Energiebranche übernimmt Verantwortung für saubere Energie und starke Lieferketten
Die GIZ hat den "Branchendialog Energiewirtschaft" angeschoben. Nun trägt und organisiert sich das Bündnis für nachhaltige Wertschöpfungs- und Lieferketten selbst - ein Beispiel für echte Nachhaltigkeit.
Privatwirtschaftliches Engagement in der Energiewirtschaft verstetigt
Vom öffentlichen Anschub zur eigenständigen Finanzierung: Seit 2023 bringen wir im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) im Branchendialog Energiewirtschaft Unternehmen, Zivilgesellschaft, Gewerkschaften und Staaten zusammen. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, Wertschöpfungs- und Lieferketten in der Energiewirtschaft nachhaltiger zu gestalten.
Nun geht die Initiative den nächsten wichtigen Schritt: Das Projekt wird an das Netzwerk des UN Global Compact Deutschland e.V. übergeben und künftig von den Mitgliedsunternehmen selbst getragen. Damit zeigt sich, was unsere erfolgreiche Nachhaltigkeitsförderung ausmacht: Impulse setzen, Strukturen aufbauen – und Verantwortung nachhaltig in die Branche übergeben.
Der UN Global Compact ist die weltweit größte und wichtigste Initiative für nachhaltige und verantwortungsvolle Unternehmensführung. Das UN Global Compact Netzwerk Deutschland (UN GCD) vereint rund 1.290 Unternehmen und Institutionen aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und dem öffentlichen Sektor. Es unterstützt Unternehmen dabei, Nachhaltigkeit strategisch zu verankern und global Verantwortung für nachhaltige Entwicklung zu übernehmen.
Bedarfsorientiert, praxisnah und mit vereinten Kräften
Sorgfaltspflichten entlang der Lieferketten sind in der Energiewirtschaft seit langem fest verankert. Für viele Unternehmen sind sie nicht nur gesetzliche Pflicht, sondern auch Teil ihres unternehmerischen Selbstverständnisses – so auch für die Mitglieder des Branchendialogs BayWa r.e. AG, EnBW Energie Baden-Württemberg AG, ENTEGA AG, E.ON SE, EWE AG, Hamburger Energienetze GmbH, Mainova AG, MVV Energie AG, RWE AG, Stromnetz Berlin GmbH, TenneT TSO GmbH, Uniper SE und Vattenfall GmbH. Die Mitgliederzahl ist seit der Gründung jährlich gewachsen.
„Viele der größten menschenrechtlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Energiewende erfordern gemeinsames Handeln und Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungsketten. Der Branchendialog bietet eine einzigartige Plattform, auf der Unternehmen, Politik, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft ein gemeinsames Verständnis von Risiken entwickeln und gemeinsam an praxisnahen Lösungen arbeiten können. Für RWE ist dieser kollaborative Ansatz ein wesentlicher Grund, die Fortführung der Initiative zu unterstützen.“
Rohstoffe und Zwischenprodukte für die Energieerzeugung kommen oft aus wenigen Ländern. Deshalb braucht es Zusammenarbeit, um entlang der Lieferketten etwas zu verändern. Die Mitglieder arbeiten gemeinsam daran, menschenrechtliche und Umwelt-Risiken sichtbar zu machen und zu verringern. Der Branchendialog Energiewirtschaft schaut dabei auf wichtige Bereiche der Energiewende: Photovoltaik, Windenergie, Stromnetze, Erdgas, Batteriespeicher und Wasserstoff.
Im Fokus stehen unter anderem Umweltschäden beim Abbau wichtiger Rohstoffe wie Kobalt, Kupfer, Bauxit und Nickel. Auch Quarzsand und Silizium werden zum Beispiel in China aus Flussbetten gewonnen. Das kann das Wasser belasten und das Trinkwasser gefährden. Außerdem setzen sich die Mitglieder für bessere Arbeitsbedingungen ein – zum Beispiel beim Bau von Stromnetzen und Energieanlagen. Dazu gehören sichere Arbeit und faire Löhne.
Nachhaltigkeit und Wirtschaft wirken zusammen
Der Branchendialog Energiewirtschaft stellt seine Analysen und Berichte der gesamten Branche als Orientierung zur Verfügung. So unterstützt er Unternehmen dabei, Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen, um diese Risiken zu verringern. Gleichzeitig hilft die Arbeit des Branchendialogs den Unternehmen, die Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz und ihrer allgemeinen Sorgfaltspflichten zu erfüllen.
Der Nutzen für alle Seiten liegt auf der Hand: Einerseits profitieren die Arbeitskräfte und Länder von gestärkten Menschenrechten, sichereren Arbeitsbedingungen und weniger Umweltbelastung. Gleichzeitig sorgen stabilere Liefer- und Wertschöpfungsketten für verlässlichere Preise und dafür, dass Energie besser verfügbar ist. Unternehmen können ihre Investitionen sicherer planen und ihrer Verantwortung besser nachkommen.
Dieses Modell mit Mehrwert für alle haben wir gerne mit auf den Weg gebracht. Ein guter Anschub zeigt sich daran, dass er irgendwann nicht mehr gebraucht wird – und genau das ist hier gelungen. Wir wünschen dem Branchendialog Energiewirtschaft weiterhin viel Erfolg.
Wenn auch Ihr Unternehmen an branchenspezifischen Dialogformaten oder gemeinsamen Projekten für nachhaltige Liefer- und Wertschöpfungsketten interessiert ist, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme über @email.