Stärkung der Resilienz von Flüchtlingen, Binnenvertriebenen, Rückkehrenden und aufnehmenden Gemeinden im Kontext der anhaltenden Krisen in Syrien und Irak

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Qudra 2 - Stärkung der Resilienz von Flüchtlingen, Binnenvertriebenen, Rückkehrenden und aufnehmenden Gemeinden im Kontext der anhaltenden Krisen in Syrien und Irak
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Kofinanzierung mit dem regionalen Treuhandfonds der EU als Reaktion auf die Krise in Syrien (EUTF Syrien) und der spanischen Agentur für internationale Entwicklungszusammenarbeit
Land: Jordanien, Libanon, Irak, Türkei
Politischer Träger: Ministerien und lokale Behörden in Jordanien, dem Libanon, dem Irak und der Türkei
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2022

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Ausgangssituation

Im syrischen Bürgerkrieg mussten mehr Menschen ihre Heimat verlassen als an jedem anderen Krisenherd der Welt. Bis Anfang 2019 wurden mehr als 6 Millionen Menschen innerhalb Syriens vertrieben, und 5,6 Millionen Syrer*innen sind im Libanon, in Jordanien, in der Türkei und im Irak als Flüchtlinge registriert. Viele Flüchtlinge sich seit vier Jahren oder sogar länger im jeweiligen Aufnahmeland. Auch im Irak hat die anhaltende Gewalt zu Binnenvertreibungen geführt. Diejenigen, die wieder in ihre Heimat zurückkehren, stehen vor der Herausforderung, dass sie sich in einem Land, in dem die Infrastruktur großflächig zerstört wurde und die gesellschaftliche Ordnung nachhaltig beeinträchtigt ist, wieder ein Leben aufbauen müssen. Vor diesem Hintergrund ist es unwahrscheinlich, dass syrische Flüchtlinge kurzfristig in großer Zahl in ihre Heimat zurückkehren werden, da ein sicheres und menschenwürdiges Leben dort noch nicht wieder möglich ist.

Die meisten Flüchtlinge und Binnenvertriebenen, die von den Krisen in Syrien und im Irak betroffen sind, leben in aufnehmenden Gemeinden und nur ein kleiner Teil in eigens dafür vorgesehenen Flüchtlingslagern. Zwar haben die Regierungen und Gemeinden der aufnehmenden Länder beträchtliche Anstrengungen zur Unterstützung von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen unternommen, doch die lange Dauer der Krise belastet zunehmend das soziale Gefüge. So werden die gesellschaftlichen Spannungen durch einen tatsächlich oder auch nur vermeintlich herrschenden Wettbewerb um den Zugang zu Bildungsmöglichkeiten, Arbeitsplätzen und anderen grundlegenden Dienstleistungen verstärkt. Gleichzeitig sind viele der von den Krisen in Syrien und im Irak betroffenen Personen auf besondere Unterstützung angewiesen und müssen beispielsweise ein durch die Vertreibung erlittenes Trauma bewältigen. Die inzwischen seit Jahren anhaltenden Krisen sind für den Einzelnen, die Gemeinden und die staatlichen Stellen in allen vier Ländern nach wie vor spürbar. Daher bedarf es nachhaltiger Unterstützung, damit es der Bevölkerung gelingt, die durch die Krisen in Syrien und im Irak verursachten Herausforderungen zu bewältigen.

Ziel

Die Resilienz von Einzelpersonen, Gemeinden und Institutionen wird soweit gestärkt, dass sie in der Lage sind, die durch die anhaltenden Krisen in Syrien und im Irak verursachten Herausforderungen zu bewältigen.

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Vorgehensweise

Das Programm Qudra 2 wird von der Europäischen Union (EU), Deutschland und Spanien kofinanziert und ist ein Symbol für die Unterstützung der Nachbarländer Syriens durch Europa. Quadra 2 wurde als Programm mit mehreren Partnern geplant und baut auf den gemeinsamen Stärken und Kapazitäten der EU und ihrer Mitgliedstaaten auf. Das Programm wird gemeinsam von der spanischen Agentur für internationale Entwicklungszusammenarbeit (AECID), der belgischen technischen Zusammenarbeit (ENABEL), Expertise France, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und der ungarischen zwischenkirchlichen Hilfe durchgeführt und arbeitet in jedem Land eng mit den jeweiligen politischen Partnern zusammen.

Qudra 2 gliedert sich in vier Hauptkomponenten:

  • Bildung und Schutz
  • Beschäftigungsförderung und Einkommenserzielung
  • Unterstützung des Dialogs zwischen den lokalen staatlichen Institutionen und Organisationen der Zivilgesellschaft
  • Dialog und Verbreitung von wahrheitsgemäßen Informationen

Der Zugang zu qualitativ hochwertigen Bildungsangeboten ist für junge Menschen, die von den Krisen in Syrien und im Irak betroffen sind, von entscheidender Bedeutung. In Jordanien unterstützt die GIZ die Beförderung von Schüler*innen zur Schule, das Gebäudemanagement sowie außerschulische Aktivitäten. Dadurch entsteht ein den Lernprozess begünstigendes Umfeld für Kinder und Lehrer*innen. Gleichzeitig wird das durch steigende Schülerzahlen unter Druck geratene Bildungssystem entlastet.

Im Libanon und im Irak unterstützen Expertise France und die GIZ den Zugang von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen zu Leistungen in den Bereichen psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung und fördern die Integration der Menschen in die aufnehmenden Gemeinden.

Der Zugang zu Beschäftigung und Möglichkeiten der Einkommenserzielung gehört zu den größten Herausforderungen, vor denen Flüchtlinge, Binnenvertriebene, Rückkehrende sowie die Menschen in den aufnehmenden Gemeinden stehen. Qudra 2 unterstützt die Begünstigten dabei, ihre Existenz durch die Aufnahme einer Beschäftigung oder die Gründung eines kleinen Unternehmens oder landwirtschaftlichen Betriebs zu sichern. Die Maßnahmen werden in Jordanien von der GIZ und ENABEL und im Irak von der GIZ und der ungarischen zwischenkirchlichen Hilfe durchgeführt.

Wandmalerei: SO1 - Außerschulische Aktivitäten - Gruppenbild von Schülern nach dem Bemalen der öffentlichen Prinz-Mohammad-Schule für Jungen in Zarqa, Jordanien - Gemeinsame Kunstprojekte stärken den sozialen Zusammenhalt unter Kindern.

Darüber hinaus stärkt Qudra 2 die Kapazitäten von staatlichen Stellen und zivilgesellschaftlichen Organisationen, damit diese besser in der Lage sind, in transparenter Weise inklusive Basisdienstleistungen zu erbringen. Durch Gemeindeprojekte und kleine Infrastrukturinvestitionen verbessert Qudra 2 die Lebensbedingungen der Zielgruppen und trägt zum Abbau von gesellschaftlichen Spannungen in den Gemeinden bei. Dadurch wird die Resilienz der lokalen Bevölkerung sowie der Institutionen gestärkt. Die Komponente wird im Irak von der GIZ und der ungarischen zwischenkirchlichen Hilfe und in der Türkei von der GIZ umgesetzt.

Das Programm fördert in mehreren Ländern und unabhängig von Komponenten die soziale Stabilität sowie den Zusammenhalt zwischen Flüchtlingen, Binnenvertriebenen, Rückkehrenden und aufnehmenden Gemeinden. Zu diesem Zweck versucht das Programm, den Dialog zwischen den verschiedenen Stakeholdergruppen zu fördern, um Austausch und Innovation voranzubringen. Die französische Medienentwicklungsagentur CFI arbeitet mit verschiedenen Partnern zusammen, um die Zielgruppe des Programms über Fernsehen, Rundfunk und die sozialen Medien wahrheitsgemäß zu informieren. Dadurch soll Fehlinformationen entgegengewirkt werden, die oft die tiefere Ursache für gesellschaftliche Spannungen bilden.

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