Dreieckskooperation Mexiko, Deutschland, Argentinien: Zwischenstaatlicher Erfahrungsaustausch fördert energieeffizienteres Handeln

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Dreieckskooperation Mexiko, Deutschland, Argentinien: Stärkung der Rahmenbedingungen für die Förderung der Energieeffizienz durch Austausch von best practices zwischen den Regierungen der Vereinigten Mexikanischen Staaten und der Republik Argentinien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Argentinien
Politischer Träger: Generaldirektion für Internationale Zusammenarbeit des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten und Kultus der Republik Argentinien
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2019

Ausgangssituation

Mexiko und Argentinien vollziehen derzeit eine Energiewende. In Mexiko knüpft dieser Prozess an die Reform des Energiesektors von 2013 an und wird durch das Energiewendegesetz von 2015 gestützt. Die zuständigen Behörden haben Indikatoren festgelegt, etwa die Energieintensität der mexikanischen Volkswirtschaft, mit denen im Bereich Energieeffizienz erstmals Zielmarken für eine Verbesserung der Energieleistung existieren. In Argentinien waren die Bemühungen im Zusammenhang mit dem Energiewendeprozess vor allem auf die Förderung der erneuerbaren Energien fokussiert, obwohl das Land auch in den Bereichen Industrie und Wohnungswesen beachtliche Erfahrungen vorweisen kann. Zudem existiert ein nationaler Gesetzesentwurf zur Energieeffizienz, der die Richtlinien für die staatliche Energiepolitik festlegt. Hierzu gehört der „Nationale Plan“ zur Energieeffizienz, der auf die Bereiche Wohnungswesen, öffentlicher Sektor, Industrie und Verkehr ausgerichtet ist. Das Vorhaben ordnet sich in diesen Rahmen ein und stützt sich mit seinem Ansatz auf gemeinsame Lernprozesse: Durch den Austausch von Erfahrungen und Erkenntnissen zwischen beiden Staaten werden günstige Bedingungen geschaffen, die den bereits begonnenen Energiewendeprozess beschleunigen.

Ziel

Die Regierungen von Mexiko und Argentinien stärken ihre technischen Kapazitäten gemeinsam mit Institutionen des Energiesektors. Die Förderung zur Energieeffizienz treibt die begonnene Energiewende in beiden Ländern voran. 

Vorgehensweise

Zum einen setzt das Projekt Lernnetzwerke zu Energieeffizienz und Energiemanagementsystemen im industriellen Bereich der Republik Argentinien ein. Dadurch sollen Methoden verbessert und Wissen in beiden Ländern verbreitet werden. Außerdem entwickelt das Vorhaben ein Konzept zur Förderung des Energiemanagements in Industriezweigen.

Es stärkt zudem das Angebot an Beratungsleistungen im Bereich Energieeffizienz  und Energiemanagement durch Schulung und Zertifizierung von Beraterinnen und Beratern. Damit wird ein qualitativ hochwertiges, in lokalen Einrichtungen beider Länder verankertes Schulungsangebot zu beiden Themen erreicht. Gleichzeitig setzt das Vorhaben Verfahren zur Zertifizierung von Beraterinnen und Beratern für Energieeffizienz und Energiemanagementsysteme um und erstellt in beiden Ländern ein entsprechendes Beratungsverzeichnis. Dieses Verzeichnis beinhaltet sowohl die Validierung von Erfahrungen und Kenntnissen als auch die vorhandene Zertifizierung.

Eine Austausch- und Transferplattform fördert den in beiden Ländern begonnenen Energiewendeprozesses. Die Grundlage bildet ein zwischen beiden Seiten vereinbartes Modell, über das gemeinsame Themen ermittelt werden und das den Erfahrungsaustausch möglich macht.

Wirkung

Mit einer offiziellen Eröffnungsveranstaltung und einem Auftaktworkshop startete im Sommer 2018 das erste Lernnetzwerk zu Energiemanagementsystemen der argentinischen Industrie. Beteiligt waren die Unternehmen Acindar Industria Argentina de Aceros BGH, Bimbo de Argentina, Celulosa Campana, Empresa Argentina de Soluciones Satelitales – ARSAT, Establecimiento Metalúrgico Sturam, Fibercord, Molinos Río de la Plata, Packall, Ricardo Almar e Hijos, Roca Argentina und Volkswagen Argentina. 

Im Herbst 2018 fand der erste Workshop zur Einführung des Lernnetzwerks für Energiemanagementsysteme statt. Dabei stellten die Unternehmen die bisherigen Ergebnisse aus den Bestandsaufnahmen zur Energieleistung und den Analysen vorhandener Lücken vor. Die Firmen verpflichteten sich, den Strom- und Wärmeenergieverbrauch zu verringern und legten die Zielmarken für die Umsetzung des Energiemanagementsystems fest. Darüber hinaus stellten sie einen Zeitplan für die Arbeit des Lernnetzwerks auf. Das Gruppenziel für die Einsparung von elektrischer Energie wurde auf sieben Prozent festgelegt, für Wärmeenergie auf fünf Prozent und für die Implementierung des Energiemanagementsystems auf 79 Prozent.

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