Wirtschaftliche und soziale Teilhabe von vulnerablen Vertriebenen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Wirtschaftliche und soziale Teilhabe von vulnerablen Vertriebenen und lokaler Bevölkerung im Südkaukasus
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Armenien, Aserbaidschan, Georgien
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

Ausgangssituation

Im Südkaukasus stellen Binnenvertriebene (Internally Displaced People, IDPs) und Flüchtlinge eine besonders schutzbedürftige Gruppe dar. Aufgrund langjähriger territorialer Konflikte in der Region ist ein großer Teil der Bevölkerung vertrieben worden. Derzeit gibt es etwa 900.000 Binnenvertriebene in der Region, was circa sieben Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht. Aufgrund der eingefrorenen Konflikte ist die Lage der Binnenvertriebenen in allen drei Ländern äußerst komplex und sowohl innen- als auch außenpolitisch hochsensibel. Angesichts des schwierigen Gleichgewichts zwischen Integration und Bindung an die alte Heimat, der Entwurzelung, abgebrochener Ausbildungen, der unzureichenden Unterbringung, mangelnder Zukunftsperspektiven und der Gefahr einer politischen Instrumentalisierung sind die Vertriebenen im Südkaukasus hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungsmöglichkeiten besonders benachteiligt.

Trotz des jüngsten Wirtschaftswachstums stehen alle drei Länder weiterhin vor der Herausforderung, Armut und soziale Ausgrenzung zu überwinden, von der ein erheblicher Teil der Bevölkerung betroffen ist. Vertriebenen mangelt es an Zugang zu Bildung und wirtschaftlicher Entwicklung, sie sind öfter arbeitslos und sozial isoliert, haben eine niedrigere Lebenserwartung und nehmen weniger am gesellschaftlichen Leben teil.

Ziel

Die wirtschaftliche und soziale Teilhabe von benachteiligten Vertriebenen und der lokalen Bevölkerung im Kaukasus ist verbessert.

Vorgehensweise

Dieses Ziel wird durch Maßnahmen in den folgenden vier Handlungsfeldern erreicht:

  • Unterstützung der Kapazitäten der öffentlichen Hand zur verbesserten Bereitstellung von Dienstleistungen für schutzbedürftige  Bevölkerungsgruppen;
  • Stärkung der Fähigkeiten und Qualifikation von vulnerablen Gruppen mit besonderem Schwerpunkt auf der Beschäftigungsfähigkeit, einer marktrelevanten Berufsorientierung, Job-Matching , Existenzgründungsberatung und Berufsqualifizierung einschließlich psychosozialer Maßnahmen;
  • Entwicklung des lokalen Privatsektors – Stärkung der Nachfrage nach Arbeitskräften und Schaffung von Einkommens- und Erwerbsmöglichkeiten für schutzbedürftige Personen;
  • Förderung eines kommunalen und ehrenamtlichen Engagements, um die Teilhabe vor Ort, die Widerstandsfähigkeit der Gemeinden und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu verbessern.

Das Vorhaben "EPIC" verfolgt einen integrativen Ansatz, von dem alle vulnerablen Bevölkerungsgruppen profitieren und mit dem ihre wirtschaftliche und soziale Teilhabe gefördert wird. Das Vorhaben kombiniert die Förderung der Beschäftigungsfähigkeit und der Existenzgründung mit der Stärkung gemeinnütziger Organisationen und der Zivilgesellschaft und deckt hierdurch verschiedene Aspekte der sozialen Beteiligung ab. Alle Maßnahmen orientieren sich an den Bedürfnissen der Zielgruppe und umfassen psychosoziale Unterstützungsleistungen, so dass die Selbsthilfekapazitäten der Teilnehmenden gestärkt werden. Die Beratung staatlicher Partner fördert Partizipation auch von institutioneller Seite.

Wirkungen

Die umgesetzten Maßnahmen tragen erste Früchte. Öffentliche Akteure nutzen ihre verbesserten Kapazitäten zur Entwicklung und Umsetzung von bedarfsorientierten Ansätzen für vulnerable Bevölkerungsgruppen. Begünstigte von Maßnahmen zur Förderung von Beschäftigungsfähigkeit und Unternehmertum nutzen ihre verbesserten Fähigkeiten, um Arbeitsplätze zu finden oder Unternehmen zu gründen. So hat beispielsweise etwa die Hälfte der Teilnehmer*innen an Arbeitsförderungsprogrammen bisher Arbeit gefunden. Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen (KKMU) optimieren mit Unterstützung des Vorhabens ihre Wertschöpfungsketten, steigern ihre Produktivität und schaffen so zusätzliche Arbeitsplätze. Im sozialen Bereich werden insbesondere Frauen und Jugendliche durch interessante Aktivitäten, Motivationstrainings und mittels neuer (selbstverwalteter) Räume motiviert und befähigt, vor Ort sozial aktiv zu werden. So tragen Frauen- und Jugendgruppen zur Lösung lokaler Bedürfnisse bei und beteiligen sich sicht- und hörbar am Leben in der Gemeinschaft.