Das Personenstandswesens in Kamerun wird modernisiert

Projektkurzbeschreibung

Titel: Modernisierung des Personenstandswesens in Kamerun
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kamerun
Politischer Träger: Ministère de la Décentralisation et du Développement Local (MINDDEVEL)
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2021

Ausgangssituation

Die Initiative für ein schnelleres Personenstandswesen, das „African Programme on Accelerated Improvement of Civil Registration (APAI-CRVS)“ der Afrikanischen Union rückt seit 2009 das Personenstandswesen als Regierungsaufgabe in den Fokus staatlichen Handelns. Für die kamerunische Regierung erschwert das Fehlen belastbarer Bevölkerungsdaten demografische Prognosen und Entwicklungsplanung und hemmt inklusives Wachstum. Darüber hinaus misst sie dem Thema aufgrund der Sicherheitslage und den Herausforderungen bezüglich Menschen auf der Flucht zunehmend Bedeutung bei.

Für das Personenstandswesen ist auf zentraler Ebene das Ministerium für Dezentralisierung und Lokalentwicklung (MINDDEVEL) zuständig. Die 2015 eingerichtete, dem MINDDEVEL nachgeordnete, Nationale Behörde für das Personenstandswesen (BUNEC) setzt die nationale Reform um. Verantwortlich für die Umsetzung des Personenstandswesens in den Regionen sind die Kommunen. Bisher werden Register und Urkunden manuell geführt oder ausgegeben. Hierbei gibt es große Herausforderungen, unter anderem bei der Archivierung, im Personalwesen, bei der Zuverlässigkeit der existierenden Urkunden sowie bei der Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Akteuren. Auch die statistische Funktion des Personenstandswesens wird noch nicht erfüllt. Darüber hinaus ist die geringe Nachfrage der Bevölkerung eine der größten Herausforderungen. 

Ziel

Das Dezentralisierungsministerium, die nationale Personenstandsbehörde und Partnergemeinden sind in der Lage, die Umsetzung eines inklusiven und rechenschaftspflichtigen Systems für Personenstandswesen und Bevölkerungsstatistik zu gewährleisten.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt zum einen die Verbesserung der Leistungsfähigkeit der institutionellen Akteure im Personenstandwesen. Zum anderen ist das  Ziel, vor allem die benachteiligten Gruppen durch Sensibilisierung und Verbesserungen des Systems dazu zu bringen, sich registrieren zu lassen. 

Die Angebotsseite wird durch strategische Beratung und die Erhöhung der Handlungsfähigkeit der Schlüsselakteure unterstützt. Hierzu gehört unter anderem die Ausarbeitung tragfähiger IKT-Lösungen (Informations-und Kommunikationstechnik). Auf der Nachfrageseite wird insbesondere auf den gleichberechtigten Zugang zu den Dienstleistungen des Personenstandwesens für alle Bevölkerungsgruppen geachtet. Da der Nachweis einer rechtlichen Identität insbesondere armen Bevölkerungsschichten Zugang zu staatlichen Basisdienstleistungen bietet, trägt das Vorhaben zur Armutsminderung bei. So bescheinigt die Geburtsurkunde eine rechtliche Identität und ist Voraussetzung für Rechtsfähigkeit, gesellschaftliche Teilhabe und Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen. Eine fehlende Geburtsurkunde verstärkt den Ausschluss marginalisierter Bevölkerungsgruppen. Mädchen und Frauen sind von der Problematik besonders betroffen, denn ohne die Registrierung von Geburt und Ehe haben sie kaum Möglichkeiten, ihre Rechte einzufordern und sind Missbrauch stärker ausgeliefert.

Die Geschlechtergerechtigkeit wird durch die besondere Berücksichtigung von Frauen und Mädchen beim Zugang zu Dienstleistungen gewährleistet. Dabei spielt Aufklärung über die mit dem Personenstand verbundenen Rechte insbesondere in Ehe und Familie eine wesentliche Rolle. 

Das Vorhaben umfasst drei Handlungsfelder: 

  • Unterstützung der verantwortlichen Behörden (BUNEC) auf zentraler Ebene bei der Reformdurchführung und Kapazitätsaufbau;
  • Implementierung der Reformen auf regionaler und kommunaler Ebene;
  • Sensibilisierung der Bevölkerung und Stärkung des zivilgesellschaftlichen Dialogs.
  • Das Vorhaben ist in drei Regionen tätig: Nord, Süd-West und Litoral.

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