Süd-Süd-Kooperation im Migrationsbereich

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Maβnahme zur Süd-Süd-Kooperation im Migrationsbereich (Projekt RECOSA)
Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Europäische Union (EU)
Land: Marokko, Côte d’Ivoire, Mali und Senegal
Politischer Träger: Beigeordnetes Ministerium beim Minister für auswärtige Angelegenheiten, afrikanische Zusammenarbeit und Auslandsmarokkaner, zuständig für Auslandsmarokkaner (MDCMRE)
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2021

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Ausgangssituation

Als Brücke zwischen Europa und Subsahara-Afrika verfolgt Marokko seit mehreren Jahren eine ganzheitliche Migrationspolitik: Ziel ist es, die Beziehungen Marokkos zu seinen im Ausland lebenden Staatsangehörigen zu stärken sowie die Integration von Migrant*innen, unter anderem aus Westafrika, in Marokko zu fördern. Diese marokkanische Migrationspolitik begleitet eine zunehmende Süd-Süd-Mobilität. 

Vor diesem Hintergrund engagiert sich Marokko seit mehreren Jahren für eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Ländern südlich der Sahara in Migrationsfragen. So wurden Vereinbarungen mit Senegal (2013), der Côte d’Ivoire (2015) und Mali (2019) unterzeichnet. Trotz der Besonderheiten ihrer jeweiligen Migrationssituation stehen die vier Länder vielen gemeinsamen Herausforderungen gegenüber, was die Zusammenarbeit mit ihrer Diaspora , die Integration von Rückkehrer*innen, den Schutz von Migrantenrechten und die Förderung legaler Migration betrifft.

Hier setzt die Maßnahme zur Süd-Süd-Kooperation im Migrationsbereich an, welche im Rahmen des Projekts RECOSA umsetzt wird. Sie wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und von der Europäischen Union (EU) über den Treuhandfonds für Afrika finanziert. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und die französische Agentur für internationale Zusammenarbeit  , Expertise France, setzen sie um.

Ziel

Gute Erfahrungen des Migrationsmanagements werden zwischen Marokko, der Côte d’Ivoire, Mali und Senegal ausgetauscht. Durch gemeinsame Steuerungsformate und gemeinsames Lernen wird eine regionale Migrationsgovernance aufgebaut.

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Vorgehensweise

Die Maßnahme zur Süd-Süd-Kooperation fördert den Erfahrungsaustausch zwischen Marokko, der Côte d’Ivoire, Mali und Senegal im Migrationsbereich. Sie setzt nationales und internationales Fachwissen in jedem der vier Länder ein, um den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten zu stärken und gemeinsame Aktivitäten in den folgenden Bereichen zu fördern:

  • Migration und Entwicklung (vor allem Strategien und Ansätze zur Mobilisierung der ausgewanderten Menschen)
  • Schutz von Migrantenrechten (unter anderem durch Maßnahmen zur wirtschaftlichen und sozialen Integration)
  • Süd-Süd-Mobilität (zum Beispiel durch Pilotmaßnahmen, die die Mobilität von jungen Berufstätigen, Student*innen und Praktikant*innen zwischen den vier Ländern fördern)

Um das gemeinsame Lernen zu erleichtern, stärkt die Maßnahme die Kompetenzen der Schlüsselakteure und schafft Dialogformate. Studien und Kartographien liefern die notwendigen Daten, um angemessene Migrationsstrategien zu entwickeln. Durch Pilotmaßnahmen werden Ansätze ausprobiert, die später breiter angepasst und übernommen werden.

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Wirkungen

Die gemeinsam entwickelten Aktionspläne zur Süd-Süd-Kooperation wurden im Juni 2019 durch Marokko, die Côte d’Ivoire, Mali und Senegal offiziell verabschiedet, nachdem Planungsworkshops in den vier Ländern stattgefunden hatten. 

Erste Ergebnisse wurden in allen drei Interventionsbereichen und auf allen Ebenen erzielt. So wurde zum Beispiel eine Strategie zur Diasporamobilisierung in der Côte d’Ivoire entwickelt und eine Evaluierung der nationalen Migrationspolitik in Mali durchgeführt. 

Darüber hinaus hat das Vorhaben eine Kooperation zwischen drei ivorischen Regionen und ihren marokkanischen Partnerregionen initiiert, und zwar im Bereich der Integration und der lokalen wirtschaftlichen Entwicklung. 

Zudem wurde eine Beratungsstelle für Auslandssenegales*innen (Bureau d’Accueil des Sénégalais de l’Extérieur) in Casablanca  eröffnet und eine Servicestelle  „Mobilität“ in Senegal geplant.

Mehrere in Marokko im Rahmen des Vorhabens RECOSA entwickelte Integrationsmaßnahmen werden in den drei Partnerländern angepasst. Dazu gehören zum Beispiel das nachhaltige Trainingsmodell im Migrationsbereich, der Ansatz zur Integration durch Sport in den Gemeinden und der Ansatz zur spielerischen Aufklärung von Jugendlichen zu Migrations- und Integrationsfragen. 

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