Mit energetischen Sanierungen zum Vorzeigeprojekt

Projektbezeichnung

Bezeichnung: Energieeffizienter Stadtteil Lemberg (Lwiw)
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Land: Ukraine
Poltischer Träger: Ministerium für Entwicklung von Gemeinden und Territorien der Ukraine 
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2022

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Ausgangssituation

Hohe Heizkosten sind ein riesiges Problem für einen Großteil der ukrainischen Bevölkerung. Veraltete Heizkraftwerke und Verteileranlagen, ein schwaches Fernwärmenetz, schlecht oder nicht gedämmte Gebäude sowie ineffiziente Heizungsanlagen treiben den Energieverbrauch in die Höhe. Die entstehenden Kosten belasten besonders die Menschen, die nur über ein geringes Einkommen verfügen. Um ihre Rechnungen begleichen zu können, ist die einkommensschwache Bevölkerung auf soziale Hilfen vom ukrainischen Staat angewiesen. 

Ein gedrosselter Energieverbrauch würde Treibhausgasemissionen reduzieren. Weiterhin könnten energiebezogene Förderungen den Staatshaushalt entlasten, indem Sozialausgaben eingespart werden.

Die ukrainische Regierung bemüht sich, den Einsatz von Energie in Gebäuden effizienter zu machen. Dafür sind energetische Sanierungen an den Gebäuden nötig. Den meisten Wohnungseigentümer*innen fehlen allerdings die finanziellen Mittel und das technische Know-how dafür. Ein nationaler Fonds für Energieeffizienz soll weiterhelfen und entsprechende Sanierungen bezuschussen, beispielsweise für bessere Wärmedämmungen und moderne Heizsysteme. Die Finanzierungsanreize reichen allerdings häufig nicht aus. Das gilt vor allem für die Sanierung von Mehrfamilienhäusern, in denen viele Sozialhilfeempfänger*innen leben. Dies ist auch in der ukrainischen Stadt Lwiw (Lemberg) nicht anders.

Ziel

Ein Wohngebiet in Lwiw (Lemberg) ist umfassend energetisch saniert. Als Positivbeispiel belegt dieses Projekt den energetischen und wirtschaftlichen Nutzen der Sanierung zur Steigerung der Energieeffizienz und dient als Referenz für den nationalen Energieeffizienzfonds.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt die ukrainischen Kommunen dabei, Anreize für Sanierungen von Wohngebäuden zu schaffen. Dafür wurde zusammen mit den Partner*innen ein Wohngebiet im Bezirk Sichiv in der Stadt Lwiw (Lemberg) ausgesucht, in dem Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Ziel ist es, möglichst viel Energie und Sozialhilfen einzusparen sowie den Komfort für die Bewohner*innen zu verbessern. 

In einem ersten Schritt prüft das Projekt gemeinsam mit dem Lwiwer Stadtrat den Gebäudebestand, die Sozialstruktur und den Energieverbrauch im Stadtteil. Im Anschluss sollen die energetischen Sanierungen gemeinsam mit den Einwohnerinnen und Einwohnern geplant geplant werden. Vorgesehen ist beispielsweise, Fassadendämmungen anzubringen sowie neue Ventilations- und Heizsysteme zu installieren, die eine Steuerung der Temperatur in den Wohnungen ermöglicht. 

Ziel ist es, den Energiebedarf zur Wärmeerzeugung nach Abschluss der Arbeiten in den sanierten Gebäuden um die Hälfte zu reduzieren. Für die Bewohner*innen bedeutet das eine Ersparnis von ebenfalls 50 Prozent der bisherigen Energiekosten. 

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Sichiv nimmt die Rolle als energieeffizienter Vorzeigestadtteil ein. Hier werden zukünftig Ressourcen geschont, Energien effizient genutzt und Ausstöße verringert. Die gesammelten Projekterfahrungen dienen als Referenz für den Energieeffizienzfonds der Ukraine und für andere Städte in der Region. Das Projekt macht Einsparpotenziale sichtbar und dokumentiert die wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile der unterschiedlichen Sanierungsmaßnahmen. Das Projekt wird zeigen, welche Wirkungen die Finanzierung durch den Energieeffizienzfonds hat, wenn sie mit Zuschüssen der Kommunen aufgestockt wird. Die Wohnungseigentümergemeinschaften erhalten Informationen über Finanzierungsmodelle und beteiligen sich an den Kosten der Sanierung. Langfristig ist zu erwarten, dass auch der Arbeitsmarkt von der steigenden Nachfrage nach Fachkräften für die Sanierungen der Wohngebäude profitiert.

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