Grüne Bürgerenergie für Afrika

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Grüne Bürgerenergie für Afrika
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Äthiopien, Benin, Côte D’Ivoire, Ghana, Mosambik, Sambia, Senegal, Uganda, Namibia
Politischer Träger: Energieministerien bzw. ländliche Energieagenturen in den vom BMZ ausgewählten Ländern; ggf. weitere Träger für einzelne Maßnahmen
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2022

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Ausgangssituation

620 Millionen Menschen in Subsahara-Afrika haben keinen Zugang zu modernen Energietechnologien und -dienstleistungen. Es mangelt vor allem an einer flächendeckenden Stromversorgung. Mit den vor Ort verfügbaren Technologien wird Energie in der Regel teuer, ineffizient und gesundheitsgefährdend produziert.

Der aktuelle Energiebedarf in Afrika wird weiter überproportional steigen: durch hohes Bevölkerungswachstum, die Steigerung der wirtschaftlichen Aktivitäten in oft dynamischen Wirtschaftsräumen und einen höheren Lebensstandard. Bis 2030 dürfte die Energienachfrage Afrikas deshalb um 80 Prozent zunehmen. Hier ist die internationale Staatengemeinschaft gefordert, die mit der international anerkannten, globalen „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ die Vision einer gemeinsamen, lebenswerten Zukunft geschaffen hat. Die Agenda denkt erstmals ökologische, ökonomische und soziale Aspekte von Entwicklung zusammen. Alle Staaten der Vereinten Nationen verpflichten sich im Rahmen der Sustainable Development Goals (SDG) bis zum Jahr 2030 zu 17 Zielen. Nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung und die Verwirklichung des SDG „Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie für alle sichern“ ist nur möglich, wenn ausreichend Energie zur Verfügung steht. Mit Blick auf den Klimawandel, das Pariser Klimaabkommen und das SDG „Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen“ müssen erneuerbare Energien die Basis für die künftige Energieversorgung Afrikas bilden. Dazu gehört vor allem, den Zugang zu moderner, erneuerbarer Energie in ländlichen Gebieten deutlich zu verbessern.

Ziel

Die Voraussetzungen, ländliche Regionen Afrikas mit dezentralen erneuerbaren Energien zu versorgen, sind unter der Beteiligung von Bürger*innen und Unternehmen verbessert.

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Vorgehensweise

Im Juni 2017 hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller die Initiative „Grüne Bürgerenergie für Afrika“ ins Leben gerufen. Diese leistet einen Beitrag zur Umsetzung des „Marshallplans mit Afrika“. Gleichzeitig flankiert sie die nationale Umsetzung der Agenda 2030, indem sie zum Erreichen der SDG „Bezahlbare und saubere Energie“ und SDG „Klimaschutz“ beiträgt. 

Das Vorhaben unterstützt den Aufbau dezentraler erneuerbarer Energiesysteme in ländlichen Regionen Afrikas und bindet dabei lokale Akteure und private Investoren ein. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Teilhabe von Kommunen, Genossenschaften und lokalen Unternehmen. Darüber hinaus werden die lokale Wertschöpfung und die produktive Nutzung von Energie und soziale Einrichtungen gefördert sowie Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen. 

Das Vorhaben wird in fünf Komponenten umgesetzt:

  • Ein Kleinprojektefonds fördert Projekte lokaler Akteure in Subsahara-Afrika mit bis zu 200.000 Euro.
  • Das Aus- und Fortbildungsangebot im Bereich dezentrale erneuerbare Energieversorgung wird verbessert und ausgeweitet.
  • Dezentrale erneuerbare Energien für produktive Nutzung und soziale Einrichtungen werden zugänglich gemacht.
  • Eine Verbesserung der Rahmenbedingungen und Beratungsangebote ermöglichen eine Skalierung von Investitionen.
  • Ein Angebot von Informationen zu dezentralen erneuerbaren Energien wird bereitgestellt und Energiepartnerschaften vermittelt.

Die Komponenten 1 und 5 – „Kleinprojektefonds“ und „Sekretariat“ – werden von zentraler Seite gesteuert. Die Punkte 2, 3 und 4 – „Aus- und Fortbildung“, „Produktive Nutzung und soziale Infrastruktur“ und „Investitionen und Rahmenbedingungen“ – werden vor Ort in den Fokusländern konzipiert und umgesetzt.

Darüber hinaus unterstützen zwei „Energiebeauftragte des BMZ für Afrika“ die Initiative: die beiden ehemaligen Bundestagsabgeordneten Bärbel Höhn und Josef Göppel. Sie spielen eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der Initiative „Grüne Bürgerenergie für Afrika“, indem sie ehrenamtlich die Gestaltung und Bekanntmachung der Initiative unterstützen und ihre politischen Erfahrungen und Netzwerke in die Umsetzungsarbeit einbringen. Die beiden Energiebeauftragten haben im Rahmen ihrer Tätigkeit acht von neun Fokusländern bereist. Auf diversen Veranstaltungen präsentierten sie die Initiative. Dies trägt zum Aufbau von Partnerschaften zwischen verschiedenen Akteursgruppen und damit zu den Kernzielen der Initiative bei.

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