Schneller durch den Zoll mit der GIZ
Digitale Prozesse beschleunigen die Zollabfertigung weltweit. Davon profitieren deutsche Unternehmen, Verbraucher und Produzenten in den Kooperationsländern.
Frische und verderbliche Lebensmittel, dringend benötigte Ersatzteile, Arzneimittel oder medizinische Geräte: Viele Waren sollten besser nicht stundenlang im Zoll feststecken. Das ist teuer, kann zum Gesundheitsrisiko werden oder ganze Produktionslinien lahmlegen.
Obst kommt schneller und günstiger in Deutschland an
Dank der GIZ geht es an vielen Grenzen schneller als zuvor. Zum Beispiel in Marokko: Wer Obst und Gemüse in die Europäische Union verkaufen möchte, muss belegen, dass die Waren frei von Schädlingen sind. Die GIZ unterstützte den marokkanischen Zoll dabei, auf digitale Zertifikate umzusteigen. Die Folge: weniger Papierkram, um Melonen und Mangos auf Teller in Deutschland zu bringen. Bei der Ausfuhr aus Marokko sparen Händler vier Stunden Zeit. Pro Container entspricht das eine finanzielle Ersparnis von 280 US-Dollar. Diese können die Händler dann an Verbraucher in Deutschland weitergeben.
Gemeinsam mit dutzenden deutschen und internationalen Unternehmen arbeitet die GIZ daran, weltweit den Handel zu erleichtern. Mit dabei: Adidas, BASF, Beiersdorf, BMW, Bosch, DHL, Siemens Healthineers. Die Unternehmen beraten, informieren und arbeiten gemeinsam mit Regierungen und Verbänden weltweit an Maßnahmen für schnellere Zollabfertigungen und freien Handel. Die EU, das Bundesentwicklungsministerium (BMZ), Kanada und Schweden fördern die Globale Allianz für Handelserleichterungen. Die GIZ setzt sie mit um.
Dank Vorab-Prüfungen zu Planungssicherheit
Dabei arbeiten die Unternehmen mit der GIZ an gezielten Projekten: DHL beispielsweise setzte mit der GIZ in zwölf Ländern Maßnahmen für schnelleren Handel um. In Montenegro erreichten die Projektpartner, dass Händler vor Ankunft von Waren am Flugafen melden können, was in den Paketen steckt. Der Zoll kann die Fracht vorab prüfen, Risiken einschätzen und gezielter kontrollieren. DHL testete die IT-Software mit dem Zoll. Die GIZ schulte Zollbeamte und beriet die Regierung zu Gesetzesänderungen. In Montenegro verdoppelte sich dadurch der Anteil der Sendungen, die der Zoll innerhalb einer Stunde freigegeben hat. Sarah Meinert, Chefin von DHL GoTrade, sagt: „Handelserleichterungen schaffen neue Chancen für kleine und mittlere Unternehmen. Als DHL helfen wir dabei, diese Chancen zu nutzen – mit Lösungen, die Märkte zugänglicher und Lieferketten widerstandsfähiger machen.“
Ähnlich in Tunesien: Dort etablierte die GIZ gemeinsam mit Bosch und BASF sogenannte verbindliche Vorbescheide. Damit können Unternehmen vorab klären, wie ihre Waren zollrechtlich behandelt werden. Wenn deutsche Unternehmen wie Bosch jetzt Ersatzteile oder Komponenten nach Tunesien exportieren, können sie sich sicher sein, dass es an der Grenze keine Diskussionen gibt. So schafft die GIZ Planungssicherheit – auch für die deutsche Wirtschaft.