Flüchtlinge aus Afghanistan und aufnehmende pakistanische Gemeinden unterstützen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Soziale Unterstützung für vulnerable afghanische Flüchtlinge und Mitglieder der aufnehmenden Gemeinden (SSARC)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Pakistan
Politischer Träger: Ministerium für Staaten und Grenzregionen / Ministry of States and Frontier Regions (SAFRON), Hauptkommissariat für afghanische Flüchtlinge / Chief Commissionerate for Afghan Refugees (CCAR) 
​​​​​​​Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2022

Junge Männer nehmen an einem Robotikkurs teil. Copyright: GIZ

Ausgangssituation

Pakistan beherbergt über zwei Millionen afghanische Geflüchtete, von denen 1,3 Millionen beim Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) registriert sind. Die wirtschaftliche Infrastruktur und die sozialen Sicherungssysteme der aufnehmenden Städte und Gemeinden in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa sind mit der großen Zahl an Menschen überfordert. Das führt zu Spannungen zwischen den Flüchtlingen und der Bevölkerung der aufnehmenden Gemeinden.

Die Erfahrung von Gewalt oder Gewaltandrohung, Traumata sowie existenzielle und wirtschaftliche Sorgen schaffen eine Situation, die zu Angst und Stress bis hin zu Depressionen führen kann. Besonders betroffen sind Kinder, Jugendliche, Frauen und andere benachteiligte Gruppen.

Ziel

Die Regierung Pakistans schafft für afghanische Flüchtlinge und für die Bevölkerung der aufnehmenden Gemeinden gendersensible und leicht zugängliche psychosoziale Angebote und fördert so das friedliche Zusammenleben.

Junge Frauen nehmen an einem Workshop zum Thema geschlechterbasierte Gewalt teil. Copyright: GIZ

Vorgehensweise

Das Vorhaben schafft niedrigschwellige psychosoziale Angebote für einzelne Personen aber auch für Familien und Kommunen. Es fördert damit den sozialen Zusammenhalt zwischen den einzelnen Gruppen der Gemeinden. Ein besonderes Augenmerk liegt auf Angeboten für Frauen und heranwachsende Mädchen und Jungen.

Der Ansatz umfasst drei Stufen:

  1. Um bedarfsorientierter auf die psychosozialen Bedürfnisse der Bevölkerung eingehen zu können, trainiert das Vorhaben Fachkräfte und Laien. Zu den Schlüsselpersonen gehören Regierungsmitarbeitende, Gesundheitspersonal, Mitarbeitende von Nichtregierungsorganisationen und einflussreiche Persönlichkeiten.
  2. Das Vorhaben schafft „geschützte Räume“, in denen sich die Betroffenen treffen und austauschen können. Vor allem Mädchen und Frauen werden zu bestimmten psychosozialen Themen sensibilisiert, wie häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt, Depression oder Stressmanagement.
  3. Das Vorhaben führt Maßnahmen durch, um die Resilienz von Jugendlichen zu steigern und ihr psychisches Wohlbefinden zu fördern. Jugendliche werden beraten und angeleitet, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen und sich in ihrer Gemeinde zu engagieren, um als vollwertige Mitglieder anerkannt zu werden.

Stand: November 2022

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