21.08.2018

Von der Pike auf: Junge Marokkaner lernen im deutschen Hotel- und Gastgewerbe

Junge Marokkaner absolvieren in Deutschland eine duale Berufsausbildung, die den Grundstein für eine berufliche Karriere legt.

Während in Marokko eine hohe Jugendarbeitslosigkeit herrscht, wird es für deutsche Unternehmen in zahlreichen Branchen immer schwieriger, passendes Personal zu finden. So bleiben auch in der Gastronomie und Hotellerie viele Ausbildungsplätze und Stellen unbesetzt.

Hier setzt ein 2016 gestartetes Pilotprojekt an. Es bietet marokkanischen Schulabsolventen die Möglichkeit einer dreijährigen dualen Ausbildung als Koch, Restaurant- und Hotelfachkraft. Die marokkanische Arbeitsagentur (Agence nationale de promotion de l’emploi et des compétences, ANAPEC) hat die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH damit beauftragt, bei der Beratung junger Marokkaner zu Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland zu unterstützen. Finanziert wird das Projekt von der Weltbank.

Aus der Vielzahl an Bewerbungen hat die ANAPEC unterstützt von der GIZ 110 junge Teilnehmer für das Programm ausgewählt. Im Anschluss wurden die Teilnehmer an ausgewählte Betriebe vermittelt. In Marokko lernten sie sechs Monate Deutsch und erhielten eine gezielte interkulturelle Vorbereitung auf die Arbeitswelt und den Alltag in Deutschland Gut vorbereitet begann im August 2017 die Ausbildung in Bayern und Thüringen - in Betrieb und Berufsschule. Die GIZ begleitet sie in den ersten zehn Monaten ihrer dreijährigen Ausbildung, um sie zu unterstützen und ihnen bei der Eingewöhnung zu helfen. Mit Erfolg: Bislang sind noch 97 Auszubildende dabei – während der Anteil der Azubis im Gastgewerbe, die die Ausbildung nicht beenden, deutschlandweit sehr hoch ist.

Nach der erfolgreichen Ausbildung können die Azubis von ihren Betrieben übernommen werden oder mit ihrer Ausbildung in Deutschland einen Grundstein für die Gastronomiekarriere im eigenen Land legen. Der Tourismussektor ist für Marokko sehr wichtig. Qualifizierte Arbeitskräfte sind gefragt: „Wir haben es hier mit einer Win-Win-Situation zu tun“, sagt Abdelhalim El Fatihi, Leiter der Region Fes bei ANAPEC.