Psychosoziale Unterstützung in der Ostukraine

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Aufbau von Dienstleistungsstrukturen und Ausbildungskapazitäten zur psychosozialen Versorgung in der Ostukraine
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ)
Land: Ukraine
Politischer Träger: Ministerium für Sozialpolitik der Ukraine
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2023

Ausgangssituation

2014 ist in der Ostukraine ein bewaffneter Konflikt ausgebrochen. Zu den Folgen gehört ein stark gestiegener Versorgungsbedarf im Bereich psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung (Mental Health and Psychosocial Support / MHPSS). Das strukturell ohnehin überforderte ukrainische Gesundheits- und Sozialwesen vermag dem nicht entsprechend zu begegnen, vor allem nicht in den konfliktnahen Verwaltungsbezirken (Oblaste) Luhansk und Donezk. Kommunen, Zivilgesellschaft und Bildungsträgern fehlen die fachlichen und finanziellen Ressourcen sowie organisatorische Fähigkeiten, um eine kontinuierliche psychosoziale Versorgung für Binnenvertriebene und die Menschen vor Ort zu gewährleisten.

Vor allem ältere Menschen, Frauen, Kinder und Jugendliche sowie Kriegsveteranen leiden unter dem Versorgungsmangel. Die Herausforderungen mit Blick auf die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden von Einzelnen, Gruppen und Gemeinden erschweren zudem den Aufbau von Zukunftsperspektiven in den betroffenen Gebieten.

Die Entwicklung eines nationalen Konzeptes zur Verbesserung der psychischen Gesundheit der Bevölkerung (2017-2030) ist ein Anzeichen dafür, dass das Bewusstsein der Entscheidungsträger*innen für notwendige strategische Ansätze gestiegen ist. Personeller und materieller Ressourcenmangel sowie unzureichende fachübergreifende Kooperation zwischen den Ministerien beeinträchtigen jedoch die Umsetzung.

Ziel

Die bedarfsorientierte psychosoziale Versorgung ist in ausgewählten Gemeinden der Verwaltungsbezirke Donezk und Luhansk dauerhaft verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben fördert vor allem den Auf- und Ausbau von Strukturen und fachlichen Kompetenzen und damit eine langfristig bessere psychosoziale Versorgung der Bevölkerung. Durch fachliche Entwicklung, Beratung und Vernetzung werden kommunale Dienstleister und zivilgesellschaftliche Akteure darin gestärkt, eine bessere psychosoziale Unterstützung anzubieten. In Kooperation mit Universitäten werden reguläre Lehrpläne durch einen Aufbaustudiengang in Orientierung an internationale Standards ergänzt. Zudem werden sie stärker mit der praktischen Anwendung des Gelernten verknüpft.

Seit 2014/2015 werden in der Krisenregion Ansätze vor allem aus der Humanitären Hilfe erprobt. Sie sind jedoch nicht dauerhaft gesichert. Das Projekt greift diese Ansätze auf und verankert sie in lokale Strukturen. Dabei stehen fachübergreifende Konzepte und Multi-Akteurs-Initiativen im Vordergrund. Sie bilden die Grundlage für die Weiterentwicklung und Etablierung psychosozialer Dienstleistungen. Die Übermittlung von Erfahrungen der Gemeinden in nationale Politiken wird durch das Vorhaben ebenfalls gefördert.

Andere Sprachversionen