Dekarbonisierung des Energiesektors in Bosnien und Herzegowina

Projektbeschreibung

Bezeichnung: Dekarbonisierung des Energiesektors in Bosnien und Herzegowina
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Länder: Bosnien und Herzegowina
Politischer Träger: Ministerium für Außenhandel und Wirtschaftsbeziehungen, Bosnien und Herzegowina (MoFTER)
Gesamtlaufzeit: 2020 bis 2023

Ausgangssituation

Die Europäische Union (EU) und mehrere südosteuropäische und andere Länder haben eine Energiegemeinschaft gegründet, um einen stabilen und einheitlichen Regulierungsrahmen für den Energiesektor sowie Energiemärkte zu schaffen, die eine zuverlässige Energieversorgung gewährleisten und Investitionen in einen klimafreundlichen Energiesektor begünstigen. Als eine der Vertragsparteien hat sich Bosnien und Herzegowina dazu verpflichtet, den für den Energiebereich relevanten EU-Besitzstand umzusetzen. Dazu werden derzeit verschiedene Maßnahmen zur Liberalisierung und Dekarbonisierung des Energiesektors durchgeführt.

So hat sich die Regierung von Bosnien und Herzegowina ambitionierte Ziele im Hinblick auf die kurzfristige Steigerung der Energieeffizienz sowie die Erhöhung des Anteils der erneuerbarer Energien (EE) gesetzt. Zurzeit arbeitet die Regierung an einer Dekarbonisierungsstrategie, in der die Energie- und Klimastrategien der verschiedenen Sektoren zusammengeführt werden und die einen mittelfristigen Planungshorizont bis 2030 aufweist. Der strategische und rechtliche Rahmen, mit dem die Dekarbonisierung des Energiesektors des Landes vorangebracht werden soll, ist jedoch noch nicht weit genug entwickelt. So wurden bei der energieeffizienten Gebäudesanierung, der Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien (abgesehen von Großwasserkraftwerken) und der Beteiligung der Bürger*innen an der Energiewende lediglich geringe Fortschritte erzielt.

Ziel

Die Regierung von Bosnien und Herzegowina setzt schrittweise Dekarbonisierungsmaßnahmen um und überwacht die Fortschritte bei der Umsetzung der integrierten nationalen Energie- und Klimaziele. Die öffentlichen Institutionen sind bereit, Programme zur energetischen Sanierung von Wohngebäuden aufzulegen. Die Institutionen nutzen nachhaltige Förderinstrumente, um den Anteil der gewerblichen EE-Anlagen am Energiemix zu erhöhen und eine bürgernahe dezentrale Energieversorgung zu fördern.

Vorgehensweise

Das Projekt unterstützt das Ministerium für Außenhandel und Wirtschaftsbeziehungen (MoFTER) und die Energieministerien der Entitäten auf dem Gebiet des individuellen und organisationsbezogenen Capacity Development. Das Ziel besteht darin, gut funktionierende Abteilungen einzurichten, die die Umsetzung von langfristigen, auf die Klimaziele 2050 ausgerichteten Dekarbonisierungsszenarien planen, koordinieren und überwachen. Durch die Unterstützung beim Aufbau eines digitalen Monitoring-Systems, das von den Energieministerien des Gesamtstaates und der Entitäten, deren Statistikbehörden sowie allen sonstigen relevanten Behörden betrieben wird, sollen die Fortschritte bei der Dekarbonisierung überwacht werden. Darüber hinaus vermittelt das Projekt den öffentlichen Institutionen die Fähigkeiten, die notwendig sind, um öffentliche Konsultationen durchzuführen und einen Dialog zwischen der Zivilgesellschaft und dem öffentlichen und privaten Sektor auf den Weg zu bringen. Außerdem werden die Energiemanager auf Staats-, Entitäts-, Kantons- und kommunaler Ebene geschult, um die Qualität der mit dem geplanten Monitoringsystem zu erfassenden Daten zu verbessern.

Durch die Förderung der Dekarbonisierung im Wohngebäudesektor unterstützt das Projekt die zuständigen Behörden bei der Entwicklung eines nationalen Energieeffizienzprogramms. Die Arbeit an dem Programm erfolgt im Rahmen eines partizipativen Prozesses, durch den Finanzierungsinstitutionen, Unternehmen und Haushalte bereits frühzeitig in die Planung eingebunden werden. Ferner entwickelt das Projekt digitale Instrumente, verbessert die Kapazitäten der für die Umsetzung des Programms verantwortlichen Akteure, spricht den öffentlichen und den privaten Sektor sowie die Bürger*innen durch öffentliche Aufklärungskampagnen gezielt an und gibt Anregungen für Änderungen an der aktuellen Gesetzgebung.

Durch die Umsetzung der Strategie ermöglicht das Projekt Pilotprozesse, die eine Dekarbonisierung der Stromerzeugung fördern. Dazu stärkt das Projekt zum einen die Kapazitäten der lokalen Akteure bei der Entwicklung von Geschäftsplänen für Bürgerenergieprojekte, wodurch wiederum die Beteiligung der Bürger*innen an der angestrebten Reform des Energiesektors vorangebracht wird. ZZum anderen berät das Projekt seine Partner bei der Durchführung einer ersten Auktion für Erzeugungskapazität aus erneuerbaren Energien.

Letzter Stand: Januar 2021

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