Stärkung einer nachhaltigen Wohnungspolitik in Guatemala

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Dreieckskooperation zwischen Deutschland, Mexiko und Guatemala zur Stärkung der nachhaltigen Gebäude- und Wohnungsbaupolitik in Guatemala
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Länder: Deutschland, Mexiko, Guatemala
Politischer Träger: In Mexiko: Agencia Mexicana de Cooperación Internacional para el Desarrollo (AMEXCID) / Mexikanische Agentur für Internationale Entwicklungszusammenarbeit (AMEXCID)
In Mexico: Mexican Agency for International Development Cooperation (AMEXCID)
In Guatemala: Secretaría de Planificación y Programación de la Presidencia (SEGEPLAN) / Nationales Planungssekretariat des Präsidialamtes, 
Secretariat of Planning and Programming of the Presidency (SEGEPLAN)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2018

Ausgangssituation

In Guatemala fehlen schätzungsweise 1,6 Millionen Wohnungen. Etwa 80 Prozent der bestehenden Wohnungen müssen saniert werden, der Neubedarf liegt bei etwa 20 Prozent. Seit 2012 gibt es in Guatemala ein neues Wohnungsgesetz, das eine größere Anzahl von Finanzierungsmöglichkeiten zulässt. 

Der Wohnraumbedarf der armen Bevölkerung ist besonders groß. Um sich die dringend benötigten Wohnungen leisten zu können, erhält sie vom Staat Finanzhilfen in Form von Zuschüssen. Diese  werden über den Wohnungsfonds vergeben und müssen nicht zurückgezahlt werden. Menschen ohne Bankkonto erhalten von Nichtregierungsorganisationen, Mikrofinanzinstitutionen und Genossenschaften nur selten ein Darlehen, und wenn, dann meist mit sehr hohen Zinsen. Das Institut für FHA-versicherte Hypotheken (Instituto de Hipotecas Aseguradas FHA) vergibt Darlehen an Menschen aus der Mittelschicht, die festangestellt sind und Zugang zu Sozialleistungen haben.

Guatemalas Nachbarstaat Mexiko verfügt über ein Gesetz, das die Darlehensvergabe an die erwerbstätige, rechtlich und steuerlich erfasste Bevölkerung regelt. Aufgrund seines Erfolges eignet es sich dafür, von Guatemalas Behörden modifiziert und übernommen zu werden. Das Vorhaben erleichtert den Austausch von Erfahrungen und Erfolgsmethoden zwischen beiden Ländern, vor allem in Bezug auf Programme, die eine nachhaltige Energienutzung und Wassereinsparung im Wohnungsbau fördern.

Ziel

Die Leistungsfähigkeit der guatemaltekischen Institutionen, eine nachhaltige Gebäude- und Wohnungsbaupolitik zu entwickeln, ist gestärkt. 

Vorgehensweise

Die leitende guatemaltekischen Wohnungsbehörde war daran interessiert zu erfahren, wie die mexikanische Regierung den Rechtsrahmen entwickelt und umgesetzt hat. Besonderes Interesse galt auch den Förderprogrammen und dem Ausbau von Kompetenzen, die die nachhaltige Gebäude- und Wohnungsbaupolitik stärken. Zu diesem Zweck wurde ein Runder Tisch eingerichtet, an dem die Akteure die gegenwärtige Situation und den Bedarf diskutieren. Das Vorhaben und der Runde Tisch bieten den entsprechenden Raum für die mexikanischen Institutionen, um ihre Erfahrungen und Erfolgsmethoden zu präsentieren.

Das Gremium des Runden Tischs hat eine Studie mit Empfehlungen für die staatliche Wohnungspolitik erstellt. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Förderung des sozialen Wohnungsbaus in städtischen und ländlichen Gebieten - unter Berücksichtigung der ökologischen Nachhaltigkeit. Darauf aufbauend hat die leitende Wohnungsbehörde Entscheidungen getroffen, die die staatliche Wohnungspolitik stärken, und ein Förderprogramm zur Festigung einer nachhaltigen staatlichen Wohnungspolitik entwickelt. 

Darüber hinaus hat das Vorhaben Schulungen für den Aufbau einer IT-Plattform durchgeführt – und orientierte sich dabei am mexikanischen „Nationalen Systems für Information und Wohnungsindikatoren“ (SNIIV). Die Plattform stellt Informationen und Indikatoren zum Wohnungswesen bereit.

Zusätzlich hat das Vorhaben ein Regionalforum für nachhaltiges Wohnen in Lateinamerika und der Karibik eingerichtet (Red de Ministros y Autoridades Máximas en materia de Vivienda y Desarrollo Urbano de América Latina y El Caribe, MINURVI). Auf diesem stellen Vertreter*innen der Dreieckskooperation mit Guatemala und mit Kolumbien die Ergebnisse im Bereich des nachhaltigen Wohnens vor. 

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