19.06.2018

Bessere Lebensgrundlagen für die Menschen in Kakuma

Zum Weltflüchtlingstag: In Kenias zweitgrößtem Flüchtlingscamp schließen sich Bauern zusammen, um Gemüse zu produzieren. Davon profitieren auch die Menschen in den Gemeinden ringsum.

Kenia ist Zufluchtsort für rund 500.000 Flüchtlinge aus benachbarten Krisenstaaten wie dem Südsudan, Somalia oder Äthiopien. Knapp 185.000 von ihnen leben im Flüchtlingslager Kakuma im Nordwesten des Landes. Die Campbewohner sind oft unterernährt und leiden unter mangelnder Gesundheitsversorgung. Aber auch die lokale Bevölkerung ist sehr arm und konkurriert mit den Flüchtlingen um lebenswichtige Ressourcen wie Brennholz, Wasser und Land. Job- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind rar gesät.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH arbeitet im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums und in Kooperation mit dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) daran, die Lebensbedingungen für Flüchtlinge wie auch die aufnehmenden Gemeinden in Kakuma dauerhaft zu verbessern und sie bei ihrem weiteren Werdegang zu unterstützen.

Die Aktivitäten sind vielfältig: es werden beschäftigungsorientierte Aus- und Fortbildungsangebote beispielsweise in Informations- und Kommunikationstechnologie geschaffen, die Gesundheitsversorgung ausgebaut und Flüchtlinge unterstützt, die in ihr Herkunftsland zurückkehren möchten. Weitere Schwerpunkte sind Konfliktprävention und Ernährungssicherung. Seit 2015 haben bereits rund 270.000 Menschen von den verschiedenen Maßnahmen profitiert.

Wasser: Schlüssel zum Erfolg

Zugang zu Anbauflächen und Wasser ermöglicht den Flüchtlingen und der lokalen Bevölkerung, sich langfristig selbst zu versorgen. Um eine funktionstüchtige Wasserversorgung zu schaffen, wurden mit Unterstützung der GIZ zum Beispiel acht Brunnen wieder funktionstüchtig gemacht. Jeder dieser Brunnen wird von einer mindestens 20-köpfigen Gruppe betreut, das geerntete Gemüse wird gemeinsam vermarktet und verkauft.

Wasser ist der Schlüssel zum Erfolg: Seit der Instandsetzung der Brunnen konnte die Gemüseproduktion um mehr als ein Drittel auf rund 3.200 kg gesteigert werden. Einige Gruppen haben sich ein Bewässerungssystem angeschafft, um die Produktion weiter zu professionalisieren und mehr Nahrungsmittel produzieren zu können. Rund 800 Menschen profitieren direkt von dem Produktionserfolg und dem höheren Einkommen der Farmer.

Da das Gemüse – etwa Okra, Süßkartoffeln oder Spinat – nicht nur im Camp, sondern auch auf den umliegenden Märkten verkauft wird, sorgt der Produktionserfolg der Farmergruppen auch für eine bessere Nahrungsmittelversorgung in den Aufnahmegemeinden in unmittelbarer Nähe zum Camp.