Unterstützung für Vertriebene in Afrika

Laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR sind rund 16 Millionen Menschen in Afrika auf der Flucht. Viele davon suchen innerhalb ihres Heimatlands nach Schutz. Wer gänzlich fliehen muss, kommt meist in Nachbarländern unter. Diese stehen aber oft selbst vor großen Herausforderungen.

Infografik: Beispiele für die Unterstützung

Von den zehn größten Flüchtlingscamps weltweit befinden sich acht auf dem afrikanischen Kontinent. Allein Kenia hat über eine halbe Millionen Flüchtlinge aufgenommen, darunter viele aus Somalia und dem Südsudan. Die GIZ arbeitet in Kenia im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), um die Lebensbedingungen für die Menschen innerhalb und außerhalb des Flüchtlingscamps Kakuma zu verbessern. Insgesamt wurden durch die Arbeit der GIZ in Kakuma und Umgebung mehr als 185.000 Menschen erreicht. Zum Beispiel wurden stillgelegte oder ausgetrocknete Brunnen wieder aktiviert, um damit neu angelegte Gemüsegärten zu bewässern. Dort werden unter anderem Tomaten und Melonen angebaut, damit die Menschen selbstständig für ihre Ernährung sorgen können. Von dieser und weiteren Aktivitäten zur Ernährungssicherung profitieren bislang mehr als 42.000 Flüchtlinge und Einheimische.

Somalia: Fortbildungen und Reintegration

Infografik: Vertrieben im eigenen Land

Viele Flüchtlinge wünschen sich, langfristig wieder in ihre Heimat zurückzukehren. In der Stadt Kismayo im Süden Somalias ist dies knapp 40.000 Menschen gelungen. Die Stadt ist auch – zumindest übergangsweise – Heimat für 60.000 intern vertriebene Somalier. Um konfliktfrei miteinander leben zu können, müssen alle Bevölkerungsgruppen Aussicht auf Arbeit und ausreichend Nahrung haben. In Zusammenarbeit mit dem Norwegian Refugee Council (NRC) bietet die GIZ berufsqualifizierende Fortbildungen an. Unterstützt werden besonders Jugendliche und Frauen, die ihre Familien allein versorgen müssen. Durch die gemeinsame Arbeit und Kultur- und Sportveranstaltungen in den Gemeinden lernen sich die verschiedenen Bevölkerungsgruppen kennen, Spannungen werden abgebaut. Zwischen Anfang 2015 und Mai 2017 profitierten mehr als 10.000 Menschen direkt. Erreicht wurden insgesamt 35.000 Menschen durch die Arbeit der GIZ in Kismayo.

Zentralafrika: Hunger überwinden und Perspektiven schaffen

Infografik: Auf der Flucht in Afrika

Im Tschad leben fast 90 Prozent der Menschen unter der Armutsgrenze; wegen Angst vor Terror haben viele Menschen ihre Heimatdörfer verlassen. Trotzdem hat das Land 400.000 Flüchtlinge aus den umliegenden Ländern aufgenommen. Im Auftrag des BMZ und der Europäischen Union kooperiert die GIZ im Osten des Landes mit UNHCR und dem Welternährungsprogramm, um die eigenständige Produktion und Versorgung mit Nahrungsmitteln zu verbessern. Davon profitieren 40.000 Menschen, fast die Hälfte davon sind Flüchtlinge. Zwischen 2010 und 2015 hat die GIZ in ganz Afrika für mehr als vier Millionen Menschen einen Beitrag zur Überwindung von Hunger und Unterernährung geleistet.

Afrika im Fokus

Der Osten der Demokratischen Republik Kongo wird seit Jahren von bewaffneten Konflikten beherrscht, die Wirtschaft ist fast völlig zum Erliegen gekommen. Knapp vier Millionen Kongolesen sind auf der Flucht im eigenen Land, die Hälfte davon allein im Ost-Kongo. Viele junge Menschen haben wegen der Konflikte keine Ausbildung. Außerdem fehlt es an einem sicheren Zugang zu Ackerland und Saatgut. Hier setzt die Arbeit der GIZ an: Durch die Bereitstellung von Saatkörnern und Werkzeug sowie die Teilnahme an Schulungen zu Anbaumethoden konnte die Bevölkerung ihre landwirtschaftlichen Erträge um mehr als 20 Prozent steigern. Davon haben bisher mehr als 43.000 Menschen profitiert. Mehr als 2.000 junge Kongolesen haben außerdem ihre Zukunftsperspektiven verbessert, indem sie Ausbildungen in Gemüseanbau, Handwerk und Kleingewerbe absolviert haben.


Stand: Juni 2017


        
    
Kongo: Junge Männer werden zu Handwerkern ausgebildet.
Kongo: Junge Männer werden zu Handwerkern ausgebildet. © GIZ

        
    
Somalia: Handwerkliche Ausbildungen sorgen für Zukunftsperspektiven: zum Beispiel als Solartechniker.
Somalia: Handwerkliche Ausbildungen sorgen für Zukunftsperspektiven: zum Beispiel als Solartechniker. © GIZ

        
    
Tschad: Talschwellen verteilen das Regenwasser und machen den Boden für den Anbau von Nahrung nutzbar.
Tschad: Talschwellen verteilen das Regenwasser und machen den Boden für den Anbau von Nahrung nutzbar. © GIZ/Delphine Blast

        
    
Tschad: Einheimische und Flüchtlinge können die neugewonnen Äcker gleichermaßen nutzen.
Tschad: Einheimische und Flüchtlinge können die neugewonnen Äcker gleichermaßen nutzen. © GIZ/Delphine Blast

        
    
Kenia: In Kakuma und Umgebung werden Gemüsegärten neu angelegt und bewässert.
Kenia: In Kakuma und Umgebung werden Gemüsegärten neu angelegt und bewässert. © GIZ/Alex Kamweru