Gewalt gegen Frauen in Bolivien vorbeugen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Prävention von Gewalt gegen Frauen in Bolivien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Bolivien
Politischer Träger: Ministerium für Justiz und Transparenz: Vizeministerium für Chancengleichheit, (Ministerio de Justicia y Transparencia Institucional, Viceministerio de Igualdad de Oportunidades)
Gesamtlaufzeit: 2020 bis 2022

Puppentheater in der Schule, um Prävention gegen Frauen zu thematisieren

Ausgangssituation

Geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen ist in Bolivien noch immer weit verbreitet. Etwa sieben von zehn Frauen sind davon betroffen. Laut dem nationalen Statistikinstitut zeigt ein Drittel der Bevölkerung Verständnis für Partnergewalt. Diese Legitimierung verdeutlicht die dringende Notwendigkeit, gesellschaftliche und kulturelle Normen zu verändern. 

Die bolivianische Regierung hat maßgebliche internationale Konventionen zum Kampf gegen Gewalt gegen Frauen ratifiziert sowie nationale Gewaltschutzgesetze verabschiedet. Das Land hat sich zudem verpflichtet, die nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) umzusetzen. Diese zielen unter anderem darauf ab, die Geschlechter gleichzustellen und jegliche Form von Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu beseitigen. 

Allerdings konzentrierte sich die Regierung bisher auf die Unterstützung von gewaltbetroffenen Frauen. Es fehlt daher an konkreten und wirksamen Umsetzungsplänen, Kenntnissen, Instrumenten und Erfahrungen von Schlüsselakteur*innen, um Präventionsmaßnahmen durchzuführen – insbesondere in Bildungseinrichtungen, privaten und öffentlichen Unternehmen sowie im akademischen Bereich.

Ziel

Schlüsselakteur*innen im staatlichen, privaten und akademischen Bereich tragen stärker zur Prävention von Gewalt gegen Frauen bei.

Schulkinder beantworten die Frage, was Gewalt für sie darstellt

Vorgehensweise

Das Vorhaben berät das Ministerium für Justiz und Transparenz sowie insbesondere das Vizeministerium für Chancengleichheit dabei, verschiedene Gesetze zum Schutz von Frauen vor Gewalterfahrungen umzusetzen. 

Dabei baut es auf den erzielten Wirkungen des abgeschlossenen Vorhabens ComVoMujer auf. Die dort entwickelten und erprobten Methoden werden genutzt, um Prävention im Bildungsbereich zu verankern. Dafür arbeitet das Vorhaben mit dem Bildungsministerium und dessen dezentralisierten Einheiten zusammen, bildet Lehrkräfte fort und fördert die Ergänzung von Lehrplänen. So kommen die entwickelten Präventivmethoden direkt zum Einsatz, wie zum Beispiel der Lernparcours „Mitmachen macht Mut“ und das Lernformat „Game Over“. 

Schülerkinder und Lehrerin befassen sich mit dem Thema Gewalt gegen Frauen

Unternehmen und Handelskammern spielen aufgrund ihrer gesellschaftlichen Verantwortung eine entscheidende Rolle, um Gewalt gegen Frauen und Mädchen vorzubeugen. Sie haben ein enormes Potenzial, Verhaltensänderungen bei ihrem Personal anzustoßen. Daher werden an drei staatlichen und einer privaten Universität die Lehrpläne in Betriebswirtschaftslehre um Gewaltprävention erweitert. Damit können Expert*innen Kostenstudien oder andere Analyseinstrumente zum Thema entwickeln und auswerten. 

Eine datengestützte Argumentation bietet staatlichen und privaten Unternehmen weitere Anreize in der Gewaltvorbeugung aktiv zu werden. Ausgewählte Unternehmen erhalten Instrumente, um Präventionsmaßnahmen zu identifizieren und umzusetzen.

Stand: Juni 2021

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