Internationales Netzwerk bringt Handwerker*innen zusammen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stärkung innovativer Ansätze der Zusammenarbeit zwischen dem deutschen Handwerk und Partnern der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Deutschland, Subsahara-Afrika, Ruanda, Uganda, Südafrika
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2020

GIZ2019_Handwerk-Zusammenarbeit_1

Ausgangssituation

In vielen Ländern Subsahara-Afrikas wächst die Wirtschaft rasant. Dadurch steigt der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften. Bisher mangelt es vielerorts noch an gut ausgebildeten Fachkräften, um die wirtschaftlichen Potenziale erfolgreich zu nutzen. Die lokalen Unternehmen sind bisher kaum in die berufliche Bildung eingebunden und vor allem in den gefragten handwerklichen Berufen fehlt es jungen Menschen an praktischen Fertigkeiten.

Die praxisnahe berufliche Bildung im Handwerk ist ein Schlüssel für langfristige wirtschaftliche Entwicklung. Nur wenn die Handwerksbetriebe die Ausbildung mitgestalten, können sie den Nachwuchs entsprechend des künftigen Bedarfs und mit Blick auf zukünftige Herausforderungen schulen. Dafür ist langfristig eine bessere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und den Organisationen der beruflichen Bildung nötig.

Ziel

Durch die bessere Ausbildung in Handwerksbetrieben haben junge Menschen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und tragen zur wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Betriebe und Länder bei.

GIZ2019_Handwerk-Zusammenarbeit_2

Vorgehensweise

Die GIZ setzt das Vorhaben gemeinsam mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) um. Es vernetzt deutsche Handwerksbetriebe und -organisationen mit kleinen und mittelständischen Handwerksunternehmen und Berufsbildungszentren in Subsahara-Afrika, um internationale Betriebs- und Lernpartnerschaften anzustoßen. Die Aktivitäten orientieren sich am Bedarf der lokalen Partner, dafür kooperiert das Netzwerk mit Projekten der GIZ in Afrika.

Um deutsche Betriebe für den Austausch zu gewinnen, präsentiert sich das Projekt auf Veranstaltungen und in Print- und Online-Medien und informiert über ein mögliches Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit. Interessierte Fachkräfte erlernen in Kurztrainings und E-Learning-Kursen, wie sie ihr Wissen vor Ort weitergeben können. In Kurzzeiteinsätzen bringen sie ihre Erfahrungen dann direkt in einem lokalen Betrieb oder einer Berufsbildungsorganisation ein.

Parallel dazu können sich deutsche und afrikanische Firmen über eine Matching-Plattform über Grenzen hinweg vernetzen. Die Matching-Plattform gleicht die Datenbank-Profile der deutschen Fachkräfte des Handwerks ab und schlägt aufgrund von Übereinstimmungen passende Einsätze in Projekten der Entwicklungszusammenarbeit vor. In diesen Projekten sind afrikanische Betriebe und Berufsbildungszentren involviert. Mit regelmäßigen Matching-Reisen stellt das Vorhaben den ersten persönlichen Kontakt zwischen deutschen Fachkräften verschiedener Gewerke und afrikanischen Betrieben und Berufsbildungsorganisationen her.

Wirkungen

Deutsche und afrikanische Handwerksbetriebe und Organisationen der beruflichen Bildung tauschen sich in Betriebs- und Lernpartnerschaften selbstständig miteinander aus. Sie arbeiten grenzübergreifend zusammen. Die persönliche und fachliche Weiterentwicklung wird dadurch gestärkt.  

Im Netzwerk sind derzeit rund 60 Handwerker*innen aus unterschiedlichen Gewerken aktiv tätig und geschult. Sie arbeiten beispielsweise in der Holz- und Metallverarbeitung, Kraftfahrzeug- und Elektrotechnik, im Bereich Erneuerbare Energien und Sanitär-Heizung-Klima. In mehr als 25 Kurzzeiteinsätzen konnten sie ihr Wissen pro Training an bis zu 15 lokale Fachkräfte weitergeben und verbessern so die berufliche Bildung vor Ort.

Etwa 30 Fachkräfte nahmen bereits an den Matching-Reisen nach Äthiopien, Ruanda und Uganda teil und engagieren sich nun selbstständig in afrikanischen Betrieben, Berufsbildungseinrichtungen und Handwerksprojekten. Bisher sind drei dauerhafte Betriebspartnerschaften entstanden, weitere zehn befinden sich derzeit im Aufbau.

GIZ2019_Handwerk-Zusammenarbeit_3

Download

Weitere Informationen