Grüne Kühlschränke schonen das Klima in Kolumbien

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Kolumbianisches NAMA Grüne Kühlschränke für Haushalte
Auftraggeber: NAMA Facility: Department for Business, Energy & Industrial Strategy (BEIS) of the United Kingdom, Danish Ministry of Energy, Utilities and Climate (EFKM), Europäische Kommission und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Kofinanziert von: Europäische Union (EU)
Land: Kolumbien
Politischer Träger: Kolumbianisches Ministerium für Umwelt und nachhaltige Entwicklung (MinAmbiente), Ministry of Mines and Energy (MinEnergia) 
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2022

Training 9

Ausgangssituation

Kolumbien spielt eine wichtige Rolle beim globalen Klima- und Umweltschutz. Laut der national festgelegten Klimabeiträge will Kolumbien mindestens 20 Prozent der Emissionen von Treibhausgasen (THG) einsparen und hat hierfür Maßnahmen in unterschiedlichen Bereichen festgelegt. In diesem Zusammenhang hat die Regierung einen Aktionsplan vorgelegt, der auch konkrete Maßnahmen vorsieht, um THG aus Haushaltskühlschränken zu reduzieren.
Ein Großteil der in Kolumbien genutzten Kühlschränke ist energetisch ineffizient. Gerade bei den ärmeren Bevölkerungsschichten macht der Kühlschrank etwa die Hälfte der Stromkosten aus. Zudem werden in alten Geräten zum Teil noch fluorierte und chlorierte Kohlenwasserstoffe (HFC) als Kühlmittel verwendet. Durch Lecks und unsachgemäße Entsorgung der Altgeräte entweichen die Gase in die Atmosphäre und schaden dem Klima und der Ozonschicht. Im Jahr 2015 haben die privaten Kühlschränke circa 3,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent ausgestoßen. Dies ist vergleichbar mit den jährlichen Emissionen von 10,3 Millionen Autos in Kolumbien.

Ziel

Kolumbianische Produzenten stellen klimafreundliche und energieeffiziente Kühlschränke her und können diese über ein Austauschprogramm besser in den Markt einführen. Alte, ineffiziente Kühlschränke werden sachgerecht entsorgt. 

NAMA Training 4

Vorgehensweise

Um den kolumbianischen Kühlschrankmarkt nachhaltig umzugestalten, arbeitet die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH gemeinsam mit der Ozonschutzeinheit des Umweltministeriums und den anderen Umsetzungspartnern in fünf Handlungsfeldern:

  • Beratung der Regierung zu politischen Rahmenbedingungen
  • Unterstützung bei der Produktion und Markteinführung von klimafreundlichen und energieeffizienten Kühlschränken – durch technische Beratung und zinsgünstige Darlehen
  • Umsetzung eines Austauschprogramms
  • Beratung und finanzielle Unterstützung zur sachgerechten Entsorgung alter Kühlschränke
  • Kompetenzaufbau und Projektauswertung

Die GIZ setzt die technische Zusammenarbeit gemeinsam mit den Partnern und nationalen und internationalen Fachleuten um. Die kolumbianische Entwicklungsbank BANCOLDEX übernimmt die finanzielle Zusammenarbeit.

Das Vorhaben berät die kolumbianische Regierung zu politischen Maßnahmen, die die Nachhaltigkeit der Branche langfristig verbessern. Dazu gehören beispielsweise die Einführung von verpflichtenden Effizienzstandards für Kühlschränke und ein Verbot des klimaschädlichen Kältemittels HFC.

Das Vorhaben unterstützt die drei nationalen Kühlschrankhersteller bei der Produktion und Markteinführung von klimafreundlichen und energieeffizienten Kühlschränken. Die Hersteller erhalten vergünstigte Kredite und technische Beratung, um ihre Produktion an die höheren Standards anzupassen.

Ein Austauschprogramm soll zudem alte durch neue grüne Kühlschränke ersetzen. Bis zum Projektende sollen mit finanziellen Anreizen 300.000 alte Geräte ausgetauscht. Um die alten Kühlschränke sachgerecht zu entsorgen, erhalten die zuständigen Entsorgungsunternehmen technische Beratung und finanzielle Unterstützung.

Trainings und Fortbildungsmaßnahmen sind ein Kernelement des Vorhabens. Es bildet Servicetechniker*innen für den sicheren Umgang mit natürlichen Kältemitteln aus. Entsorgungsunternehmen und Umweltbehörden werden zudem zur sachgerechten und umweltfreundlichen Beseitigung geschult. Darüber hinaus berät das Vorhaben bei der Erstellung und Verankerung eines Systems, das die Projektergebnisse und THG-Minderungen überwacht und auswertet.

Training 36

Wirkung

 

  • 21 Techniker*innen wurden in der sicheren Wartung und Reparatur von Kühlschränken mit dem natürlichen Kältemittel Isobutan geschult.
  • Die Handlungsfähigkeit der Organisation RED VERDE, die das Austauschprogramm leitet, wurde über einen örtlichen Zuschuss gestärkt.
  • Änderungsvorschläge für technische Energieeffizienzstandards für Kühlschränke in Kolumbien wurden eingereicht. Die Verordnung wurde Ende 2019 für ein öffentliches Konsultationsverfahren veröffentlicht.

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