte Schwangerschaften vermieden, Risikoschwangerschaften schneller erkannt und schwangere Frauen und Neugeborene rechtzeitig überwiesen.

Das Vorhaben berät das Tadschikische Gesundheitsministerium bei der Entwicklung nationaler Instandhaltungsrichtlinien, dem Ausbau einer nationalen Werkstatt zur Wartung von Medizintechnik sowie der Schulung des technischen Personals. Hierdurch steigt die Leistungsfähigkeit der Gesundheitsdienstleister.

Gemeinsam tragen diese Maßnahmen entscheidend dazu bei, die Qualität der medizinischen Versorgung von Patientinnen und Neugeborenen zu verbessern.

Wirkungen

  • Sieben Behandlungsstandards werden entwickelt und in die Lehrpläne für Ärzte und Ärztinnen sowie Pflegepersonal (Curricula) integriert.
  • 16 neue Standards für Neonatologie wurden überarbeitet und werden in die Curricula integriert.
  • 35.000 Frauen und Kinder profitieren von der Einführung eines neuen Mutter-Kind-Passes.
  • 12 Medizinische Einrichtungen wurden erfolgreich akkreditiert. Vierweitere Institutionen werden derzeit auf eine Akkreditierung vorbereitet.
  • Zehn Bezirkskrankenhäuser erhielten Schulungen zum Thema Patientensicherheit und Infektionsprävention. Eine betreuende Supervision für das Personal wurde eingeführt.
  • In zehn Regionen hat sich der Service der Gesundheitseinrichtungen verbessert, davon profitieren ca. 1,3 Mio. Menschen.
  • 48 Hebammen wurden als Multiplikator*innen zum Thema „Management von physiologischen Geburten“ geschult
  • 300 Mitglieder sind dem Hebammenverband beigetreten.
  • In 200 Dörfern vermittelt das Vorhaben Frauen, Dorfältesten und religiösen Führern das Thema „Familienplanung“ und die verschiedenen Möglichkeiten der Verhütung.
Ärztinnen und Hebammen einer Entbindungsstation

Stand: Februar 2021

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