Internationale waldrelevante Klimafinanzierung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Internationale waldrelevante Klimafinanzierung
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI)
Kofinanziert von: Norwegens Internationale Klima und Wald Initiative
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2021

gizIMAGE-madre-de-dios-rainforest-01

Ausgangssituation

Die enorme Bedeutung des Bereichs Wald- und Landnutzung für den Klimaschutz ist unumstritten. Natürliche Klimalösungen könnten bis 2030 bis zu 37 Prozent der weltweit benötigten kosteneffizienten Minderungsmaßnahmen bereitstellen, wobei Wälder das größte Potenzial bieten.

Die New York Declaration on Forests (NYDF) gilt als gemeinsamer internationaler Handlungsrahmen, um den Verlust von Naturwäldern bis 2030 zu stoppen, "entwaldungsfreie" Lieferketten auszubauen sowie degradierte und entwaldete Landflächen wiederherzustellen.

Das Pariser Klimaabkommen und die nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDG) der Vereinten Nationen (insbesondere SDG15 "Leben an Land") verankern ebenfalls den Handlungsbedarf zum Schutz von Wäldern. Zahlreiche Länder und Initiativen unternehmen bereits wichtige Schritte dazu.

Die globale Entwaldung schreitet jedoch weiter voran und die öffentliche Finanzierung der Reduktion von Entwaldung wird den Möglichkeiten zum Klimaschutz im Bereich der Wald- und Landnutzung nicht gerecht.
Daher wird das Thema internationale Wald- und Klimafinanzierung immer wichtiger auf der globalen Agenda. Es besteht dringender Bedarf für fokussiertes und besser abgestimmtes Handeln auf internationaler Ebene.

Aus diesem Grund haben sich Deutschland, Norwegen und das Vereinigte Königreich (die so genannte Germany-Norway-United Kingdom (GNU)-Initiative) 2015 verpflichtet, ihre Anstrengungen zur Zusammenarbeit mit anderen Regierungen und der Privatwirtschaft weiter auszubauen, um eine Erhöhung der Finanzmittel für Wälder bis 2020 und darüber hinaus zu erreichen.

Ziel

Die Wirksamkeit von waldrelevanter Klimafinanzierung ist erhöht und Kapazitäten in ausgewählten Tropenwaldländern zur zielgerichteten Umsetzung von Maßnahmen zum Wald- und Klimaschutz sind gestärkt.

gizIMAGE-rainforest-tree-02

Vorgehensweise

In enger Koordination mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) unterstützt das Vorhaben die Erhöhung der Wirksamkeit waldrelevanter Klimafinanzierung. Es fördert Potenziale und Kompetenzen in Partnerländern um Emissionen zu mindern. Hierfür werden drei Handlungsstränge verfolgt. Erstens soll die strategische Positionierung des Themas auf internationaler Ebene verbessert und Fortschritte bei der Mobilisierung privater Klimafinanzierung erreicht werden. Zweitens sollen relevante Akteure koordiniert werden, um eine wirkungsvolle Umsetzung waldrelevanter Klimafinanzierung und die Ziele der NYDF zu erreichen. Drittens soll durch ausgewählte Maßnahmen die Umsetzung von waldrelevanter Klimafinanzierung effektiver werden. Verbesserte Koordinierung wichtiger Geber von Klimafinanzierung und Wissenstransfer aus den Projektaktivitäten in internationale Initiativen sollen einen ambitionierten Klimaschutz durch Wälder stärken.

Wirkungen

  • Durch die Unterstützung des BMU bei der Planung und Durchführung internationaler Veranstaltungen wurde im Dialog das Thema der Finanzierung naturbasierter Lösungen sowie die Bedeutung der internationalen waldrelevanten Klimafinanzierung hervorgehoben.
  • Auf Nachfrage der GNU-Initiative wurden umfangreiche Hintergrundanalysen erstellt und technische Veranstaltungen mit weltweit führenden Expert*innen zu Themen wie Finanzierungsinstrumenten, Kohlenstoffstandards, Messungs, - Berichts- und Verifikationssystems (Measuring, Reporting and Verification, kurz MRV), REDD+ („Reducing Emissions from Deforestation and forest Degradation“, zu Deutsch: Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung) und Emissionshandelssysteme organisiert.
  • Die „Accountability Framework Initiative“ (AFi) wurde bei der Entwicklung des ersten einheitlichen Rechenschaftsrahmens unterstützt, der Normen und Leitlinien für die Definition, Umsetzung und den Nachweis von Fortschritten bei entwaldungsfreien Lieferketten in der Land- und Forstwirtschaft festlegt. Dies wird zu einer Verbesserung der Berichterstattung und des Monitorings von Zusagen aus dem privaten Sektor beitragen (NYDF Ziel 2).
  • Unterstützung der Einrichtung eines neuen internationalen waldrelevanten Klimafinanzierungsinstruments, dem Single Donor Trust Fund "Acceleration of Implementation for REDD+ in Africa" (der über das BMU mit 15 Millionen Euro gefördert wird) im Dezember 2018.

Weitere Informationen