Verantwortungsvolle Landpolitik

Verantwortungsvolle Landpolitik
© GIZ/Henderikus Velzing

Ein verlässlicher Zugang zu Land ist eine Grundlage ländlicher Entwicklung. Die GIZ unterstützt daher verbindliche Eigentums-, Besitz- und Landnutzungsrechte in den Partnerländern.

 

Die Existenz vieler Menschen hängt direkt von dem Land ab, auf dem sie leben und das sie bewirtschaften. Aber Land ist eine begrenzte Ressource und die Nachfrage steigt. Landkonflikte entstehen, weil meist nicht eindeutig geregelt ist, wem das Land gehört und wer es nutzen darf. Die Weltbank schätzt, dass 70 Prozent der Weltbevölkerung Landbesitz nicht formal registrieren lassen kann. Nur etwa 30 Länder haben eine funktionierende Landverwaltung. In Afrika sind nur zehn Prozent der Landflächen registriert. In vielen Ländern wird die Nutzung von Grund und Boden nach lokalem Gewohnheitsrecht geregelt. 

Zugleich kaufen nationale und internationale Investoren großflächig Land auf – und vertreiben häufig die Menschen, die dort leben. Besonders betroffen sind Frauen, gesellschaftliche Randgruppen und die indigene Bevölkerung. Mit dem Land wird ihnen die Möglichkeit geraubt, für sich und andere Nahrung zu produzieren. Zudem nehmen Investoren nicht ausreichend Rücksicht auf den Umweltschutz. So ist nachhaltige ländliche Entwicklung nicht möglich.

Ländliche und wirtschaftliche Entwicklung verlangt formale, verbindliche und faire Landrechte und eine funktionierende Land- und Raumnutzungsplanung. Nur wenn Rechtssicherheit besteht und Landnutzer langfristig planen können, sind Investitionen möglich, kann sich eine nachhaltige und produktive Landwirtschaft etablieren. Dabei muss der Zugang zu Grund und Boden sozial ausgewogen sein. Die Rechte von einzelnen und Gruppen sind zu berücksichtigen.

Im Auftrag der Bundesregierung unterstützt die GIZ ihre Partnerländer dabei, ihr Landmanagement zu verbessern und Rechtssicherheit zu schaffen. Alle Maßnahmen leisten einen Beitrag zur Armutsbekämpfung, zur Gleichberechtigung und zur Konfliktlösung:

 

Fairer Zugang zu Grund und Boden

Die GIZ setzt sich für einen fairen Zugang zu Grund und Boden und sichere Landrechte ein, damit Kleinbauern ihre Lebensgrundlage und Ernährung sichern können. Der menschenrechtsbasierte Ansatz der „Freiwilligen Leitlinien für die verantwortungsvolle Verwaltung von Boden- und Landnutzungsrechten, Fischgründen und Wäldern“ der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ist dabei eine wichtige Leitlinie.

 

Beratung und Beteiligung

Die GIZ berät ihre Partner bei der Gesetzgebung und dem Aufbau von Landverwaltungen, wie zum Beispiel Katasterämter oder lokale Landregister. Auf nationaler und lokaler Ebene setzt sie sich für faire rechtliche Bedingungen ein und ermutigt die Bürgerinnen und Bürger, sich an politischen Entscheidungen zu beteiligen.

 

Frauenrechte

Die GIZ setzt sich für die Gleichberechtigung ein, indem sie ihre nationalen Partner und traditionelle Autoritäten berät und für Frauenrechte wirbt.

 

Rahmen für Investitionen

Unter den richtigen Rahmenbedingungen können Investitionen in Land die Produktivität steigern und Arbeitsplätze, Einkommen und eine bessere Infrastruktur schaffen. Die GIZ unterstützt die Partnerländer dabei, den richtigen Rahmen zu setzen.