Nachhaltige Kosmetik aus Amazonien

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Nachhaltige Nutzung und Umweltauflagenerfüllung in drei Regionen in Amazonien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Brasilien
Partner: Natura, Symrise
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2020

Ausgangssituation

Die Amazonasregion umfasst mehr als die Hälfte der Landfläche Brasiliens und ist für ihre große biologische Vielfalt bekannt. Der Mangel an wirtschaftlichen Anreizen, das Land nachhaltig zu nutzen, führte zu Abrodungen weiter Teile Amazoniens. Um die Entwaldung zu verringern, müssen sämtliche Prozesse, die zur Produktion nachhaltiger Güter notwendig sind, wettbewerbsfähiger werden.

Die Kooperativen, die nachhaltige Produkte erzeugen, konzentrieren sich hauptsächlich auf einzelne Produktlinien, anstatt die Vielfalt von potenziell ertragreichen Produkten zu nutzen. Anbau und Verarbeitung finden meist in Handarbeit statt, daher können die  Kleinbäuer*innen in den Kooperativen nur ein geringes Einkommen erwirtschaften.

Vielen Kleinbäuer*innen mangelte es bisher an ausreichenden Kompetenzen, die strengen Anforderungen der Umweltgesetzgebung zu erfüllen. Unternehmen, die ihren Bedarf an nachhaltig produzierten Rohstoffen aus Amazonien decken, sind auf zuverlässige Lieferketten angewiesen. Die Kleinbauern müssen sowohl Nachhaltigkeitskriterien erfüllen als auch Qualitätsstandards einhalten.

Ziel

Die nachhaltige Nutzung und Wiederherstellung der natürlichen Ressourcen ist in Kooperation mit der Wirtschaft gewährleistet. Kleinbäuer*innen und traditionelle Bevölkerungsgruppen in Amazonien erhalten die Regenwälder und liefern nachwachsende Rohstoffe an die Industrie.

Die Babassupalme ist eine südamerikanische Palmenart aus deren Samen das Babassuöl gewonnen wird. Das Bild wurde an der Transamazônica in Pará aufgenommen.

Vorgehensweise

Der brasilianische Kosmetikhersteller Natura, der deutsche Produzent von Grund- und Duftstoffen Symrise und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH haben eine Partnerschaft geschlossen, die Anbau- und Produktionsprozesse nachhaltiger macht.

Die Kooperationspartner unterstützen Kooperativen dabei, ihre Produktion breiter aufzustellen und gewinnbringender zu wirtschaften. Das Projekt fördert technologische Innovationen, um die Qualität der Produkte zu verbessern. Aus Abfällen, die während der Verarbeitung von pflanzlichen Rohstoffen entstehen, entwickeln die Kooperativen neue Produkte, die das gesamte wirtschaftliche Potenzial der jeweiligen Pflanzenart ausschöpfen.

Das Vorhaben entwickelt die Fähigkeiten der Kooperativen durch Maßnahmen der Organisationsentwicklung und Schulungen des Personals weiter. Es unterstützt Kleinbäuer*innen und Kooperativen dabei, die gesetzlichen Umweltauflagen zu erfüllen – etwa durch die Registrierung ihres Landes im Umweltkataster oder die Verbesserung degradierter Flächen. Vor Ort verbessert das Beraterteam gemeinsam mit den Kleinbäuer*innen Prozesse und garantiert eine enge Kooperation zwischen den beteiligten Institutionen.

In technischen Fragen zu Produktion und Weiterverarbeitung berät Natura. Der Kosmetikhersteller führt Qualitätsstandards für die jeweiligen Produkte ein und fördert bessere Methoden im Anbau, Ernte und Produktion. Das Unternehmen unterstützt die Produktionsprozesse, die auf bislang ungenutzten Pflanzenarten basieren. Symrise engagiert sich in der Entwicklung neuer Methoden und Technologien zur Verbesserung von Verarbeitungstechniken. Überreste aus der Produktion werden daraufhin untersucht, ob sie sich für die Herstellung von Nebenprodukten und den Aufbau neuer Wertschöpfungsketten eignen.

Das Projekt wird im Rahmen des develoPPP Programms des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert.

Babassu-Mandeln werden mehrere Tage getrocknet, bevor sie zu Öl verarbeitet werden.

Wirkungen

Bisher hat das Vorhaben die folgenden Wirkungen erzielt:

  • Die Wirtschaftlichkeit der Produktion von Babassu-Öl in der Kooperative Coopcau wird derzeit durch Tests und Potenzialanalysen, die auch die Nutzung von Nebenprodukten aus der Ölproduktion berücksichtigen, analysiert. Das Projekt unterstützt auch den direkten Kontakt zwischen der Kooperative und potenziellen Käufern.
  • Vier technische Optionen zur Effizienzsteigerung der Trocknungsanlagen für Andirobasamen wurden identifiziert und werden in der aktuellen Erntesaison getestet.
  • Ein umfassendes Schulungsprogramm zur Stärkung der Managementkapazitäten der Kooperativenvorstände wurde entwickelt und befindet sich in der Umsetzung. Derzeit werden 25 Vorstandsmitglieder von fünf Kooperativen aus der Region Transamazônica geschult.
  • Bisher konnten 53 Familien durch das Projekt beraten und im Umweltkataster registriert werden.

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