Indonesiens System zur beruflichen Aus- und Weiterbildung umbauen

Reform des Berufsbildungssystems (TSR 2.0)

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  • Auftraggeber

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

  • Land
  • Politische Träger

    Mehrere

  • Gesamtlaufzeit

    2021 bis 2024

  • Produkte und Fachexpertise

    Wirtschaft und Beschäftigung

Die Entwicklung der nationalen Aus- und Weiterbildungsstrategie durch das Chapeau Paper. Ausgangspunkt war eine Auswertung dessen, was im aktuellen System zur beruflichen Aus- und Weiterbildung angegangen werden muss und wo es Überschneidungen gibt. Durchgeführt wurde sie durch die vier Haupthandlungsträger der Reform des Systems zur beruflichen Aus- und Weiterbildung, das sind CMEA, CMHDC, Bappenas and KADIN.

Ausgangssituation

Künstliche Intelligenz und die digitale Transformation treiben Produktivität und Wertschöpfung in erheblicher Weise voran. Zudem wird eine umweltfreundliche Wende in der Wirtschaft immer wichtiger für nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Dies sind Faktoren, die zu einem Paradigmenwechsel bei der technischen beruflichen Aus- und Weiterbildung führen. Ziel ist es, eine qualifizierte Arbeitnehmerschaft zu schaffen, deren Fertigkeiten den Erfordernissen des Arbeitsmarkts entsprechen und die sich selbstständig auf die schnelle und disruptive wirtschaftliche Entwicklung einstellen kann.

Automatisierungsprozesse könnten bis 2030 mehr als 20 Millionen Arbeitsplätze ersetzen. Gleichzeitig könnten 27 bis 46 Millionen neue Stellen und 10 Millionen neue Beschäftigungsarten geschaffen werden. Für die wirtschaftliche Entwicklung ist es von erheblicher Bedeutung, dass auf die damit einhergehenden Bedarfe reagiert wird.

In seiner jetzigen Form geht das indonesische System zur beruflichen Aus- und Weiterbildung nicht auf die Entwicklungen am Arbeitsmarkt ein. Hinzu kommt, dass eine splitterhafte Verwaltung und ein uneinheitlicher gesetzlicher Rahmen dazu führen, dass Verbesserungen im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung nur langsam laufen und dazu geführt haben, dass Bildungseinrichtungen ihre Programme nicht an die Bedarfe der Wirtschaft anpassen. Dies hat dazu geführt, dass vorhandene Qualifikationen nicht immer den Bedarfen entsprechen und nachgefragte Qualifikationen auf dem Arbeitsmarkt fehlen. Eine negative Folge hiervon ist eine hohe Arbeitslosigkeit unter Absolvent*innen einer beruflichen Aus- oder Weiterbildung.

Ein betrieblicher Ausbilder sorgt für einen wirkungsvollen Wissens- und Kompetenztransfer in unterschiedlichen Trainingsprogrammen am Arbeitsplatz. Dazu gehören Praktika, die Berufsausbildung und die berufliche Weiterbildung.

Ziel

Die indonesische Regierung setzt Schlüsselelemente der landesweiten indonesischen Strategie zur beruflichen Aus- und Weiterbildung (Indonesian National TVET Strategy) erfolgreich um.

Vorgehensweise

Das Projekt TSR 2.0 unterstützt die indonesische Regierung bei der Schaffung eines funktionierenden Systems zur beruflichen Aus- und Weiterbildung in Zusammenarbeit mit allen relevanten Akteuren des Landes. Maßnahmen sind:

  1. Das neueingerichtete Koordinationsteam für die nationale Revitalisierung der beruflichen Aus- und Weiterbildung (National Coordination Team for the Revitalisation of Vocational Education and Training, TKNV) dabei unterstützen, die für Umsetzung der nationalen Aus- und Weiterbildungsstrategie benötigten Fähigkeiten zu verbessern.
  2. Unterstützung bei der Gründung von Bereichsausschüssen als Entwicklungszentrum für die berufliche Aus- und Weiterbildung unter dem TKNV. Dabei werden alle relevanten Stellen miteinbezogen.
  3. Die Fähigkeiten der Handelskammern (KADIN and KADINDA) und der Industrie verbessern, damit sie eine aktive Rolle im System zur beruflichen Aus- und Weiterbildung einnehmen können.
  4. Innovative Ausbildungsmethoden verbreiten. Dazu werden auch Virtual Realitys bei der Inhaltsgestaltung verwendet und das zugehörige Equipment (VR-Brillen) genutzt.

Stand: Mai 2023

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