Nachhaltigen Tourismus fördern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung des nachhaltigen Tourismus in Tunesien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Europäische Union (EU)
Land: Tunesien
Politischer Träger: Ministère du Tourisme ‎et de l'Artisanat (Ministry of Tourism and Handicrafts)
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2024

Ausgangssituation

Tunesien steht nach der politischen Revolution 2011 weiterhin vor sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen: Es fehlt an wirtschaftlicher Dynamik und die offizielle Arbeitslosenrate liegt bei 15 Prozent. Vor allem junge Menschen und Frauen, besonders im Landesinneren, sind davon betroffen. 

Die Tourismusindustrie ist einer der wichtigsten Zweige der tunesischen Wirtschaft und schafft tausende direkte und indirekte Arbeitsplätze. In der Folge des politischen Umbruchs und der angespannten Sicherheitslage durchlief die Branche jedoch herausfordernde Jahre, unter denen die Qualität der touristischen Angebote litt. 

Mittlerweile erholt sich der Bereich: Der Tourismus trug bereits im Jahr 2018 wieder zu knapp 14 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) bei und beschäftigt etwa 13 Prozent der erwerbstätigen Tunesier*innen. 2019 zählte das Land erstmals wieder mehr als neun Millionen internationale Ankünfte. Allerdings konzentriert sich der Tourismus stark auf die Küstengebiete. Wirtschaftlich schwächere Regionen und vor allem die ländliche Bevölkerung profitieren nicht ausreichend vom touristischen Potenzial.

Ziel

Die tunesische Regierung erweitert und verbessert das Angebot für Kultur- und Naturtourismus, besonders im Landesinneren. Der Tourismus ist als wichtiger Wirtschaftszweig gefestigt, stärkt die nationale Wirtschaft und verbessert die Beschäftigungssituation in Tunesien.

Vorgehensweise

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH realisiert das Projekt in Partnerschaft mit dem tunesischen Ministerium für Tourismus und Kunsthandwerk. Die Finanzierung stammt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Europäischen Union (EU) im Rahmen des Programmes Tounes Wijhetouna (Tunesien – unsere Destination).

Die GIZ arbeitet mit dem tunesischen Tourismusministerium, nationalen Verbänden und Vereinen sowie weiteren öffentlichen und privaten Akteur*innen der Branche zusammen, um die Tourismuswirtschaft in Tunesien langfristig zu fördern. Im Fokus stehen ökologisch und sozial tragfähige Ansätze, die zum Erhalt von Kultur und Natur beitragen.

In ausgewählten Regionen, hauptsächlich im Landesinneren, schafft das Vorhaben alternative Tourismusangebote mit Fokus auf Kultur, Natur und Sport. Besondere Attraktionen, die über ein hohes touristisches Potenzial verfügen, werden anhand von thematischen Routen vernetzt und gefördert. 

Zusammen mit der Schweizer Stiftung Swisscontact werden sogenannte Destination Management Organisations (DMOs) aufgebaut. Diese verbessern die Wettbewerbsfähigkeit des lokalen Tourismusangebotes und das regionale Marketing und übernehmen das einheitliche Management der verschiedenen Regionen. 

Zusätzlich ermöglicht das Vorhaben einen Austausch von internationalen und nationalen Akteur*innen aus unterschiedlichen Branchen, zum Beispiel der Agrarwirtschaft oder Handwerksbetrieben. So werden innovative Ideen entwickelt, Geschäftsabschlüsse getätigt und die tunesische Wirtschaft branchenübergreifend gestärkt. 

Die gemeinsamen Projektaktivitäten stärken den tunesischen Tourismus auf den globalen Märkten. Dadurch erhöht sich nicht nur die Anzahl der Reisenden, sondern auch deren Aufenthaltsdauer und Ausgaben, was die Wirtschaft des Landes langfristig stärkt.

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