Kultur- und Kreativwirtschaft

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Globalvorhaben Kultur und Kreativwirtschaft
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kenia, Senegal, Südafrika, Libanon, Jordanien, Irak
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2020

Ausgangssituation

Ob Musik, Film, Design oder Gaming: Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist Zukunftsmarkt und weltweite Wachstumsbranche. Sie bietet vielfältige Beschäftigungspotenziale und ist vor allem für junge Menschen in Entwicklungsländern mit aussichtsreichen Zukunftsperspektiven verbunden. Zwischen 2002 und 2011 lag das durchschnittliche jährliche Wachstum des Exports von Kreativgütern in Entwicklungsländern bei 12,1 Prozent. Von der weltweiten Finanzkrise wurde es kaum beeinträchtigt. Der Markteintritt ist verhältnismäßig leicht und es herrscht eine hohe Gründungsdynamik. Die Kultur- und Kreativwirtschaft fördert überdurchschnittlich häufig Frauen und bestärkt die Inklusion von benachteiligten Bevölkerungsgruppen. In der Art, wie Künstler*innen und Kreativschaffende arbeiten, stimulieren sie zudem Innovation und Kreativität in der Arbeitswelt, weil sie agil, digital und vernetzt sind. 

Viele Kreativschaffende verstehen sich aber nicht als Unternehmer*innen. In den Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit arbeiten sie zudem überwiegend im informellen Wirtschaftssektor. Häufig wird die Kreativarbeit nebenbei ausgeübt. Kreativschaffende leiden zudem in der Regel unter Kapitalknappheit. 

In Afrika und dem Nahen Osten stehen Kreativ-Unternehmer*innen nur wenige staatliche Unterstützungsangebote zur Verfügung. Kreativschaffende sind überdurchschnittlich oft mit starrer Bürokratie konfrontiert. Zusätzlich sind die Rahmenbedingungen oft unzureichend oder gar nicht vorhanden. 

Ziel

Die Voraussetzungen für die Nutzung wirtschafts- und entwicklungspolitischer Potenziale der Kultur- und Kreativwirtschaft in Kenia, Senegal, Südafrika, Libanon, Jordanien und Irak sind verbessert. Benachteiligte Bevölkerungsgruppen werden dabei berücksichtigt. 

Vorgehensweise

Mit dem Globalvorhaben Kultur und Kreativwirtschaft widmet sich das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) erstmals der entwicklungspolitischen Dimension des Kreativsektors. Langfristig soll die Kultur- und Kreativwirtschaft in den Partnerländern strukturell nachhaltig gefördert werden. Ziel ist es, die Lebensperspektiven – auch von benachteiligten Bevölkerungsgruppen – zu verbessern, Beschäftigungs- und Bleibeperspektiven zu schaffen und den sozialen Zusammenhalt zu unterstützen. 

In Zusammenarbeit mit Partnern unterstützt das Vorhaben Kreativschaffende dabei, eine Berufsperspektive für sich und andere auf- und auszubauen. Dafür wird ein vor allem privatwirtschaftlicher Ansatz gewählt: Kreativschaffende werden zu Unternehmer*innen fortgebildet beziehungsweise Gründerzentren werden dabei unterstützt, diese Fortbildungsangebote für Kreativschaffende zu entwickeln. Unterstützt werden ausgewählte Initiativen der Kultur- und Kreativwirtschaft, die schöpferisch agieren und sich vornehmlich wirtschaftlich ausrichten. Erfolgsversprechende Ansätze werden in unterschiedlichen Kontexten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit auf den Weg gebracht. Hierbei kooperiert das Vorhaben in allen Partnerländern mit dem Goethe-Institut.