26.07.2018

Gut beraten: Mit den richtigen Informationen zum Job

Informationszentren beraten zu Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten im Heimatland und in Deutschland.

Der Tunesier Ayman Knani schaut positiv in die Zukunft. Das deutsch-tunesische Beratungszentrum, das die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH gemeinsam mit der tunesischen Arbeitsagentur betreibt, hat ihn in ein Training für Unternehmensgründer vermittelt. Denn Knani möchte sich bald mit einer Firma selbständig machen, die Trinkwasser aufbereitet.

Nicht immer waren Knanis Aussichten so gut. 2016 sah er keine Perspektive in seinem Heimatland, denn in Tunesien ist die Jugendarbeitslosigkeit sehr hoch. Also machte er sich in der Hoffnung auf Arbeit auf den Weg nach Deutschland. Aber sein Antrag auf eine Arbeitserlaubnis wurde abgelehnt, nach mehreren Monaten in eine Erstaufnahmeeinrichtung kehrte er zurück nach Tunesien.

So wie in Tunesien herrscht in vielen Ländern der Welt eine hohe Arbeitslosigkeit. Vor allem junge Menschen wie Aymen Knani sehen deshalb oft den einzigen Ausweg darin, auszuwandern. Dabei gibt es durchaus Chancen, aber es fehlt schlicht an Informationen zu Job- und Ausbildungsmöglichkeiten vor Ort. Beratungszentren wie das in Tunesien schaffen Abhilfe: Sie informieren über Aus- und Weiterbildungsangebote, Jobchancen in der Region und die Voraussetzungen für Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland. Im Ausland lebende Menschen, die in ihre Heimat zurückkehren möchten, werden außerdem beim Einstieg in den lokalen Arbeitsmarkt unterstützt. Die Mitarbeiter in den Zentren bieten eine individuelle Beratung an und können die Menschen zum Beispiel gezielt an Aus- und Weiterbildungsangebote vor Ort vermitteln.

Im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) betreibt die GIZ aktuell insgesamt acht solcher Zentren – jeweils in Kooperation mit den nationalen Arbeitsverwaltungen – in Albanien, Serbien, Kosovo, Tunesien, Marokko, Ghana, Senegal und Irak. Weitere Beratungsangebote sind in Nigeria und Afghanistan geplant.

Das Interesse am Angebot der seit 2015 nach und nach gegründeten Zentren ist groß: Insgesamt wurden bisher rund 38.000 Personen beraten, darunter knapp 2.000 Rückkehrer. Außerdem haben rund 10.000 Menschen an Bewerbungstrainings teilgenommen. Hinzu kommen 70.200 Personen, die durch Job- und Karrieremessen sowie Infoveranstaltungen erreicht wurden.

Die Beratungszentren sind Teil des BMZ-Programms „Perspektive Heimat“. In ausgewählten Herkunftsländern sind außerdem bestehende Projekte zur Beschäftigungsförderung erweitert worden. So konnten seit Mitte 2017 mehr als 85.000 sogenannte Startchancen für die Menschen vor Ort geschaffen werden. Das sind Aus- und Fortbildungsangebote und Trainings zur Unternehmensgründung. Darüber hinaus konnten bereits über 3.500 Menschen einen Job finden.

Die GIZ unterstützt Menschen, die in ihr Herkunftsland zurückkehren möchten, auch mit einem Beratungsangebot in Deutschland. Sogenannte Reintegrations-Scouts unterstützen die Arbeit von staatlichen und nichtstaatlichen Rückkehrberatungsstellen, indem sie die Berater mit passenden Informationen zu den Angeboten in den Herkunftsländern versorgen. Sie stehen dazu in engem Austausch mit den Beratungszentren vor Ort. So können Rückkehrinteressierte schon in Deutschland erste Informationen zu ihren Möglichkeiten im Herkunftsland erhalten.