Nordirak: Bundesminister Müller eröffnet Ausbildungszentrum in Flüchtlingscamp

Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller (ganz links) und die Vorstandssprecherin der GIZ, Tanja Gönner (zweite von rechts), bei der Eröffnung des Trainingszentrums im Flüchtlingslager Debaga. © GIZ

06.02.2017 – In dem Trainingszentrum werden Flüchtlinge in Handwerksberufen, wie Tischler, Klempner oder Elektroinstallateur fortgebildet.

Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, hat ein Trainingszentrum im Flüchtlingscamp Debaga eröffnet. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH hat es im Auftrag des BMZ errichtet. In dem Trainingszentrum werden Flüchtlinge in Handwerksberufen wie Tischler, Klempner oder Elektronikinstallateur fortgebildet. Die Trainingsmaßnahmen sollen vor allem auch Frauen zugutekommen. Sie lernen etwa, Mobiltelefone zu reparieren oder Hauselektrik zu installieren. In den kommenden sechs Monaten können 1.200 Menschen an den Kursen teilnehmen. Ziel ist es, dass die Flüchtlinge in der Lage sind, ihren Lebensunterhalt zu verdienen – zugleich aber auch, der Lethargie im Camp entgegenzuwirken. Wenn sie nach dem Krieg in ihre Heimat zurückkehren, sollen ihnen die erlernten Fähigkeiten beim Wiederaufbau helfen. Die schwedische Nichtregierungsorganisation Qandil wird das Zentrum leiten.

Debaga, ursprünglich ein Dorf von 2.500 Einwohnern 40 Kilometer südlich von Erbil in der Kurdenregion im Nordirak, beherbergt heute vier große Flüchtlingscamps mit etwa 40.000 Bewohnern. Seit die Terrormiliz „Islamischer Staat“ im Sommer 2014 die Stadt Mossul eingenommen hat, sind viele Menschen von dort geflüchtet. Mossul war mit knapp drei Millionen Einwohnern nach Bagdad die größte Stadt im Irak. Im Oktober 2016 begann die irakische Armee eine Offensive zur Rückeroberung von Mossul. Inzwischen hat sie die östliche Hälfte der Stadt bis zum Ufer des Tigris wieder unter Kontrolle.

Die GIZ ist seit zwei Jahren im Nordirak tätig. In den vergangenen neun Monaten konnte im Auftrag des BMZ für 65.000 Menschen, die in Flüchtlingscamps leben, die Basisgesundheitsversorgung gesichert werden. Für fast eine Million Menschen im Gouvernorat Dohuk wurde die Trinkwasserversorgung verbessert.

Bisher wurden 13 Schulen errichtet. Weitere 16 Schulen werden derzeit gebaut, davon werden zehn im Februar 2017 fertig, sodass insgesamt dort mehr als 47.000 Kinder wieder lernen können.