Ebola: Prävention durch starke Netzwerke
Im Osten der Demokratischen Republik Kongo breitet sich das Ebola-Virus weiter aus. Gemeinsam mit unseren lokalen und internationalen Partnern betreiben wir Vorsorge, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Damit das gelingt, ist auch das Vertrauen der Menschen vor Ort entscheidend.
Weil es gegen die Ebola-Variante des aktuellen Ausbruchs keinen Impfstoff gibt und Konfliktlagen die Versorgung von Erkrankten erschweren, ist Prävention derzeit wichtiger denn je. Deswegen sorgen wir für den Schutz von Mitarbeitenden im Gesundheitssystem und tragen zur Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung bei. Beides ist wichtig, damit sich Menschen gar nicht erst mit dem Virus anstecken.
Vertrauen vor Ort aufbauen
Zu Beginn des Ausbruchs breiteten sich in der Bevölkerung Skepsis und Misstrauen vor allem gegenüber medizinischem Personal aus. Norman Nausch, Leiter der Schnell Einsetzbaren Expert*innengruppe Gesundheit (SEEG) bei der GIZ, erklärt: „Im Zusammenhang mit Infektionskrankheiten kommt es oft zu Fehlinformationen und Mythen. Es ist wichtig, die Ängste der Menschen ernst zu nehmen und Lücken in der Aufklärung zu schließen.“
Über die SEEG sensibilisiert die GIZ deshalb Bevölkerung und Gesundheitspersonal im Ostkongo – gemeinsam mit kirchlichen Trägern, die ein hohes Ansehen genießen und wichtige Mittler sind. Sie vermitteln grundlegendes Wissen zur Krankheit, wie man sich vor einer Ansteckung schützt und mit Verdachtsfällen richtig umgeht. Mehr als 140 Gesundheitseinrichtungen profitieren von der Aufklärungsarbeit. In einem von der GIZ aufgebauten Online-Krisenportal in Ostafrika finden Menschen zudem in lokalen Sprachen Informationen zum aktuellen Ausbruch.
Schutz von Gesundheitspersonal zeigt Wirkung
In einer Krise wie Ebola wird jede Fachkraft gebraucht. Gleichzeitig sind gerade sie hohen Risiken ausgesetzt. Burkard Kömm, der ein Projekt zur Pandemievorsorge in Ostafrika bei der GIZ leitet, sagt: „Die lokalen Gesundheitsmitarbeitenden im Ostkongo stehen buchstäblich an vorderster Front. Sind sie besser geschützt, sind es auch ihre Patient*innen.“ Über das Projekt haben wir dafür gesorgt, dass medizinisches Personal im Ostkongo Schutzausrüstung erhält, die nun vor Ort zum Einsatz kommt. Gleichzeitig schulen wir Gesundheitsfachkräfte, wie sie mit der Ausrüstung umgehen und Kranke behandeln, ohne sich selbst zu infizieren.
In weiteren Trainings schulen wir Gesundheitspersonal in Ostafrika, wie sie Symptome des Virus frühzeitig erkennen, schwer Erkrankte klinisch versorgen und mit Patient*innen und Angehörigen über die Risiken einer Infektion sprechen.
Unser großer Vorteil ist, mit lokalen Expert*innen zusammenzuarbeiten, die bereits beim Ebola-Ausbruch in Westafrika 2016 unterstützten. Sie kennen die Bedürfnisse der Menschen vor Ort und können so nachhaltig Vertrauen aufbauen.
Das gelernte Wissen geben die Fachkräfte dann in ihren Gemeinden weiter. Mit positiver Wirkung: Der Anteil der Gesundheitsmitarbeitenden unter den Infizierten ist bereits um mehr als die Hälfte zurückgegangen.
Lokale Prävention schützt weltweit
Norman Nausch verdeutlicht: „Wenn wir lokale Epidemien kontrollieren, wirkt das weltweit.“ Krankheiten machen nicht an Landesgrenzen halt, das hat auch die Corona-Pandemie gezeigt. Daher ist es unser Ziel, Epidemien zu stoppen, bevor sie zu globalen Krisen werden. Unsere Arbeit zur Eindämmung des Ebola-Virus setzen wir im Auftrag der Bundesregierung um.